DAB
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1904,
Die Verbindung zwischen dem zweiten und dritten Abschnitte müßte
durch eine 200 km lange am rechten Flußufer zu erbauende Bahn hergestellt
werden, für die Untersuchungen schon im Gange sind, ebenso wie solche zur
Verbindung von Vinh mit dem Mekong, durch die man auch die Kolonisation
des fruchtbaren Deltas zu fördern hofft. M.
9, Geographische Lage von Lagos, Durch neueste Bestimmungen sind
die geographischen Koordinaten von Lagos zum ersten Male mit Präzision fest-
gelegt worden. Der Pfeiler des Passageinstruments des Observatoriums, für
den die folgenden Koordinaten gelten, liegt 656,083 m östlich und 311,787 m
südlich von Christchurch, Lagos. Die Breite ergab sich durch Beobachtung
von Nebenmittagshöhen in sieben Nächten mit einem sechszölligen Theodoliten
zu 6° 36‘ 28,7‘ N; die Länge durch telegraphische Übermittelung mit dem
Kap-Observatorium in zwei Nächten zu 13" 35,32°% 0 oder in Bogen zu
3° 23‘ 49,8“ O0 v. Greenwich. Es ist zu hoffen, daß ähnliche Bestimmungen sobald
als möglich an noch mehr afrikanischen Orten, die Telegraphenverbindung
haben, ausgeführt werden. („Geogr. Journal“ 1904, S. 258.)
10, Beseitigung gefährlicher treibender Schiffahrtshindernisse. Das
Senats-Komite für Schiffahrtsangelegenheiten der Vereinigten Staaten Nord-
amerikas hat die Vorlage über den Bau eines Schiffes angenommen, das ver-
wendet werden soll, um treibende gefährliche Gegenstände auf den Dampfschiffs-
linien von der nordatlantischen Küste der Vereinigten Staaten bis zum östlichen
Ende der Georgs-Bank zu entfernen. („Naut. Gaz.“, Jan. 21., 1904.)
Neuere Veröffentlichungen.
A. Besprechungen und ausführlichere Inhaltsangaben.
„Die Theorie der optischen Instrumente.‘ Band I: Die Bilderzeugung in
optischen Instrumenten vom Standpunkte der geometrischen Optik. Bearbeitet
von den wissenschaftlichen Mitarbeitern an der optischen Werkstätte von
Carl Zeiß: P. Culmann, S. Czapski, A. König, J. Löwe, M. v. Rohr,
H.Siedentopf, E. Wandersleb; herausgegeben von M. v. Rohr. Mit 133 Abbild.
im Text. 8°. 587 Seiten. Berlin. Julius Springer 1904.
Es ist mit Freuden zu begrüßen, daß durch das vorliegende Werk weiteren Kreisen
Gelegenheit geboten wird, von der Summe der Erfahrungen und Detailstudien Nutzen zu ziehen, zu
welchen die vorgenannten Mitarbeiter in ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit an der bedeutenden
Zeißschen optischen Werkstätte Gelegenheit gefunden haben. Die Grundlage des Werkes bildet die
im Jahre 1893 zuerst erschienene „Theorie der optischen Instrumente nach Abbe“ von S. Czapski.
Dieser gemeinsame Ausgangspunkt verleiht dem Werke trotz der großen Anzahl der Mitarbeiter eine
strenge Einheitlichkeit in der Darstellung, während anderseits gerade durch die Vielseitigkeit der
Arbeitsgebiete der Zeißschen Werkstätte und die damit verknüpften Spezialerfahrungen der einzelnen
Mitarbeiter ein weitgehender Ausbau der einzelnen Kapitel des Werkes ermöglicht worden ist.
Das erste Kapitel: „Die Berechtizung einer geometrischen Optik“ (Bearbeiter: H. Siedentopf)
bringt zunächst auf Grund der fundamentalen geometrischen Eigenschaften der Lichtbewegung die
allgemeinen Theoreme über Reflexion und Brechung, wie die Sätze von dem kürzesten Lichtweg
und der schnellsten Ankunft, auf denen sich der Satz von Malus aufbaut. Die Hamiltonsche
charakteristische Funktion, welche den „reduzierten Lichtweg“ zwischen zwei Punkten als Funktion
der Koordinaten der beiden Punkte darstellt, wird eingeführt und die optische Länge zwischen
konjugierten Brennpunkten. Der Begriff der Kaustiken oder Brennflächen, sowie die allgemeine
Konstitution eines unendlich dünnen, optischen Strahlenbündels wird, durch Figuren wirkungsvoll
unterstützt, erörtert,
Das zweite Kapitel: „Die Durchrechnungsformeln“ (Bearbeiter: A. König und M. v. Rohr)
besitzt besonders in praktischer Hinsicht großes Interesse. Es gewährt die Möglichkeit der
rechnerischen Verfolgung der einzelnen, ein optisches System durchsetzenden Lichtstrahlen und zwar
sowohl für den Fall solcher Strahlen, welche die optische Achse des Systems schneiden, als auch
derjenigen Sırahlen, welche windschief gegen die Achse verlaufen. Die Durchrechnung wird nach
verschiedenen Methoden an der Hand der Kerberschen, der Seidelschen und der Brunsschen
Formeln durchgeführt, wodurch eine große Vollständigkeit erreicht wird. Speziell seien noch die
zum Schluß gegebenen Kerberschen, auch Seidel schon bekannten Differenzenformeln erwähnt,
welche für die von einem Achsenpunkte ausgehenden Strahlen unmittelbar die Fehler in der
Strahlenvereinigung zu finden gestatten.