Die Gezeiten im OÖstindischen Archipel.
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Die Haupttide K,; der eintägigen Gruppe steht mit dem Datum im Zu-
sammenhang. Die Zeit des. Hochwassers dieser Tide verfrüht sich täglich um
4min. g9 daß das Hochwasser nach 6 Monaten auf ‚dieselbe Uhrzeit in der Nacht
fällt, ‚an ‘der. es vorher. am Tage eingetreten ist, und daß das Hochwasser an
jedem Datum der verschiedenen pa „stets um dieselbe Zeit eintritt. Das
2 un “u appa FE N .
Kappa (K) der‘ Tide (za ke) ix Zeit eibt die Zeit des
Hochwassers dieser Tide für die zweite Hälfte Juni .an. - Mit Kappa wird der
Unterschied zwischen der Kulmination des. betreffenden Gestirns und dem darauı
folgenden, durch dasselbe verursachten, Hochwasser entweder in Bogengraden
oder in- Zeit ausgedrückt. Die Amplitude, das Steigen über oder das Fallen
unter den mittleren Wasserstand bezeichnet den täglich erreichten. Wasserstand.
Das Kappa der Tide mag- als konstant angesehen werden, die Amplitude
ist es indessen nicht. Sie schwankt vielmehr in einer halbjährigen Periode
zwischen gewissen Grenzen hin und her, die durch die Amplitude einer Neben-
tide. P verursacht werden, die mit der Deklination der Sonne zusammenhängt,
Etwa um die zweite Hälfte der Monate Juni und Dezember, März und Sep-
tember, ‚wenn die Deklination der Sonne am: größten oder gleich 0 ist, wird die
Amplitude der Haupttide vergrößert oder verkleinert um den vollen Betrag der
Amplitude der P-Tide, woraus folgt, daß letztere um die Zeit der ersten Hälfte
der Monate Februar, Mai, August und November keinen Einfluß hat. Die
Kappas der K,- und P-Tiden sind überall ungefähr gleich. - ..
Die vornehmlichste Nebentide O, die einzige, die für. die Praxis von
Belang ist, steht im Zusammenhang mit der Deklination des Mondes, und. zwar
so, daß an den.Tagen der. größten und kleinsten halbmonatlichen Deklination
des Mondes das Hochwasser dieser Tide im Mittel’ um soviel Stunden nach dem
Eintritt jener Deklinationsphasen fällt, als das Kappa dieser Tide in Zeit be-
trägt. Täglich verspätet sich das Hochwasser dieser Tide um 1,8", so daß es
in 7 Tagen um etwa 12 Stunden später eintritt.
Die Anzahl Tage, die im Mittel verfließen zwischen dem Augenblick der
größten oder der 0°-Deklination des Mondes und dem zuerst darauf folgenden
Zusammenfallen oder 12 stündigen Unterschied der K,- und O-Tiden nennt man
die Lebensdauer der eintägigen Tide. Im ersten Falle ist es Springtide mit
den A von 2 (K, -H O0), im zweiten Falle Niptide mit dem Betrage
von 2 (K, — 0).
. Das regelmäßige Verfrühen des Hochwassers der Haupttide wird fort-
während beeinflußt durch diese Nebentide. Nach Springtide fällt. es anfänglich
stets. später, um nachher beträchtlich zu verfrühen, so. daß das Hochwasser
der Haupttide bei Niptide fast um dieselbe Zeit eintritt, wie bei der vorher-
gehenden Springtide, bei der nächstfolgenden Springtide dagegen etwa um
1 Stunde früher. ;
Die nachstehende Tabelle veranschaulicht diese Verhältnisse:
Stand der ‘Tide
Springtide
LTagnach
2Tage,
Born
Hoch-
WaSSC +
zeit | Verfr.
Tägl.
Versp.
n
h
0,0
DB.
40,5
).9
1,2
0,4
10.4
16° 140.3
Tägl.
Hoch- ja
wasser-| . +
zeit: | Verfr.
Stand der Tide
5Tagenach |
° Springtd. |
6. m »
Niptide .
7Tagenach „ |
8 ” »
1,5
0,8
—0,1
—0.7
UL3
9,9
—1,5
a4
9
‚9,3 | -—0,6
Aoch-
wasser
zeit
Tägl.
‚Versp.
‚+
Verfr.
Stand der Tide
10 Tagenach
Springtd.
11
9,5
Q.8
—+0,2
+—0,3
12 » . » »”
8 ‚N » »
Springtide
|4Tagenach, ..| 11,8 | +0.6
—+0,4
‘40.5
- Faßt man das Vorstehende kurz zusammen, so ergibt sich für die Gruppe
der eintägigen -Tiden folgendes: ;
1. täglich ein Hoch- und ein Niedrigwasser;