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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Kleinere Mitteilungen, 
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Emskanals und der neuen Hafenanlagen bei gleichzeitiger Vertiefung des Fahr- 
wassers der Unterems zu einem gewissen Abschlusse gekommen sind, 
Unter voller Anerkennung der großartigen Anlagen, die unter dem 
Schutze der Hohenzollern entstanden seien, bemängelt der Verfasser die 
Schmalheit der langgestreckten Häfen; er meint, bei starkem Verkehr müsse 
die Arbeit der mit Leichtern und Fahrzeugen längsseit liegenden Schiffe 
beeinträchtigt werden, und tadelt, daß die Lagerplätze und Kaie des Außen- 
hafens nicht hochwasserfrei seien und daß die Pfahlroste unter den Kaimauern 
über Niedrigwasser reichen. Endlich meint er, daß bei hohen Tiden die Kanal- 
schleusen bei Oldersum und Börsum nicht gebraucht werden könnten, obwohl 
gerade dann der an der Ems entlanglaufende Kanalweg dem auf dem Flusse 
selber vorzuziehen sei. Der Verbesserung des Fahrwassers der Unterems zollt 
der Verfasser ebenfalls volle Anerkennung, nur glaubt er, daß anhaltende 
Baggerungen nötig sein werden, um das Fahrwasser auf der erreichten oder noch 
zu erreichenden Tiefe von 10 m bei Niedrigwasser zu halten. Seiner Ansicht 
nach dürfe allerdings wohl auf etwas spülende Wirkung des aus dem Dollart 
fließenden Ebbestromes gerechnet werden, aber nicht auf irgend welche günstige 
Wirkung des Flutstromes. 
Weiter beschäftigt sich dann der Verfasser mit dem Verkehr, der durch 
die neuen Anlagen herbeigezogen wird, wobei er zu den folgenden Schlüssen 
kommt: „Emden ist für einen bereits dicht bevölkerten und industriell stark 
entwickelten Teil Westfalens, für den schnell im gleichen Sinne fortschreitenden 
Landstreifen am Dortmund—Emskanal und für ganz Ostfriesland der natürliche 
Seehafen, 
Emden wird wahrscheinlich wie bereits von der Hamburg-Amerika-Linie 
so in Zukunft von andern Dampferlinien zum Bunkern angelaufen werden, 
Emden wird als deutscher Kriegshafen große Bedeutung erhalten, 
Emden wird aber niemals im weiteren Sinne des Wortes ein großer 
westeuropäischer Hafen werden, obgleich die Hafenanlagen und die Verbesserung 
des Fahrwassers diese Bezeichnung rechtfertigen. Hamburg und Bremen, 
Rotterdam und Amsterdam werden seine Ausbreitung verhindern. Der Verfasser 
glaubt sogar, daß durch das Zustandekommen einer Kanalverbindung zwischen 
Dortmund und dem Rhein, Rotterdam wieder einen großen Teil des jetzt über 
Emden geleiteten Handels an sich reißen würde.“ 
Er zeigt daun, daß Emden seit einigen Jahren einen großen Teil der 
Einfuhr nach dem nördlichen Holland, besonders nach Gröningen, an sich ge- 
rissen hat, z. B. seien im Jahre 1902 dort 50 000 Tons Getreide nach Gröningen 
umgeladen, und führt aus, daß es für Holland kein anderes Mittel gäbe, sich 
diesen Handel zu erhalten, als den Hafen in Delfzijl und den Wasserweg 
Gröningen—de Lemmer zu verbessern. Delfzijl liege 12 km näher an der See 
als Emden, an einer von Natur tiefen Fahrrinne und sei viel länger eisfrei als 
Emden. Auch würde bei direkter Einfuhr nach Delfzijl die zeitraubende deutsche 
Zollbehandlung vermieden. Man dürfe aber nicht warten wollen, bis sich heraus- 
gestellt hat, daß Delfzijl eine Zukunft habe, sondern müsse unverzüglich dort 
den Anforderungen der Neuzeit entsprechende Hafenanlagen schaffen, um den 
Schiffen Gelegenheit zu geben, nach Delfzijl kommen zu können. Reinicke. 
4. Zur Theorie des Segelns. (Programm der Gelehrtenschule des 
Johanneums. Hamburg 1904.) Die vorliegende Abhandlung des Herrn Ober- 
lehrer Rud. Banning unterscheidet sich von der gleichnamigen von Ed. Gerlach, 
Berlin 1888, durch die einfachere Behandlung eines Segels sowie durch die 
Hinzufügung der Untersuchung mehrerer Segelflächen. Unter der Annahme, 
daß der Segeldruck von der m* Potenz des cos des Winkels x zwischen 
scheinbarer Windrichtung und Segelnormale abhängt, erhält man zur Bestimmung 
dieses Winkels bei günstigster Segelstellung die Gleichung 
mtgx = tg (8— x), 
wenn f den Winkel zwischen scheinbarer Windrichtung und Kielrichtung bedeutet. 
Die Beantwortung der zweiten Frage, wie hoch man beim Kreuzen an- 
liegen soll, führt zu dem Gleichungssystem 
4cotg 2 «AT tg (ß— x) — 2 cotg 8 = 0 
mtigex — tg (3 — x) 
Ann. d. Hvdr. ete.. 1904, Heft VIT_
	        
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