320 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1904.
Druck der Stange auf einen Bremsring an der Flügelachse übertragen. ‘Nach
Ablesung der Zeigerstellung auf der Skala kann die Arretierung durch Druck
auf das Knöpfchen c aufgehoben werden, worauf der Zeiger infolge der
Federkraft wieder in die Nullstellung
zurückschnellt und das Anemometer zu
einer neuen Messung fertig ist. Ein! bei
Null (unten) sitzender Anschlagstift ver-
hindert eine mehr als einmalige Drehung
des Flügelrades. Fig.9 gibt die Geschwindig-
keiten pro Minute an, welche der graduierten
Skala entsprechen.
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Ein weiteres statisches Anemometer
von Gradenwitz ist im Maiheft 19C0 der
Annalen von Dr. Maurer beschrieben und
theoretisch untersucht.
Auf ein interessantes, von Reck-
nagel und Krell angegebenes hydro-
statisches Meßinstrument kommen wir auf
Grund geplanter größerer Versuche etwa
in Jahresfrist eingehend zurück. Es sei
jetzt kurz angedeutet, daß die Konstruktion
aus der Tatsache abgeleitet wurde, daß
eine in den Wind gehaltene Scheibe auf
der Luvseite einen größeren Druck als auf
der Leeseite empfängt.
Auch eine neue Ausführungsform der Börnsteinschen Kugel soll an
dieser Stelle im Anschluß an Versuchsergebnisse später besprochen werden.
Die beiden letzterwähnten“ Konstruktionen statischer Anemometer sind
vielleicht geeignet, Flügel- oder Schalenkreuzanemometer zwecks Bestimmung
der Luftgeschwindigkeit bei Stürmen und Orkanen wirkungsvoll zu ersetzen,
weil sie keinerlei bewegliche, bezw. /nur kleine Bewegungen (Kugel) aus-
führende Teile besitzen.
Bochum, im März 1904.
E. Stach, Ingenieur,