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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1904.
Sie beziehen sich auf die Windrichtung, das Wetter und die Temperatur;
die Windvorhersage wird nur gegeben, wenn ein Wind von mäßiger oder
höherer Stärke erwartet wird, die Temperaturvorhersage nur, wenn eine. große
Anderung für wahrscheinlich erachtet wird. Die besonderen Vorhersagen von
Stürmen, Steigen der Flüsse und späten Frösten im Frühjahr werden heraus-
gegeben um den Bedürfnissen der Bevölkerung zu genügen.
Die örtlichen Vorhersagen der Provinzialstationen werden unmittelbar
durch Polizeistationen und andere Amtsstellen, telephonisch oder telegraphisch
und durch Zeitungen über die Verwaltungsbezirke der betreffenden Präfekturen
verteilt. Sie werden ebenso denjenigen zugestellt, die besonders daran inter-
essiert sind und vorher Vereinbarungen für die Zusendung getroffen haben.
Die meteorologischen Provinzialstationen und die Wettersignalstationen zeigen
das vorhergesagte Wetter durch Flaggen an.
Die jetzt für die Anzeigen zur Anwendung kommenden Flaggen sind
folgende (siehe Tafel 20): Dreieckige Stander für die Windrichtungen, weiß
für nördliche, grün für östliche, rot für südliche, blau für westliche; — recht-
eckige Flaggen für den Zustand des Himmels, weiß für heiter, rot für wolkig,
blau für Regen, grün 1ör Schnee. Wenn eine entschiedene Wärmeänderung
für wahrscheinlich gehalten wird, so wird dies durch einen Wimpel angezeigt,
cot für wärmeres, weiß für kälteres Wetter. Außerdem gibt es noch drei
Flaggen mit Split, die nur geheißt werden, wenn eine besondere Vorhersage
in bezug auf starken Wind, Frost oder Steigen des Flusses herausgegeben wird;
horizontal geteilt rot und weiß für Sturm, senkrecht geteilt grün und weiß für
Frost, horizontal geteilt blau und weiß für Steigen des Flusses.
2, Sturmwarnung.
Wenn ein Sturm oder drohendes Wetter erwartet wird, sendet das
Zentralobservatorium Warnungstelegramme an die Provinzialstationen, Sema-
phore, Sturmsignalstationen usw. und auch an Abonnenten. Alle diese Stationen
heißen eigene Signale an den Signalmasten und überliefern gleichzeitig die
Sturmwarnungen an die Bezirke. Die an den Küstenstationen geheißten Sturm-
warnungen sind folgende (siehe Tafel 20):
a) Tagsignale.
Roter Ball warnt die Küste, zeigt an das Nahen von Wind und
Regen, nicht so heftig, aber ziemlich gefährlich für von der Küste entfernte
Fischerboote.
Roter Zylinder zeigt die Erwartung stürmischen Wetters an der Küste
und im Binnenlande an.
Roter Kegel, Spitze nach oben zeigt das Fortschreiten eines Wirbel-
sturmes über die gewarnten Bezirke an; der Wind dreht von Ost nach Süd.
Roter Kegel, Spitze nach unten zeigt das Nahen von Stürmen an,
in denen der Wind von Ost nach Nord dreht.
Weißer Doppelkegel bedeutet eine Warnung für andere Bezirke, als
den Ort, an dem das Signal geheißt ist.
b) Nachtsignale.
Rote Laterne an Stelle des roten Balls.
Grüne Laterne für roten Zylinder.
Rote Laterne über grüner für roten Kegel mit Spitze nach oben.
Grüne Laterne über roter für roten Kegel mit Spitze nach unten.
Weiße Laterne für weißen Doppelkegel.
Die Sturmsignale werden an einem Mast geheißt, der nicht kürzer als
10 m und abwechselnd rot und weiß gemalt ist. Der Text des Warnungs-
telegramms wird neben den Signalen angeschlagen. Die Sturmsignale werden
nur auf telegraphische Anweisung des Zentralobservatoriums abgenommen,
Die Zahl der Sturmsigpalstellen in Japan war am Ende des Jahres
1902: 360. HE.
2. Gezeitenströme und Unterströmungen in der Simonoseki-Straße. Nach
Angabe des Lotsen Thomsen.
Der deutsche Lotse Thomsen stellt auf Grund 17jähriger Erfahrungen
die Gezeiten- und Stromverhältnisse vor und in der Simonoseki-Straße in folgender
Weise dar: