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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

312 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1904. 
hinter der andern. Manchmal kommen sie fast bis zur Mitte des Schiffes.“ 
Das ist doch mindestens eine ganz andere Darstellung, als die von Dr. Ekman 
beobachtete große Heckwelle auf der Oberfläche der schwereren Wasserschicht, 
die mit der in der Schiffahrt allgemein bekannten Heckwelle die größte 
Ahnlichkeit hat, stets beim Heck bleibt und nie fast bis zur Mitte des Schiffes 
kommt. Durch diese kleinen Wellen wird auch nicht die ganze leichtere 
Wasserschicht mitgeschleppt, sondern das Wasser in ihnen erneuert sich durch 
Zufluß an ihrer Vorderseite und Abfluß an ihrer Rückseite beständig. 
Das Resultat der Untersuchungen des Herrn Dr. Ekman wird, sobald es 
vollständig vorliegt, sicher einen wertvollen Beitrag zur Lösung bislang noch 
nicht völlig aufgeklärter Verhältnisse der Wasserbewegungen mit ihren Folgen 
bieten und in nautischen und schiffbautechnischen Kreisen mit Freuden begrüßt 
werden, H. Meyer. 
Da die Redaktion der „Ann. d. Hydr. etc.“ die Güte gehabt hat, mir die 
Bemerkungen von Herrn Kapt. H. Meyer zu meiner oben wiedergegebenen 
Mitteilung zuzustellen, so gestatte ich mir zu wiederholen, daß ich es nicht 
zweckmäßig finde, auf das Thema jetzt näher einzugehen, da die Abhandlung 
von Dr. Ekman bald erscheinen wird. Diese Arbeit, die mit zahlreichen 
Abbildungen und Photographien nach den Experimenten versehen ist, behandelt 
die Ursachen des Totwassers so ausführlich, daß wahrscheinlich weder Kapt. 
Meyer, noch ich vorläufig etwas von Wert hinzuzufügen haben werden. 
Dr. Ekmans Experimente werden hoffentlich Kapt. Meyer besser, als ich es tun 
könnte, überzeugen, daß die „Verschiedenheit des Stromes in den wagerecht 
gelagerten Wasserschichten“ von keiner direkten Bedeutung für die Bildung 
des Totwassers ist; er wird gewiß auch erkennen, daß mindestens zwei von 
ihm erwähnte interessante Fälle (vom Kongo und Fraser River) gerade die 
typischen Merkmale des Totwassers zeigten. 
Noch eins sei mir gestattet zu bemerken: Falls Kapt. Meyer meine 
kurze Mitteilung etwas genauer gelesen hätte, hätte er kaum dem wohlbekannten 
Phänomen der Heckwelle so viele Zeilen gewidmet, denn in meiner Mitteilung 
habe ich nur von einer Welle „auf der Oberfläche des schwereren Wassers“ 
gesprochen und habe die gewöhnliche Heckwelle nicht erwähnt. Die von mir 
erwähnte Welle ist auf der Oberfläche der See nicht sichtbar, 
Lysaker, 8. Juni 1904. Fridtjof Nansen. 
Französische Ansichten über die Bearbeitung von Segel- 
handbüchern. 
Yon Julius Herrmann, Assistent bei der Seewarte., 
Wenn man die Segelhandbücher der verschiedenen seefahrenden Nationen 
auf ihre Brauchbarkeit für die heutigen Schiffahrtsverhältnisse prüft, findet man 
manches Überflüssige, das noch aus den ersten in der Zeit der ausschließlichen 
Herrschaft der Segelschiffe entstandenen und für diese allein bestimmten Aus- 
gaben herstammt. Übermäßig ausgedehnte Küstenbeschreibung, die bei dem 
Vorhandensein der heutigen guten Karten zugunsten der Übersichtlichkeit 
stark eingeschränkt werden kann, macht den größten Teil der Bücher aus, 
während die Hafenbeschreibungen und andere für Dampfer wichtige Angaben 
vielfach recht mangelhaft vertreten sind. Diese Mängel sind schon in den 
neueren deutschen Handbüchern, soweit es das vorhandene Quellenmaterial zu- 
ließ, beseitigt worden. Auch andere Nationen haben die Notwendigkeit er- 
kannt, den Bedürfnissen der Dampferfahrt mehr als bisher Rechnung zu tragen.
	        
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