Kleinere. Mitteilungen.
I
Kleinere Mitteilungen.
i.. Zusammenhang in der Witterung am O0st- und Westrande des Nord-
atlantischen Ozeans. In ‚der Washingtoner - „Monthly Weather Review“. für
November 1903 findet sich die folgende interessante Bemerkung: :-
In den.ersten Tagen des Monats ‘herrschte-in den Vereinigten Staaten
ruhiges Wetter unter dem Einflusse eines Gebietes hohen Luftdrucks, das seit
dem 27. Oktober die mittleren und östlichen Teile des: Landes einnahm. Am
Abend des 23. erließ. der Vorsteher der Prognosen-Abteilung des „Weaäather-
Bureau“ .die folgende Mitteilung:
„Die Erfahrung hat gezeigt, daß Perioden niedrigen Barometerstandes
über den Britischen Inseln verbunden sind mit einer stagnierenden Wetterlage über
dem westlichen Atlantischen Ozean und über dem östlichen Teil des amerikanischen
Kontinents, und daß 5 oder 6 Tage nach der‘ Wiederherstellung normalen
Druckes ‚auf dem östlichen Atlantik .die regelmäßige Wanderung der Gebiete
hohen und ‚niedrigen Luftdrucks über den Vereinigten Staaten wieder .auf-
genommen wird.‘ Ein Fall dieser Art hat sich in ‚der letzten Woche gezeigt.
Am 30. Oktober begann ein Gebiet niedrigen Luftdrucks, das. seit mehreren
Tagen auf den Britischen. Inseln lag, sich .ostwärts:zu verschieben, ‚und heute
zeigt das Gebiet hohen Druckes, das: seit dem 28,.v. M.’ die östlichen und
zentralen Teile der Vereinigten Staaten ‚eingenommen hat, Anzeichen der Auf-
lösung. Die Wirkung dieser Luftdruckänderungen wird sich wahrscheinlich in
einer fortschreitenden Umwandlung der ruhigen Wetterlage zeigen; doch sind
noch keine Anzeichen für .die. Entwicklung einer gut ausgeprägten Depression
über den Vereinigten Staaten vorhanden.“
Eine mäßige Depression erschien am 3. November an der Küste von Oregon,
und: zu gleicher Zeit begann ein barometrisches‘ Maximum’ eine Südostwärts-
Bewegung von Alberta her. An der :Ostseite der letzteren vertiefte sich. ein
flacher Trog niedrigen Luftdrucks, der dann ostwärts schreitend die Atlantische
Küste am 5. überschritt und im Seengebiet, den mittleren atlantischen Staaten
und Neu-England Schneefall hervorbrachte, in Washington den frühesten in
dieser Jahreszeit seit. 1891. WW, Kp.
2.. Der osmotische Druck im Meerwasser. Die Kenntnis des osmotischen
Druckes im Meerwasser ist für biologische Fragen von: hohem Interesse.
Während K. Brandt diesen Druck aus dem Gehalt des Meerwassers an den
drei Salzen Na Cl, Mg Cl und Mg SO« unter Berücksichtigung der elektrolytischen
Dissoziation derselben abgeleitet hat, weist Sigurd Stenius*)-darauf hin, daß
man. ihn einfacher und hinreichend genau aus der Gefrierpunktserniedrigung des
Meerwassers gegenüber reinem Wasser erhalten kann. Wie schon lange bekannt,
besteht eine Proportionalität zwischen Gefrierpunktserniedrigung und osmotischem
Druck. einer Lösung. Es bezeichne P, den osmotischen Druck bei der
Temperatur T,y (nach: der absoluten Skala gemessen!) des Gefrierpunktes des
reinen Lösungsmittels, og, dessen molekulare Schmelzwärme, d. h. hier die beim
Schmelzen von 18 g Eis frei werdende Wärmemenge und M dessen Molekular-
volum, d.h. das Volum von 18 kg Wasser; ist außerdem t die Gefrierpunkts-
erniedrigung, welche das. betreffende - Meerwasser gegenüber reinem Wasser
zeigt, so gilt die Beziehung: ,
Po = Da % .
MT.
Hierin ist alles in übereinstimmendem Maße einzuführen; damit wir Po in
Atmosphären erhalten, muß M in. Litern und gg, in Literatmosphären
[1 Literatmosphäre = Sr =. 24,17 g-Kalorien ] gegeben sein. Es ist dann
Po== — 12,08 -t Atmosphären. Diese Beziehung setzt die völlige Konstanz der
Werte 0, und M voraus; in Wirklichkeit ist dieses aber nicht der Fall; 0, ist
von der Temperatur, M von. der Verdünnung also von dem Salzgehalt abhängig;
außerdem hat noch die Verdünnungswärme der betreffenden Salzlösung einen
i) In: Öfversigt af Finska Vetenskaps-Societetens. Förhandlingar, Band 46, Nr. 6, 1903—1904.