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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Stand der Tide 
Springtide 
JTagnach „ | 
3Tage „ x 
$ x m 
1. 
„‚Ioch- 
wasser- 
zeit | 
D,0 
5 
L.1 
1,7 
2,4 
Die Gezeiten im Ostindischen Archipel. 
367 
gl. 
Ver- 
spä- 
bang 
Stand der Tide 
Hoch- 
wasser- 
zeit | 
Tägl. 
Ver- 
spä- 
tung 
Siand: der Tide 
Hoch- Til. 
spä- 
— zeit tung 
n 
nn 
h 
h 
h 
5Tage nach - 
Springtd. 
6 
Tem» 1m 
Niptide 
8Tagenach „ 
Z » 1.1 E13 
3,1 
12 | 
5,8 
0,7 
1,1 
1,6 
10Tagenach 
Springtd. 
0,5 
6 
11» » 
12 
9,4 
10,1 
10,8 
0,8 
0,7 
07 
0,6 
D,7 
7,4 
8,6 
16 
1,2 
13 ” » n 
M4 2 » x» 
Springtide 
> 
| 
11,3 
11,8 
| 
0,5 
0,5 
‚ Die Amplitude der S,-Tide ist nicht konstant, sondern schwankt zwischen 
Grenzen, die durch eine zweite Nebentide K, bestimmi werden, die mit der 
Deklination der Sonne zusammenhängt. Ungefähr um die Mitte:der Monate 
März und September, Juni und Dezember, wenn die Deklination der Sonne im 
ersten Falle 0, im letzten Falle am größten ist, wird die Amplitude der S,-Tide 
durch diese Nebentide K, vergrößert oder verkleinert, so daß man in diesen 
Monaten entweder Springtide findet mit den Flutgrößen von 2 (M, +5S, + K,) 
oder Niptide mit den Flutgrößen von 2 (M,—S,; + K,). Die Kappas der S,;- 
und K,-Tiden sind überall annähernd gleich. 
Eine dritte Nebentide N steht in Verbindung mit dem Mondabstand von 
der Erde. Am. Tage des Perigäum (kleinsten Mondabstand) fällt ihr Hochwasser 
soviel Stunden nach .dem Erreichen dieses kleinsten Abstandes, als ihr Kappa 
in Zeit beträgt, und danach verspätet sich ihr Hochwasser täglich um 1.3 Stunden. 
Ist dieses Hochwasser einmal mit dem Hochwasser der Spring- oder Niptide 
zusammengefallen, so geschieht solches wiederum nach 206 Tagen oder 0,565 Jahr, 
30 daß man zweimal im Jahre Springtide mit der Flutgröße von 2(M, +5S, + N), 
und Niptide mit dem Betrage von 2 (M,—-8S, +N) antreffen wird. In etwa 
4,5 Jahren können die Hochwasser der Spring- und Niptiden, erhöht oder er- 
niedrigt durch die K,-Tide, auf denselben Tag und dieselbe Uhrzeit fallen, wie 
die durch.die N-Tide erhöhten oder erniedrigten Hochwasser, und man würde 
dann in. der zweiten Hälfte der Monate März und September, wie Juni und 
Dezember Springtiden haben mit den Beträgen von 23 (M, + (S, + K,) + N), 
und Niptiden mit den Beträgen von 2 (M—(S,+K)+N). . —_— 
Die halbtägige Gruppe von Tiden gibt mithin das Folgende: 
ı. täglich zwei Hoch- und zwei Niedrigwasser; 
2. Spring- und Niptiden mit den mittleren Flutgrößen von 2 (M, + S,) 
alle 14.7 Tage soviel nach Neu- und Vollmond, erstem und letztem Viertel, wie 
die Lebensdauer der halbtägigen Tide beträgt; 
3. die Verspätung der täglichen Hochwasserzeiten, die am kleinsten bei 
Springtide, am größten bei Niptide ist. Bei Springtide fällt das Hochwasser 
stets auf dieselbe Uhrzeit, und sieben Tage später, bei Niptide, tritt es sechs 
Stunden später ein; 
4. größere Flutgrößen bei Springtide, kleinere bei Niptide während der 
zweiten Hälfte der Monate März und September, kleinere Flutgrößen bei 
Springtide, größere bei Niptide während der zweiten Hälfte der‘ Monate 
Juni und Dezember bis zur größten Zu- oder Abnahme von 2 K, auf den an- 
gegebenen Daten; - 
5. einmal alle 4,5 Jahre und außerdem noch einge mögliche Zu- oder 
Abnahme der größten oder kleinsten Flutgröße bis zu dem Maximum von 2 N. 
Der angegebene Gang .der Hochwasserzeiten setzt voraus, daß das Kappa 
der M,-Tide kleiner ist als das der S,-Tide, und daß das Verhältnis ihrer 
Amplituden theoretisch 2:1 ist. Vom letztgenannten Verhältnis findet man 
jedoch im Archipel viele Abweichungen.- . . 
In der zweiten Hälfte der Monate März und September, wenn die Am- 
plituden der M,- und S,-Tiden sich ungefähr wie 8:5 verhalten, wird die Ver- 
spätung weniger regelmäßig sein als in der zweiten Hälfte der Monate Juni 
und Dezember, wenn das Verhältnis etwa 8:3 ist.
	        
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