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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Neuere Veröffentlichungen. 
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Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführlichere Inhaltsangaben. ; 
Schubert, Johannes: Der Wärmeaustausch im festen Erdboden, in Gewässern 
und in der Atmosphäre. 8°. 305. Mit 9 Tafeln. Berlin 1904. Julius 
Springer. - ; 
Die vorliegende Arbeit liefert wichtige Beiträge zu unserer Kenntnis über den Umsatz und 
die periodischen Änderangen der Energiemengen, welche der Erde durch die Sonnenstrahlung zu- 
geführt werden. Nach einer Untersuchung des täglichen Wärmenmsatzes in verschiedenen Boden- 
arten (Moor, Sand, Granit) behandelt. Verfasser den jährlichen Wärmeaustausch im festen Erdboden 
und in den Gewässern. Infolge des tieferen Eindringens der Temperaturschwankungen im Wasser 
‘durch Strahlung, thermische Konvektion und: mechanische Durchmischung) sowie auch der größeren 
Wärmekapazität des Wassers. erreicht der jährliche periodische‘ Wärmeaustausch im Meer den 
24fachen Betrag des Wärmeaustausches im freien Lande. Während die jährliche Temperatur- 
schwankung im freien Lande in 15 m Tiefe nur noch !/0° beträgt, reicht sie in der Ostsee bis 55m 
(65 m in Tabelle 15 ist wohl ein Versehen). ‚Sehr instruktiv wirkt in dieser Beziehung die 
graphische Darstellung, welche die Linien gleichzeitiger Temperaturen im festen Lande und im Meere 
für die Monate März und August wiedergibt; in dieser .veranschaulichen die von den Tautochronen 
eingeschlossenen Flächen den Unterschied in der Zunahme des Wärmegehaltes von Wasser und Land 
(ohne Berücksichtigung der verschiedenen Wärmekapazität, welche verstärkend hinzutritt). Voraus- 
setzung bei diesen Berechnungen ist allerdings, daß keine vollständige Erneuerung des Tiefenwassers 
durch seitliche Strömungen eingetreten ist, was meistens wohl der Fall sein dürfte. Wenn hierdurch 
auch die berechnete Größe des Wärmeumsatzes im Meer (44000 g Kalorien pro qem) verändert 
werden dürfte, so zeigen doch die herängezogenen Beobachtungen aus Binnenseen, daß der Betrag 
nicht bedeutend sein kann. x 
Alsdann folgt eine Untersuchung über die Temperaturverteilung und den Wärmeumsatz in 
der Atmosphäre, zu dessen Berechnung die Resultate der wissenschaftlichen ' Luftfahrten benutzt 
werden. Für den jährlichen Wärmeaustausch einer Luftsäule von 1 qcm Querschnitt findet Verfasser 
den Wert von 2620 g ‘Kalorien, Hierbei ist der Wasserdampfgehalt der Atmosphäre nicht berück- 
sichtigt, welcher vom Winter-zum Sommer um 1,44 g pro gem zunimmt. Berücksichtigt man diesen, 
so erhält man die „ergänzte Temperatur“, d.h. die Temperatur, zu welcher sich die Luft erwärmt hätte, 
wenn auch die Dampfwärme zur Temperaturerhöhung bei: konstantem‘ Druck verwandt wäre. Legt 
man die „ergänzte Temperatur“ zugrunde, so findet man den jährlichen Energieumsatz der Atmosphäre. 
Dieser . ergibt sich zu 3600 g Kalorien pro qem Luftsäule; der Anteil der Dampfwärme am 
Energieumsatz ist an der Erdoberfläche doppelt so groß wie im Durchschnitt der ganzen Atmosphäre. 
Eine wichtige Bedeutung hat der Wasserdampf bei den jährlichen Anderungen des Wärmegehaltes 
in den verschiedenen Schichten der Atmosphäre. Sind in den unteren Schichten bis 600 m Höhe 
die Änderungen der Temperatur. maßgebend. und wirkt der Wasserdampf verzögernd, so überwiegt 
in der .2000 m-Schicht (der Schicht häufigster Wolkenbildung) der Einfluß -des Wasserdampfes; indem 
sich hier, wie der Verfasser nachweist, der Wasserdampf schneller ändert, als. es dem Temperatur- 
gange entsprechen würde.. Zum Schluß wird der Einfluß des Meeres auf die klimatischen Faktoren 
des angrenzenden Festlandes erläutert durch eine Zusammenstellung des jährlichen Verlaufes der 
Niederschlagsmengen an der Nordseeküste und des Temperaturüberschusses von Helgoland über 
Jakutsk mit den vom Meer im Laufe des Jahres aufgenommenen und abgegebenen Wärmemengen, 
Das Maximum der Niederschlagshöhe der Nordseeküste sowie dasjenige des Temperaturüberschusses 
von Helgoland fallen in die Zeit größter Wärmeabgabe durch das Meer, = 
Die oft recht knapp gehaltene Darstellung ist mit zahlreichen graphischen Darstellungen 
ausgestattet, welche den Einblick in das Zahlenmaterial wesentlich erleichtern... W.Brennecke. 
A. Philippson: Das Mittelmeergebiet, seine geographische und kulturelle 
Eigenart. Gr. 8°. 2668. Mit 9.Figuren, 13 Ansichten und 10 Karten, 
Leipzig 1904. B. G. Teubner. 
Eine ganz ausgezeichnete, nach Anlage, Durchführung und Beschränkung auf das Wesent- 
liche geradezu vorbildliche Übersicht über die dem Mitttelmeergebiet gemeinsamen geographischen 
und kulturellen Faktoren. Nicht ohne Grund möchten die „Ann, d. Hydr. etc.“, eine Zeitschrift für 
Seefahrts- und Meereskunde, gerade dieses Buch anzeigen. Wie ein roter Faden zieht sich durch 
fast alle Darstellungen der Hinweis auf den Einfluß der See hindurch, sei es der unmittelbare oder 
der mittelbare Einfluß; soweit die blauen Fluten des Mittelmeeres reichen, soweit reicht auch die 
geographische Einheit eines richtig verstandenen Mittelmeergebiets. Iın Mittelmeer hat auch die 
Wiege der heutigen Weltschiffahrt gestanden, und die Darlegungen über die Seewege im Mittelmeer 
zu den verschiedenen Zeitepochen, von den Phönikern an (Abschnitt IX), können unser besonderes 
{Interesse beanspruchen. Dazu kommen in Kap. III, IV‘ und V bei aller Knappheit höchst inhalt- 
volle Besprechungen des Mittelmeeres als einer ozeanographischen Einheit, Besprechungen seiner 
Küsten und seines Klimas, Gegenstände, die wiederum unseren Leserkreis angehen, Bei der ungemein 
charakteristischen Beschreibung der einzelnen Küstentypen ‚wollen wir uns den Satz -Philippsons 
merken, daß die für die Tiefenverhältnisse und damit für die Schiffahrt wichtige Verschleppung der 
Küstensedimente nicht sowohl durch eine etwaige Strömung als vielmehr durch die schräg auf den 
Strand auflaufenden Wellen bewirkt wird (S. 58 und 71). Die Beschreibung des Mittelmeerklimas 
nach Ursache und Folgewirkung ist ausführlich und läßt zugleich an mehreren Stellen die noch 
von der Forschung gelassenen Lücken erkennen; sie bestehen vorzugsweise darin, daß:das Klima 
fast nur nach Küstenbeobachtungen bisher beschrieben werden kann, die maritim-meteorologischen 
Verhältnisse auf dem Meere selbst aber in gründlicher Weise noch nicht, besonders nicht in den 
Einzelheiten des jährlichen Ganges, dargestellt sind. Einen kleinen Beitrag zur Auffüllung dieser 
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