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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Grossmann: Die Windverhältnisse an der deutschen Küste während des 20, bis 26. Nov. 1903. 265 
land bereits nordwestliche Winde; die Winde wehen überall stark, am stärksten, 
meist bis Stärke 8, von Borkum bis zur Elbe und an den N—5$S verlaufenden 
Küsten Ostpreußens. Das Herumgehen der Winde nach NW im Rücken des 
fortschreitenden Minimums ergibt sich aus folgenden Meldungen: Süderhöft um 
9@© V Wind in Regenböe auf WNW, Hohewegleuchtturm um 9!/3" V Wind nach 
WNW, Marienleuchte um 11* V Wind auf NW, Warnemünde bis 11° V recht- 
drehend, Saßnitz 12“ V Wind auf NW, Thiessow 0% 17min mittags Wind auf 
WNW, Ziegenort 11* V bis 1'% N Wind langsam auf NW, Riügenwaldermünde 
iS 39min N Wind plötzlich 8/9 aus W ausbrechend, nach 3 Minuten wieder auf 
Stärke 7 und dann nördlich drehend, Hela seit 2* W (hier die größte Stärke 
um 5). Auf der Windkarte von 2" finden wir die nordwestlichen Winde bis zur 
Oder und auf derjenigen vom Abend 8" bis Leba ausgebreitet, während die 
Küste weiter ostwärts bis auf einige zurückgelegenere Orte Westwinde zeigt. 
Während die Winde im Westen am Vormittag stark abgenommen hatten, 
so daß um 2° nur noch Stärke 5/7 als höchste beobachtet wurde, und an der 
schleswigschen wie an der mecklenburgischen Küste nur vereinzelt stürmische 
Winde eingetreten waren, . hatte die ganze Küste von Darsserort ostwärts um 
diese Zeit Windstärken 8/9 und im Osten bereits stellenweise 10. Hier nahmen 
die Winde am Nachmittag noch weiter zu und wehten um 8* abends, abgesehen 
von den zurückliegenden Stationen, meist mit Stärke 9/10, während Rügen nur 
noch vereinzelt stürmische Winde hatte. Wie die obigen Anemometer-Registrie- 
rungen zeigen, hatte Memel am 24. schweren Sturm, wobei noch zu berück- 
sichtigen ist, daß dieser viele Stunden anhielt. 
An der pommerschen Küste ließen die Stürme gegen Morgen des 25, 
unter allmählichem Zurückdrehen nach, ebenso an der Danziger Bucht, doch 
treffen wir in deren Osten von Neukrug bis Brüsterort am Morgen des 25. 
nach mutmaßlich neuem Auffrischen steife bis stürmische WSW-Winde. Nörd- 
lich vom Samland brachte die Nacht 24./25 auch starke Abnahme der Winde, 
aber wenig Änderung der Richtung, so daß hier am Morgen des 25. westliche 
Winde bestanden, die nur noch vereinzelt, in Schwarzort und Windenburg, 
Stärke 8 besaßen. 
Die Stürme vom 25. und 26. an der preußischen Küste. 
Die Wetterkarten vom 25, zeigen deutlich das Fortschreiten einer 
leichten Ausbuchtung der Isobaren, die am Morgen über der mecklenburgischen 
Küste, am Nachmittag vor Memel lag und am Abend bis Westrußland gelangt 
war. Eine zweite Ausbuchtung erblicken wir am Nachmittag vor dem Skager- 
rak, am Abend über der Kieler Bucht; über Nacht vertiefte sich dieser Aus- 
läufer, und wir bemerken auf der Morgenkarte vom 26. in ihm ein tiefes Teil- 
minimum entwickelt über der südlichen Ostsee, während gleichzeitig ein anderes 
Teilminimum von der nördlichen Nordsee nach der Jütischen Küste vor- 
gedrungen ist. Die beiden auf der hier nicht wiedergegebenen Karte vom 
Nachmittag des 25, über dem Süden der Ostsee und vor dem Skagerrak auf- 
tretenden, durch leichte Ausbuchtungen der Isobaren angedeuteten Ausläufer 
hatten am 25. und 26. vielfach stürmische Winde an der preußischen Küste im 
Gefolge. In Memel ergab der Anemograph am 25. von 8* bis 11®* V bei einem 
Zurückdrehen von W nach SW schwächere und dann von 11* V bis 8" N wieder 
stürmische Winde aus der gleichen Richtung, von größter Stärke (15/16 m pro 
Sek.) zwischen 12 und 3 N. Die für die drei Beobachtungstermine entworfenen 
Windkarten lehren, daß steife bis stürmische Winde 7/9 von großer Ausdehnung von 
Sarkau nordwärts am Nachmittag geherrscht haben, daß ihre Ausbreitung bei 
einer Stärke 7/8 am Abend eine etwas geringere und etwa gleich der am Morgen 
beobachteten war, während an diesem Tage im Westen der Danziger Bucht 
größere Stärken als 6 nicht beobachtet wurden, wie auch in Neufahrwasser 
größere Windgeschwindigkeiten als 8 m pro Sek. (1 bis 3" N) im Stundenmittel 
nicht registriert worden sind. Dabei erfuhren die Windrichtungen an der 
preußischen Küste am 25. nur geringe Anderung. 
Bei dem Herannahen des auf der Morgenkarte vom 26. über der süd- 
lichen Ostsee liegenden Minimums . waren die Winde über Nacht an der 
mittleren pommerschen Küste nach NW, an der Küste nördlich von Samland
	        
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