Kleinere Mitteilungen,
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Die Flut, die in der Simonoseki-Straße Hochwasser verursacht, kommt
vom Stillen Ozean; Der Flutstrom teilt sich nach dem Verlassen des Bungo-
Kanals in zwei Arme, von denen der eine östlich, der andere westlich setzt.
Letztere Strömung setzt in WNW- bis NWzW-Richtung läugs der Matoyama-
Bank und über dieselbe hinweg als Flutstrom und verursacht weiter in der
Simonoseki-Straße Hochwasser. ; |
Mit tiefgehenden Schiffen bemerkt man, hauptsächlich “bei” Springtide
und Flutstrom, daß zwischen der Matoyama-Westbank und dem Ostende der
Untiefe. Naka no su eine -Unterströmung herrscht, die in nordnordwestlicher
Richtung setzen muß. Man findet deshalb, daß die Schiffe manchmal ’sehr
langsam von dem östlichen nach dem südsüdöstlichen Kurs kommen, wenn sie
gegen den Flutstrom fahren. .
Dasselbe ist auch wahrzunehmen zwischen der Manaita-Bake und der
sogenannten Frerburg-Bake, doch mit dem Unterschiede, daß man hier die Unter-
strömung südlich setzend bei Ebbstrom bemerkt, wenn letzterer östlich setzt.
Auf beiden Stellen findet man diese Unterströmung oder Wirbel nur auf
einer kurzen Strecke. Wie.sehr verschieden die Unterströmungen ‚sind, bemerkt
man so recht an den bei Moje zu Anker liegenden Schiffen. ;
Bei Moji Saki tritt das Hochwasser bei Springtide um 8* 45min mittlerer
Japan-Zeit ein. Der unverändert nach W setzende Flutstrom beginnt 2/2 Stunden
vor Hochwasser und endigt nach fünfstündiger Dauer 2'/ Stunden nach Hoch-
wasser. / Der nach Osten setzende Ebbstrom läuft dagegen volle 7 Stunden, und
zwar zur Zeit des Niedrigwassers mit der größten Geschwindigkeit, Das Stau-
wasser ist in der Straße nur von sehr kurzer Dauer; bei Springtide dauert es
etwa '!/4 Stunde,
Die Strömung in der Simonoseki-Straße und in der ganzen „Inland-See“ wird
sehr beeinflußt durch die Witterung im Stillen Ozean und im Chinesischen Meere.
. 3. Die geographische Länge von Honolulu. Mit Hilfe des neuen Kabels
über den Stillen Ozean ist von den Herren Smith und Morse von U. S, Coast
and Geodetie Survey diese Länge neu bestimmt worden. Wenn man die
früheren Bestimmungen zum Zwecke einer genauen Vergleichung auf den letzten
Beobachtungspunkt, das Passageinstrument der Station zur Beobachtung des
Venus-Durchgangs reduziert, erhält man folgende Abweichungen der früheren
Bestimmungen. Die Lage, welche den Sandwich - Inseln durch die alten
spanischen Seefahrer zugeschrieben wurde, beruht natürlich auf keinen genauen
Messungen. Daher ist es nicht überraschend, daß die spanische Karte, die mit
der Erzählung von Azsons Reise veröffentlicht wurde, die Inselgruppe, ver-
mutlich Hawai, 17° zu weit östlich legt. Freycinet kam im Jahre 1819 der
Wirklichkeit bis auf 15” nahe, während Kapt. Tupman, von der britischen
Venus-Expedition im Jahre 1874, eine Bestimmung: machte, die mit dem neuesten
Resultat. auf. ein Zehntel einer Zeitsekunde übereinstimmt. Es ist berechnet
worden, daß das jetzige Resultat, das den Ort des Passageinstruments der
Venus-Durchgangs-Expedition auf 10% 31mia 27,245 (157° 51‘ 48,6“) W-Lg. von
Greenwich bestimmt, wahrscheinlich innerhalb 0,06%, und fast sicher innerhalb
0,2 sek richtig ist. („Geogr. Journal“ 1904, S. 260.)
Neuere Veröffentlichungen.
. A. Besprechungen und ausführlichere Inhaltsangaben. .
Reichs-Marine-Amt: Segelhandbuch für die Nord- und Westküste Spaniens und
Portugals. 582 S. mit drei Tafeln. Preis 5,00 Mk. Berlin 1904. In Vertrieb
bei E. S. Mittler & Sohn.
Das neu erschienene Segelhandbuch der Nord- und Westküste Spaniens und Portugals, das
die Küstenstrecke von der französischen Grenze bis nach Gibraltar umfaßt, bildet einen erfrenlichen
weiteren Schritt auf dem Wege der deutschen Küstenbeschreibung. . Die Art seiner Bearbeitung sowie
das benutzte Quellenmaterial (die neuesten spanischen, portugiesischen, französischen und britischen
Segelhandbücher), das durch -zahlreiche Fragebogen und Berichte deutscher Konsuln und Kapitäne
über alle wichtigen Häfen in der umfangreichsten Weise ergänzt werden konnte, bürgen ‚für voll.
wertigen Ersatz der bisher von deutschen Seeleuten benutzten fremden Handhücher.