Wettbewerb-Prüfung von Marine-Chronometern im Winter 1903—1904,
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Bericht über die siebenundzwanzigste auf der Deutschen Seewarte
abgehaltene Wettbewerb-Prüfung von Marine-Chronometern
(Winter 1903 — 1904).
‚Zu der 27. Chronometer- Wettbewerb-Prüfung. waren von elf deutschen
Uhrmachern im ganzen 57 Chronometer eingeliefert worden, und zwar
9 Chronometer,
von W.Bröcking-Hamburg .
F. Dencker-Hamburg. .
H. Diedrich-Geestemünde
W., G. Ehrlich-Bremerhaven
L. Jensen-Glashütte i./Sa.
A. Kittel-Altona 2. .0.00000000004 404
Th. Knoblich (Inhaber A. Meier)-Hamburg
A. Lange & Söhne-Glashütte i/Sa.. . .
F. Lidecke-Geestemünde. . . .
F. Schlesicky-Franfurt a./M. . ..
F. u. A. Schuchmann- Wilhelmshaven
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Bei sämtlichen Chronometern war die Bedingung, daß die Reinigung inner-
halb eines Jahres vor der Einlieferung ausgeführt sein müsse, nach Aussage der
Uhrmacher erfüllt; auch waren von letzteren genaue Angaben bezüglich des
Baues der Instrumente sowie in einzelnen Fällen erläuternde Zeichnungen bei-
gefügt worden,
Die Chronometer von L. Jensen und A. Kittel sind mit Wippenhemmung
(Hebelgang) versehen; die übrigen Instrumente besitzen die bekannte Hemmung
von Earnshaw (siehe „Lehrbuch der Navigation“, II, Seite 244, Fig. 141).
Was die Temperatur-Kompensation betrifft, so ist nur das Chronometer von
L. Jensen Nr.9 mit einer einfachen Kompensationsunruhe aus Stahl und
Messing versehen; dagegen sind in den Chronometern von F. Dencker, sowie
in den Instrumenten A. Lange & Söhne Nr. 12, 14 und 18 Nickelstahlunruhen
verwendet worden. Alle übrigen Chronometer haben eine Hilfskompensation.
Am häufigsten wurde die neuere von Kullberg angegebene Hilfskompensation
für Kälte (siehe „Lehrbuch der Navigation“, II, Seite 265, Fig. 154) benutzt,
nämlich bei sämtlichen Chronometern von H. Diedrich, W. G, Ehrlich, Theod.
Knoblich, F. Lidecke, F. Schlesicky und F. u. A. Schuchmann, sowie bei den
Instrumenten L. Jensen Nr. 5 und 7; das Chronometer A. Lange & Söhne Nr. 10
ist mit der älteren Hilfskompensation für Kälte von Kullberg (siehe „Lehrbuch
der Navigation“, II, Seite 264, Fig. 153)- versehen. Die Chronometer von
W. Bröcking besitzen eine von diesem Fabrikanten konstruierte Hilfskom-
pensation (D. R. G. M. Nr. 189298)... Ebenfalls sind bei den Chronometern von
A. Kittel Hilfskompensationen eigener Erfindung benutzt worden; der Fabrikant
bezeichnet die betreffenden Konstruktionen als „Rückwirkende Hilfskompensation“
(Nr, 254) und „Zusatzkompensation“ (Nr. 255, 257, 261, 262, 264 und 448). Bei
der letztgenannten Hilfskompensation sind auf den Gewichten der Unruhe kleine
bimetallische Reifen von der Form einfacher Unruhen angebracht; durch Drehen
dieser Reifen kann bei der Feinstellung der Betrag der sekundären Kom-
ensation verändert werden. — Die Chronometer von H. Diedrich, Th. Knob-
lich, F, Schlesicky, sowie die Instrumente W. Bröcking Nr. 1411, 1412,
1416, 1901, 1906, 1907, 1909 und L, Jensen Nr. 9 sind mit einer Palladium.
spirale versehen; die sämtlichen übrigen Spiralen sind aus Stahl angefertigt.
Als Chronometer deutschen Ursprunges (mit Ausnahme von Zugfeder und
Kette) waren die folgenden 27 Instrumente bezeichnet worden:
Anz. d. Hydr. ete.. 1904. Heft YII.