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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Baum, H. und Fesenfeld, C.: Zur Berechnung des Schiffsortes aus zwei Gestirnshöhen ete. 29 
Wir betrachten hauptsächlich den Fall, wo man S finden will, aus zwei 
ermittelten Standlinien, wozu wir ein einfaches Verfahren mitteilen, das unseres 
Wissens. sonst noch nicht bekannt gemacht ist. 
Die einfachste Lösung ist offenbar diejenige, bei 
welcher man die Richtung und Länge der Linie GS vom 
gegißten Schiffsort G nach dem wahren Schiffsort S un 
mittelbar finden kann. ; 
Wie schon oben angeführt, ist 
GS = dJh,-seca = dh, sec j. 
Sind die Höhenunterschiede gleich, so ist‘ ohne 
weiteres klar, daß die Winkel « und ß ebenfalls gleich 
sein müssen. Jeder wird also durch die Hälfte des Azimutal- 
unterschiedes ausgedrückt. 
Sind dagegen die Höhenunterschiede ungleich, so muß der größere Winkel 
bei dem kleineren Ah liegen.‘ ; 
Bezeichnet man nun stets den kleineren Höhenfehler mit Ah, und den 
größeren mit A/h,, ferner den Winkel zwischen GS und Ah,, also den größeren 
Winkel, mit &, den kleineren mit ?, so. haben‘ wir, wie oben: 
GS = Ah, -seca = Ah, sec p. 
Die Winkel &« und f, sowie GS, lassen sich nun auf folgende Weise leicht finden. 
Wären beide Ah gleich, so brauchte man nur mit d/,, dem halben Azimutal- 
unterschied, und Ah in die Tafel „Seemeilen-Abweitung in Minuten-Längen- 
unterschied zu verwandeln“; einzugehen. Der gefundene Wert ist gleich GS in 
Seemeilen und die Richtung findet man, indem man von Ah, um den Betrag 
des Winkels « in der Richtung nach Ah, fortschreitet. 
Sind die Höhenfehler aber nicht gleich, so gehe man zunächst mit d/, 
und den beiden Höhenfehlern ein und verfolge dann gleichmäßig die Werte für 
dh, -seca nach unten und für Al, - secß nach oben, bis dieselben übereinstimmen. 
Der gefundene Wert ist GS und der größere Winkel «. 
Es sei z. B.: ; 
GA = 4/h, = S40°0 3 Sm 
GB =— 4h, = N60°0 6 Sm, 
dann ist d = 80° und d/, = 40°, 
Geht man nun mit 40° und 3 bezw..6 Sm ein, so findet man die ent- 
sprechenden Werte U 
3 ‚sec 40° — 3,9 und 6+sec 40° = 7,8. 
Bei 41° und 39° findet man die entsprechenden Werte = 4,0 und 7,7, 
50° » 30° » % » » » => 4,7 „ 6,9, 
- „60° „ 20° » 2 :-. » = 60 „ 64 
Wie man sieht nähern sich die Werte immer mehr und bei d/; +21, 
bezw. d/2 — 21, also bei 61° und 19° finden wir 6,2 bezw. 6,3. 
Wir können also setzen « = 61° und GS = 6,2 Sm. 
Das Azimut von Ah, ist‘ S40°0 ; 
a’=— 61° 
Richtung und Größe von GS also N79°O0 6,2 Sm, welches an den gegißten 
Ort zu koppeln ist. 
{x 
1 
Ist der Azimutalunterschied d klein, so kann bei 
uangleichen Höhenfehlern leicht der Fall eintreten, daß GS 
außerhalb der beiden Azimute fällt, 
Immerhin ist: 
GS = dh, «sec@ = dh, -secß. A 
Wie aus nebenstehender Figur ersichtlich, ist « = 8 + 0. 
Es sei 
dh, = 35Sm nach S 8090, 
4b, = 7Sm „ N74°0. 
Folglich ist d = 26°, 
Geht man mit d/, = 13° und den beiden Höhen 
fehlern in die Tafel, so findet man die entsprechenden Werte 
YXs 
4 
bei 3 Sm = 3.1 und bei 7 Sm = 7.2.
	        
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