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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Rottok: Über den Einfluß des Luftdrucks auf den Chronometergang. “9291 
schreiten, eine Druckänderung, die eine Verzögerung des Ganges von 0,3"% pro 
Tag ‚ergeben würde. Jedenfalls haben diese Verzögerungen keine so große 
Bedeutung, daß sie zur Ergreifung besonderer Maßregeln nötigen. Dahingegen 
aber lohnt es sich für Chronometer, welche auf.Forschungsreisen. in .Hoch- 
regionen bezw. von Luftschiffern benutzt werden sollen, Korrektionstabellen 
mitzugeben. Für diese Art Chronometer würde es gerechtfertigt sein, wenn sie 
noch einer besonderen Prüfung auf Druck unterzogen werden. 
Um zu zeigen, wie groß der Einfluß des Luftdrucks auf den Gang bei 
großen Höhenänderungen sein kann, soll hier zum Schluß noch das Beispiel 
mitgeteilt werden, welches Dr. Guillaume in „La Nature“ anführt. Derselbe 
wählte als Beispiel ein Chronometer. aus, welches meistens von Forschern und 
Luftschiffern benutzt wird, das ist ein Instrument von 49,62 mm Durchmesser. 
„Wir haben gesehen“, äußert Herr Guillaume, „daß ein solches Instru- 
ment, wenn es vollkommen isochron ist, in 24 Stunden 1,62 5°“ für jede Luft- 
dichtigkeitszunahme entsprechend einem Drucke von 100 mm Queksilber zurück- 
bleibt. Wird nun dieser Zeitmesser auf einer Reise zur Durchquerung der 
Hochebenen von Tibet benutzt, also auf einer mittleren Höhe über dem Meeres- 
spiegel von 4000 Metern, so wird das Chronometer infolge der Druckabnahme 
täglich ungefähr 5%°% gewinnen. Nach einem Monat Reisedauer würde das 
Instrument bereits einen Gewinn von 2'/2 Minuten aufweisen. 
Angenommen, daß nach Schluß dieser 30 Tage eine Längenbestimmung 
gemacht werden soll, so wird man einen Fehler von 37 Bogenminuten erhalten, 
einen Fehler, welcher bei der Breite der Hochebene von Asien einen Längen- 
fehler von fast 100 km ausmacht. Wenn auch zugegeben werden muß, daß dies 
pin relativ seltener Fall ist, so können doch noch viel schlimmere Fälle auf- 
treten, denn die furchtlosen Erforscher der Hochregionen unseres Erdballes 
sind mehr als einmal viel schwereren Bedingungen ausgesetzt. Es ist z. B. 
sicher, daß auf der berühmten Reise, welche vor einigen Jahren Herr G. Bon- 
valot und der Prinz Heinrich von Orleans unternahmen, die Gangverän- 
derungen der mitgenommenen Chronometer die hier ausgerechneten Verände- 
rungen noch überschritten. Längenfehler von einigen 10000 Metern in der 
Bestimmung eines astronomischen Ortes können schwere Fehler in der Rechnung 
verursachen und große Gefahren bringen.“ 
Kleinere Mitteilungen, 
1. Neue Wetter- und Sturmsignale in Japan. (Hierzu Tafel 20.) Die 
Wetter- und Sturmsignale in Japan haben in neuester Zeit eine Anderung 
erfahren, so daß die Signale, welche in dem Artikel „Wetter- und Sturm- 
signale für die ostasiatischen Gewässer“ in „Ann. d. Hydr. etc.“ 1903, S. 379 
beschrieben und in der dortigen Tafel 18 bildlich dargestellt sind, in bezug auf 
das japanische System keine Geltung mehr haben. 
Wir geben im Folgenden eine Darstellung. des jetzigen Systems nach 
dem soeben vom Zentralobservatorium von Japan herausgegebenen Buche „The 
Organization of Meteorological Service in Japan“, 
1. Allgemeine und lokale Wettervorhersage. ; 
Die Wettervorhersage wird gewöhnlich um 8* V herausgegeben und spricht 
das wahrscheinliche Wetter für 24 Stunden, beginnend mit 6*N des Ausgabetages, 
aus, Die Wettervorhersage zusammen mit den Barometerablesungen der Gebiete 
hohen und niedrigen Luftdrucks um 6"V wird unmittelbar nach den meteorolo- 
gischen Stationen telegraphiert, die Wettervorhersagen für ihre Bezirke auf 
Grund der allgemeinen Vorhersagen des Zentralobservatoriums und ihrer 
eigenen Beobachtungen herausgeben. Die örtlichen Wettervorhersagen werden 
um 11*V herausgegeben und gelten ebenfalls für 24 Stunden nach. 6" N des 
Tages der Ausgabe.
	        
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