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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1904,
Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage)
Mittl. Wind-
stärke (Beaufort)
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Der Monat April kennzeichnete sich in seinen durchschnittlichen Witte-
rungsverhältnissen an der Küste bei nahezu normalem Luftdruck durch meist
etwas zu hohe Werte von Temperatur, Bewölkung und Niederschlagsmengen
und etwa den Mittelwerten entsprechende mittlere stündliche Windgeschwindig-
keiten; erhebliche Abweichungen von den normalen Werten wiesen nur die
Niederschlagsmengen hier und da auf. Die Küste lag meist im Bereiche von
Depressionen auf deren Südseite, wie wir dies weiter der Tabelle der zur Zeit
der Terminbeobachtungen notierten Windrichtungen entnehmen, derzufolge im
Westen die südwestlichen und im Osten neben diesen teilweise die südöstlichen
Winde an Häufigkeit hervorgetreten, die Winde aus nördlichen Richtungen
aber am seltensten beobachtet worden sind.
Steife und stürmische Winde traten über ausgedehnten Gebieten zunächst
auf am 5. bis 7. aus westlichen Richtungen im Gefolge von drei nacheinander
ostwärts längs der Küste fortschreitenden Ausläufern, die wir als Ausbuchtungen
der Isobaren am Morgen dieser Tage südwärts nach dem Süden der Nordsee
reichen sehen, und zwar am 5. an der Nordsee vielfach steif, am 6. an der
ganzen Küste, meist bis Stärke 9 und 10 im Westen und 8 bis 9 im Osten,
and in gleicher Ausdehnung am 7., von geringerer Stärke im Westen und
größerer im Osten. Ein am 10. und Il. ostwärts über Südschweden fortschrei-
tendes Teilminimum rief an diesen Tagen wieder über dem ganzen Gebiet
rechtdrehende westliche Winde hervor, die vielfach und besonders am 10. an
der Nordsee die Stärke 9 erreichten. Steife bis stürmische südöstliche Winde
wurden am 15. über Rügen und Pommern und am 16. an der preußischen Küste
bei dem Vordringen eines südostwärts reichenden Ausläufers niedrigen Drucks
gegen ein über Osteuropa lagerndes Hochdruckgebiet hervorgerufen, und endlich
iraten am 25. ostwärts bis Mecklenburg vielfach steife und vereinzelt stürmische
nordwestliche Winde im Bereiche eines über Südnorwegen in östlicher Richtung
schreitenden Teilminimums auf,
Die Morgentemperaturen lagen an der Nordsee mit Ausnahme des 1.,
26. und 27. nur ganz vereinzelt, an der Ostsee etwas häufiger, besonders am
1., 10., 15., 21., 22. und 26. bis 29. unter den normalen Werten, doch meist
nur um geringe Beträge; eine um 2° zu niedrige Morgentemperatur wurde an
der Nordsee nur in einem Falle beobachtet, und es traten um 3° bis 4° zu
kühle Morgen auch an der Ostsee nur vereinzelt am 15. und 22. auf. Dagegen
erhoben sich die Morgentemperaturen an den wärmsten Tagen stellenweise um
mehr als 7° über die vieljährigen Werte.
Die höchsten Tagestemperaturen zeigten meist während der ersten
Dekade wenig Änderung und in:der zweiten Dekade ein nach Osten hin sich
verspätendes starkes Ansteigen, auf den Nordseeinseln bis 14. oder 15., im
übrigen ostwärts bis Pommern bis 16. und weiter ostwärts bis 17. nach einem
kurzen Sinken zeigten die höchsten Temperaturen dann ostwärts bis Mecklen-
burg meist nur noch kleinere Schwankungen um eine wenig veränderte Mittel-
lage, während weiter ostwäris nach einem Sinken bis zum 21. wieder eine
stärkere vorübergehende Erwärmung mit höchsten Temperaturen am 23. oder