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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Die Witterung an der deutschen Küste im Mai. 1904. 
Hälfte der Stationen Stärke 8 erreichend, am 19. ostwärts bis zur Weichsel 
und am 20. von der Helgoländer Bucht bis Pommern. 
Die Morgentemperaturen lagen zu Anfang, um Mitte des Monats und in 
der letzten Pentade, an der Nordsee seit dem 26., überwiegend über den viel- 
jährigen Werten, während der übrigen Zeit, besonders am 5. bis 13. und 19. 
bis 24., unter den normalen Werten. In ihrem Gange von Tag zu Tag war die 
Temperatur sehr veränderlich; besonders große Schwankungen traten in der 
II. Dekade auf, und allen Stationen gemeinsam war ein starkes anhaltendes 
Steigen der höchsten Tagestemperaturen vom 24. bis 27. (Nordsee-Inseln 26.) 
mit nachfolgender starker Abnahme... Die Temperatur lag. an der Küste zwischen 
der höchsten, 27,2°, von Wilhelmshaven, und der niedrigsten, — 0,1°, von Memel, 
der einzigen an der Küste (am 7.) beobachteten Frosttemperatur; sie schwankte 
also um 27,3°, während die größte Schwankung auf den Stationen in Wilhelms- 
haven gleich 23,6° und die kleinste in Memel gleich 17,3° beobachtet‘ wurde, 
— Die aus den Änderungen der Temperatur von Tag zu Tag für die drei Beob- 
achtungstermine ohne Rücksicht auf die Vorzeichen der Änderungen als arith- 
metisches Mittel berechneten Werte der interdiurnen Veränderlichkeit der 
Temperatur (I. T. V.) lag mit ihren größten Beträgen zwischen 2,3° (Memel) 
und 3,9° (Wilhelmshaven); sie erreichte ihre größten Werte durchweg am Nach- 
mittag und ihre kleinsten ganz überwiegend am Morgen. . 
Die monatlichen Niederschlagsmengen waren an der Nordsee sehr ungleich- 
mäßig verteilt und durchschnittlich größer als an der Ostsee, wo über Mecklen- 
burg und Pommern die kleinsten, zwischen Oder und Wipper unter 30 mm, sonst 
unter 40 mm bleibenden Beträge auftraten. Gegen 69 mm in Norderney und 
71 mm in Brunshausen als höchste Niederschlagsmengen hatten Groß-Ziegenort 
21 und Brunsbüttelkoog 19mm. — Sehr ‚ergiebige, in 24 Stunden 20,0 mm 
übersteigende Niederschlagsmengen fielen nur am 14. in Aarösund (21) und am 
17. in Brunshausen (25). 
Läßt man den Niederschlagstag um 8" Ortszeit des gleichnamigen Kalender- 
tages beginnen, und sieht man von vereinzelten und geringfügigen Niederschlags- 
mengen ab, so fielen die Niederschläge im Mai am 1., 2. und mehr vereinzelt 
am 3. an der ganzen Küste, 4. an der Ostsee, 5, bis 1l., an 8, über 
Rügen und Pommern, .an der ganzen Küste, 12, an der preußischen Küste, 14. 
ostwärts bis Pommern, 17. bis 19. an der ganzen Küste, 21. ostwärts. bis zur 
Elbe, ‚22. östwärts bis Mecklenburg, 23. an der westlichen Ostsee, 24. bis 27. 
an der Nordsee, 28, an der ganzen Küste und am 29. an der westlichen Ostsee. 
-_ Fast überall trocken waren im Mai nur der 13., 15., 16., 20., 30. und 31. — 
Ausgebreitete Gewitter traten am 2. von Mecklenburg ostwärts, am 6. ostwärts 
bis zur Elbe, am 8. ostwärts bis zur ostholsteinschen Küste, am 9. und 10. über 
Rügen‘. und. Umgebung sowie weiter nach Osten hin, am 14. ostwärts bis 
Mecklenburg, am 17. ostwärts bis zur Elbe sowie über Mecklenburg und Pommern, 
am 18. im Westen der Nordsee, am 19. ostwärts bis zur Weser und am 27. an 
der ganzen Nordsee auf. — Ausgebreiteter Nebel wurde nur am I. im Westen 
der Nordsee und an der Ostsee, am 2. au.der westlichen Ostsee, am 6., 8. und 
9. an der.preußischen Küste und am 29. an der Nordsee beobachtet. 
Als heitere Tage, an denen die nach der Skala 0 bis 10 dreimal am Tage 
geschätzte Bewölkung im arithmetischen Mittel kleiner als 2 war, charakterisierten 
sich über größerem Gebiete der 15. ostwärts bis zur Elbe, der 16. ostwärts bis 
Pommern, der 21., 22., 25. und 27, über Pommern und Preußen und die beiden 
letzten Tage an der ganzen Küste. 
Eine am 1. dieses Monats vom Ozean über Nordwesteuropa ausgebreitete 
Depression schritt mit ihrem Minimum bis zum 5. nach dem hohen Norden 
Europas und entwickelte auf ihrer Südseite ein über Südnorwegen nach Lappland 
vordringendes Teilminimum. Im Bereich der Depression hatte die Küste an- 
haltend westliche Winde, die in dem eingangs angegegebenen Umfang steif bis 
stürmisch wehten, und fast über dem ganzen Gebiet täglich ausgedehnte Regen- 
fälle, am 2. an der Ostsee von ausgebreiteten Gewittern begleitet, 
Ein über Nacht zum 5. im Rücken der fortziehenden Depression sich von 
Südwesten über Kontinentaleuropa ausbreitendes Hochdruckgebiet gewann nur 
ganz vorübergehend Einfluß, da eine neue, am Morgen. des 5. bereits den Nord- 
westen der Britischen Inseln bedeckende Depression rasch heranschritt und. 
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