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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1904,
Die Anemometer-Prüfungsstation
der westfälischen Berggewerkschaftskasse in der Bergschule
in Bochum,
‚Nach: „Glückauf“, Berg- und Hüttenmännische Wochenschrift, 1902 Nr. 47 und 1903 Nr. 48
und „Der Bergbau“, Bergmännische Wochenschrift, 1904 Nr. 17.]
In dem Aufsatz: „Über Mitwindbestimmung bei Anemometer-Prüfungen“
im Februarheft der „Ann, d. Hydr. etc.“ 1903 wurde schon kurz der Methode
der Anemometer-Prüfung und der besonderen Einrichtungen in der Bergschule
in Bochum gedacht; auch ist dort eine kurze Angabe über die Lage des Versuchs-
raumes, dessen Abmessungen etc. gemacht.
Es erübrigt noch, eine nähere Beschreibung des in mancher Hinsicht
interessanten Prüfungsapparates und einiger neuer Anemometer zu geben.
Fig. 1.
Br
Der Prüfungsapparat ist in Fig. 1 dar-
gestellt. Der Prüfungsarm U ist symmetrisch zu
der stehenden Welle G angeordnet. Der Antrieb
erfolgt durch einen einpferdigen Elektromotor M,
als Vorgelege dienen das Wechselgetriebe T—S
und das Kegeirad-Wendegetriebe R, um hesonders
Robinson - Schalenkreuze im Sinne NOSW und
NWSO prüfen zu können. Durch einen 7 stufßgen,
einen 17stufigen Widerstand und drei Wechsel-
getriebe verschiedener Übersetzung können
7-.17-.3 = 357 abgestufte Geschwindigkeiten er-
reicht werden, der Übergang von einer zur
anderen Geschwindigkeit vollzieht sich bequem
und schnell.
Die stehende Welle ist auf einer Stahl-
spur gelagert und in zwei Lagern D und E ge-
führt, die Lager befinden sich in der dreiteiligen
gußeisernen Säule P,0,Q. Das Ganze ist mit
einem schweren Fundament verschraubt, Schwin-
gungen treten auch bei der höchsten erreichbaren
Geschwindigkeit von etwa 22 m/sek am Umfang
___ nicht auf.
Der Prüfungsarm U ist aus Flacheisen im Dreiecksverband möglichst
leicht hergestellt und wird mittels Nabe.B von der Welle G getragen; die
obere Gurtung ist horizontal angeordnet, um mehrere Anemometer gleichzeitig
prüfen zu können.
Die weiteren Einrichtungen an dem Apparat beziehen sich auf die Ein-
und Ausschaltung der Zählwerke der zu prüfenden Anemometer, die Zählung
der Umläufe des Prüfungsarmes während des Versuches bei eingeschaltetem
Anemometer und die Bemessung der Versuchszeit. Die getroffenen Einrichtungen
bezwecken den Ausschluß persönlicher Beobachtungsfehler auf folgende Weise:
Der Sekundenzeiger einer an der Wand gegenüber dem Beobachterstand
angebrachten Sekundenpendeluhr gibt mittels einer Einzahnscheibe Kontakt,
wenn der Zeiger den Beginn oder das Ende einer vollen Minute passiert,
An der Apparatsäule ist auf einer Konsole ein Schaltungskasten an-
gebracht, dessen innere Einrichtung Fig. 2 zeigt.