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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

B9RQ 
Annalen der Aydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1904. 
während die Bestimmung derjenigen Richtung, in der die größte Fahrt erzielt 
wird, zu den ähnlichen Gleichungen 
200g a 15 —tg (8 —x) — 2 00tgß = 0 
migx = tg(ß— x) 
führt, und zwar bedeutet « den Winkel zwischen Kiel und wahrer Windrichtung. 
Sind mehrere Segelflächen vorhanden, die sich gegenseitig den Wind 
wegnehmen können, so wird der Winkel x der günstigsten Segelstellung je nach 
dem Wertmaß durch drei verschiedene Gesetze bestimmt, nämlich durch 
1) (m— 1) tgx = tg(#— x), wenn 8 <ßı 
2) 8x — 0, » Ai<B<Pß2 
3) migx = tg (R—%, » 8>B 
während die Grenzen fı und f2 aus den folgenden Gleichungen gewonnen werden: 
= Vm— DH, 
tg 2 = Y2m +1. 
Die beiden andern bei einem Segel erörterten Fragen liefern hier «keine neuen 
Resultate, 
5. Verwendung von Drachen zum Fischfang. In dem großen Werk über 
die niederländische „Siboga“-Expedition, das gegenwärtig bei Brill in Leyden 
erscheint, ist in dem von. Herrn Max Weber verfaßten ersten Bande (Introduction 
at description de Vexpedition) auf S. 60 und 61 der Fischfang , mit Drachen 
beschrieben, der auf verschiedenen Sunda-Inseln gebräuchlich ist. Der Fischer 
hält eine Rolle in der Hand, auf welche die Drachenschnur aufgewickelt ist. 
Der Drache ist ein großes getrocknetes Blatt; durch den Rand des Blattes sind 
zwei Stöckchen durchgesteckt (vgl. Fig. 1), die sich kreuzen und es steif halten. 
An der Unterseite des Blattes ist am Hauptnerv eine Öse angebracht, durch 
Fig welche die Leine geht, die weiterhin 
um die Enden der Stöckchen ge- 
schlungen ist. Am Ende der Leine 
befindet sich eine Angel, die vom 
Drachen getragen an der Oberfläche 
des Wassers einherfliegt, während der 
Drache durch den Fischer, der sich 
im Nachen befindet, in passender Höhe 
erhalten wird. Die Länge der Leine 
zwischen dem Drachen und der Angel 
deträgt etwa 20 m. Diese sinnreiche 
Art des Fischfangs hat Herr Weber 
außer auf Karakelang auch auf Ternate, 
Drache für den Fischfang von der Insel Karakelang. Banda und Gisser gesehen, aber mit 
Anordnung der Leine; darunter der Drache, von C1RIgeNn Abweichungen. Fig. 2 zeigt, 
unten gesehen. daß die Fischer auf Banda eine Stange 
benutzen, deren Ende einen Ring (a) trägt, durch den die am Drachen (b) 
befestigte Leine läuft. Der letztere besteht aus einem langen; schmalen Blatt, 
lie Art der Anbringung der Leine Fig. 2. 
daran ist bier etwas anders. Die 
Stelle der Angel nimmt zuweilen eine 
Schlinge von Kupferdraht ein, die 
man durch den Körper eines kleinen 
Fisches durchsteckt, der als Köder 
Jient. Dieser kleine Fisch schwebt, 
durch den Drachen gehalten, an der 
Oberfläche des Wassers. Diese Vor- 
richtung dient zum Fang großer 
Exemplare von Belone, die beim 
Schnappen nach dem Köder ihr langes = — 
rauhes Maul in die Schlinge stößt, die Fischfang mittels eines Drachens bei Banda, 
sich zuzieht. An Stelle der Schlinge werden zu demselben Zweck zuweilen auch 
Haufen eines klebrigen Spinngewebes verwendet, in welchem die Belone ihre 
Schnauze verfängt. 
Herr Weber fügt dieser Beschreibung die Worte hinzu: Wie beschränkt 
ist doch der Erfindungsgeist unserer Fischer im Vergleich zu jenem der KEin- 
geborenen vom Sunda-Archipel! W. Kr.
	        
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