Stach, E.: Anemometer-Prüfungsstation in Bochum. .
Nachdem der Prüfungsarm mit dem darauf befindlichen Anemometer sich
mit der vollen gewünschten Geschwindigkeit dreht und. der Mitwind sich im
Beharrungszustand befindet, was nach etwa ein bis zwei Minuten der Fall ist,
wird der Hebel fı vor Beginn einer
vollen Minute in die gezeichnete
Lage. gebracht; es sind dann die
Schwachstromspulen Es kurz ge-
schlossen und der von einer Ele-
mentenbatterie kommende Strom
durchfließt sie, sobald der Kontakt
vom: Sekundenzeiger‘ bei Beginn
der vollen Minute zur Wirkung
kommt. In diesem Augenblick wird
die Brücke über Es angezogen und
ein Starkstromkreis geschlossen, wo-
durch zunächst die Brücke von Es
angezogen und durch e das SperradS
gedreht wird; der Hebel h fällt
etwas und die Klaue n gibt den
Hebel fı frei, welcher sich durch
Federkraft bis in die Mittellage
bewegt, indem er von der zweiten
Klaue m an der Weiterbewegung ge-
hindert wird. Mit dieser Bewegung
von h ist dann ein zweiter Strom-
kreis geschlossen, doch sind die von
dort ausgehenden Leitungen zu-
nächst stromlos. Nach der Er-
regung von Es findet diejenige von
Eı statt; dadurch wird Hebel g nach
rechts geschoben, und die Zählwerkskupplung K kommt zum Eingriff. Außerdem
geht eine dritte Leitung durch Vermittlung des in Fig. 1 gezeichneten Schleif-
kontaktes K zu einem Elektromagnet H, welcher oben auf der Nabe des
Prüfungsarmes angebracht ist und bei Erregung je eine auf jedem Arm entlang
geführte, in den Lagern Yı, Ya, Yz befindliche dünne Welle drehen und durch
eine, der betreffenden Anemometer-Konstruktion angepaßte Hebelübertragung das
Zählwerk des Anemometers einschalten kann.
Nach Verlauf einer Minute schließt die Uhr wieder den Stromkreis, der
Starkstrom geht durch Vermittlung der Schwachstromspule Es nach E2, S wird
um einen Zahn gedreht, der Hebel fi fällt nach links, durch den Schalter B
wird jetzt der Starkstrom nach der Spule E und dem zweiten Elektromagnet L
(Fig. 1) geleitet; dadurch wird Kupplung K (Fig. 2) gelöst und das Zählwerk
am Anemometer durch Zurückdrehen der Welle auf dem Prüfungsarm arretiert.
Soll‘ länger als eine Minute bei der gleichen ‘Geschwindigkeit geprüft
werden, so legt man den oberen Hebel f (Fig. 2) nach rechts und unterbricht
damit den Stromkreis der Uhr. Dreht man in der letzten Minute der gewünschten
Prüfungszeit den Hebel wieder zurück, so erfolgt selbsttätig in der be-
schriebenen Weise die Lösung der Zählwerkskupplung und die Arretierung des
Anemometers,
In Fig. 1 ist ferner V das Getriebe für das Zählwerk Z, der gezeichnete
Eingriff gilt für Drehung des Göpels im Linkssinne, der freie für die Drehung
im Rechtssinne, damit die Zeiger des Zählwerks immer in gleicher Richtung
uamlaufen. Das rechte Zifferblatt hat 100 "Teilstriche, so daß man bis !/ı00 Um-
drehungen, das sind bei 20 m größtem Umfang 200 mm Weg des Göpels, genau
ableser kann. Die weiteren Zifferblätter geben die Einer, Zehner ete. an und
arbeiten mit sogenannter Sprungzählung, so daß Zweifel bei der Ablesung aus-
geschlossen sind. W ist ein Stromwender für die Magnete H und L, um beliebig
und der Konstruktion des zu prüfenden Anemometers angepaßt, die obere Welle
rechts— links oder links-—rechts zwecks Ein- und Ausschaltung des Anemometer-
Zählwerkse drehen zu lassen.
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