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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Stach, E.: Anemometer-Prüfungsstation in Bochum. . 
Nachdem der Prüfungsarm mit dem darauf befindlichen Anemometer sich 
mit der vollen gewünschten Geschwindigkeit dreht und. der Mitwind sich im 
Beharrungszustand befindet, was nach etwa ein bis zwei Minuten der Fall ist, 
wird der Hebel fı vor Beginn einer 
vollen Minute in die gezeichnete 
Lage. gebracht; es sind dann die 
Schwachstromspulen Es kurz ge- 
schlossen und der von einer Ele- 
mentenbatterie kommende Strom 
durchfließt sie, sobald der Kontakt 
vom: Sekundenzeiger‘ bei Beginn 
der vollen Minute zur Wirkung 
kommt. In diesem Augenblick wird 
die Brücke über Es angezogen und 
ein Starkstromkreis geschlossen, wo- 
durch zunächst die Brücke von Es 
angezogen und durch e das SperradS 
gedreht wird; der Hebel h fällt 
etwas und die Klaue n gibt den 
Hebel fı frei, welcher sich durch 
Federkraft bis in die Mittellage 
bewegt, indem er von der zweiten 
Klaue m an der Weiterbewegung ge- 
hindert wird. Mit dieser Bewegung 
von h ist dann ein zweiter Strom- 
kreis geschlossen, doch sind die von 
dort ausgehenden Leitungen zu- 
nächst stromlos. Nach der Er- 
regung von Es findet diejenige von 
Eı statt; dadurch wird Hebel g nach 
rechts geschoben, und die Zählwerkskupplung K kommt zum Eingriff. Außerdem 
geht eine dritte Leitung durch Vermittlung des in Fig. 1 gezeichneten Schleif- 
kontaktes K zu einem Elektromagnet H, welcher oben auf der Nabe des 
Prüfungsarmes angebracht ist und bei Erregung je eine auf jedem Arm entlang 
geführte, in den Lagern Yı, Ya, Yz befindliche dünne Welle drehen und durch 
eine, der betreffenden Anemometer-Konstruktion angepaßte Hebelübertragung das 
Zählwerk des Anemometers einschalten kann. 
Nach Verlauf einer Minute schließt die Uhr wieder den Stromkreis, der 
Starkstrom geht durch Vermittlung der Schwachstromspule Es nach E2, S wird 
um einen Zahn gedreht, der Hebel fi fällt nach links, durch den Schalter B 
wird jetzt der Starkstrom nach der Spule E und dem zweiten Elektromagnet L 
(Fig. 1) geleitet; dadurch wird Kupplung K (Fig. 2) gelöst und das Zählwerk 
am Anemometer durch Zurückdrehen der Welle auf dem Prüfungsarm arretiert. 
Soll‘ länger als eine Minute bei der gleichen ‘Geschwindigkeit geprüft 
werden, so legt man den oberen Hebel f (Fig. 2) nach rechts und unterbricht 
damit den Stromkreis der Uhr. Dreht man in der letzten Minute der gewünschten 
Prüfungszeit den Hebel wieder zurück, so erfolgt selbsttätig in der be- 
schriebenen Weise die Lösung der Zählwerkskupplung und die Arretierung des 
Anemometers, 
In Fig. 1 ist ferner V das Getriebe für das Zählwerk Z, der gezeichnete 
Eingriff gilt für Drehung des Göpels im Linkssinne, der freie für die Drehung 
im Rechtssinne, damit die Zeiger des Zählwerks immer in gleicher Richtung 
uamlaufen. Das rechte Zifferblatt hat 100 "Teilstriche, so daß man bis !/ı00 Um- 
drehungen, das sind bei 20 m größtem Umfang 200 mm Weg des Göpels, genau 
ableser kann. Die weiteren Zifferblätter geben die Einer, Zehner ete. an und 
arbeiten mit sogenannter Sprungzählung, so daß Zweifel bei der Ablesung aus- 
geschlossen sind. W ist ein Stromwender für die Magnete H und L, um beliebig 
und der Konstruktion des zu prüfenden Anemometers angepaßt, die obere Welle 
rechts— links oder links-—rechts zwecks Ein- und Ausschaltung des Anemometer- 
Zählwerkse drehen zu lassen. 
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