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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Schott, G.: Die große Eistrift bei der Neufundlandbank etc, im Jahre 1903. 981 
allerdings geringe Steigerung des Wärmedefizits feststellen, denn das Wasser 
war im Sommer 1903 daselbst im Mittel um mehr als 1°, stellenweise und zeit- 
weise um nahezu 2° zu kalt. 
Eine dritte und letzte Periode von einem Wärmecharakter, der dem des 
Sommers entgegengesetzt ist, aber dem des Frühlings entspricht, begann endlich 
mit Ende September, Anfang Oktober 1903 und hielt bis Ausgang des Jahres 
an; die Flächeneinheiten mit Wärmeüberschuß auf der amerikanischen Hälfte 
des Ozeans erfahren von neuem eine Vermehrung auf Kosten derjenigen mit 
Wärmemangel, so daß schließlich im Dezember die geographische Ausbreitung 
der: positiven und negativen Wärmeanomalie sich die Wage hielt, — Auf 
Tafel 17 ist durch die x x x x Linie dieser interessante zeitliche und örtliche 
Wechsel in den Temperaturabweichungen leicht zu verfolgen, wobei nur noch- 
mals daran erinnert sei, daß diese Ergebnisse lediglich für die konventionellen 
Dampferwege abgeleitet werden konnten und Geltung haben. — 
Die der ‚Umgebung der Neufundlandbank gewidmete Einzeluntersuchung, 
die ihren bildlichen Ausdruck in Tafel 18 gefunden hat, und von der in Hinblick 
auf eine thermische Wirkung des Eisvorkommens kritische Erkenntnis zunächst 
erhofft werden sollte, kann zu der nachstehenden Tabelle zusammengefaßt werden. 
In dem Gebiete zwischen 37° — 50° N-Br. und 60°—40° W-Lg. waren die 
normal temperierten Eingradfelder, die zu warmen Eingradfelder und die zu 
kalten Eingradfelder in den einzelnen Monaten folgendermaßen verteilt: 
1903 Januar .....,. 
Februar. ....- 
März ».00000.04004 
April ...... 4 
1903 Mai ........ 
Juni. ....... 
Juli ..0.00.004 
„ August ......“4 
1903 September .... 
Oktober, +... '] 
November .... 
Dezember. .... | 
Normal ©‘ 
Zu kalt I Zu warm 
Zahl |. 0% ! Zahl.| % 
Zahl .| 9% 
Gesamt- 
summe 
& 
> 
> A 
25 
2 
104 
60 | 
83 
54 
76 32 283 138 
68 24 27 1]. - 88 
68 37 | 30 122 
59 34 37 92 
2 2 55 
o | 0} m 
0 0 88 
n Z 1925 
59 37 | 69 
80 6 20 | 
92 8 | $ 
97 4 2 
934 
77 
96 
129 
3 3 86 | 86 12 12 101 
1 | 1 71 | 88 14 16 86 
1 | 1 68 | 78 | 18 | 21 87 
3 3 45 | 43 56 54 104 
Der Vergleich der Prozentzahlen. untereinander und in den‘ verschiedenen 
Monaten ist, obwohl die Zahl der in den einzelnen Monaten mit Beobachtungen 
besetzten Eingradfelder erheblich schwankt und auch die geographische‘ Ver- 
teilung der Beobachtungen an sich innerhalb des Kartengebietes sehr wechselt, 
doch ganz gut möglich, da man mit Wahrscheinlichkeit annehmen kann, daß 
auf die zu warmen und auf die zu kalten Gebiete unter Berücksichtigung ihrer 
jedesmaligen Ausdehnung jeweils annähernd gleich viele Beobachtungen fallen. 
Wir sehen dann zunächst, daß der für die Linie des transatlantischen Dampferweges 
abgeleitete Wärmegang des Jahres 1903 im wesentlichen auch gilt für die 
Fläche speziell des Neufundland-Gebietes.. Das Jahr begann mit einem Über- 
gewicht der zu kalten Eingradfelder über die warmen; vom Januar bis April 
stieg aber die Zahl der zu warmen Eingradfelder auf Kosten der zu kalten ein 
wenig, nämlich von 23% bis 37%, und fiel dann von dem Maximum mit 39°% 
im Mai bis auf das Minimum von 3°. im August, in welchem Monat also 97%, 
d.h. so gut wie das ganze Gebiet, zu kalt war. Mit September begann schließlich 
wieder die Zahl der zu warmen Felder zuzunehmen, und zwar so stark, daß am 
Ende des Jahres nicht lediglich eine etwa yleiche prozentische Zahl von zu warmen 
und zu kalten Feldern erreicht wurde, sondern sogar ein Überschuß von 11°, der 
zu warmen Flächeneinheiten über die zu kalten bestand. Hieraus wird auch, 
nebenbei bemerkt, klar, daß die Untersuchung der thermischen Bedeutung der 
Bistrift zum wenigsten über Dezember 1903 hinaus nicht ausgedehnt zu werden 
braucht.
	        
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