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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Kleinere Mitteilungen, 
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die spezifische Längen-Anderung für eine Bewegung des Schiffes auf der Peilungs- 
linie‘ selbst haben will, muß man daher. mit dem Komplement des’ Azimuts 
(Kurses) als‘ Azimut in Tafel C eingehen. Wenn also das Schiff einen gegebenen 
Breiten-Unterschied in einem gegebenen Kurse zurücklegt, ist: nach dieser 
Methode der entsprechende Längen-Unterschied leicht berechenbar. Von Vorteil 
ist dieses Vorgehen für die Errechnung von Zwischenpunkten der Orthodrome. 
_ Wenn die Orthodrome ungefähr Nord—Süd. verläuft wird. man den ersten 
Zwischenpunkt um einen bestimmten Breiten-Unterschied vom Abfahrtspunkte 
entfernt annehmen; mit der Mittelbreite und dem Abfahrtskurse erhält man die 
spezißsche Längen-Anderung, welche mit dem Zehntel des Breiten-Unterschiedes 
multipliziert den Längen-Unterschied gibt, um welchen der 1. Zwischenpunkt 
vom Abfahrtspunkte absteht;. ebenso wird für die weiteren Zwischenpunkte 
vorgegangen; natürlich muß immer der neue Abfahrtskurs ertafelt werden. Der 
reziproke Wert des spezifischen Längen-Unterschiedes gibt den. spezifischen 
Breiten-Unterschied. ; . 
Wenn die Orthodrome sich mehr in Ost—West-Richtung hält, ist. es 
praktischer für den 1.° Zwischenpunkt uhd so auch für die folgenden, einen 
bestimmten‘ Längen-Unterschied anzunehmen; dieser mit dem Zehntel des 
spezifischen Breitenunterschiedes. multipliziert, gibt den "Breiten-Unterschied für 
den ‚ersten Zwischenpunkt. N . 
. Man umgeht hierbei, bei unverminderter Genauigkeit der Rechnung im 
praktischen Sinne, die Benutzung der Koppeltafeln. ; © 
Ragusa. - Prof. R. Weizner. 
8. Über die Schiffahrtsverhältnisse auf dem Mekong entnehmen wir dem 
„Bulletin mensuel du Comite de l’Asie frangaise“, 1903, das Folgende: 
Seit der französischen Besitzergreifung im Jahre 1867 ist bis zu den im 
Jahre 1901 begonnenen Arbeiten die Entwicklung der Schiffahrt auf dem Mekong 
wenig gefördert worden, da dem die Teilung des Wasserweges in verschiedene 
Abschnitte durch, wie man annahm, unübersteigbare Stromschnellen entgegen- 
stand. Erst seit dem Jahre 1885 wurden durch den auch als Marineschriftsteller 
bekannten Kommandant Vignot und Herrn de Fesigny eingehende Unter- 
suchungen angestellt, deren Ergebnis die Befahrung des Stromes zwischen 
Kratie und Chöne während des Hochwassers 1890 durch Dampfer der Fluß- 
schiffahrtsgesellschaft (Compagnie des Messageries fluviales) war. 
Im : Jahre 1893 wurde der Abschnitt Stung—Treng durch die Herren 
Robaglia und J. Renard untersucht und durch Herrn Guissez nach vergeb- 
lichen Versuchen festgestellt, daß die Schnellen bei der Insel Chöne. nicht zu 
nehmen seien. Es wurde daher querab von dieser Insel ein Schienenweg zum 
Umladen zwischen zwei kleine Becken gelegt, in denen die Fahrzeuge trocken 
gestellt werden können, der noch heute in Gebrauch ist. Aber trotzdem durch 
Leutnant Simon in den Jahren 1893 bis 1896 die Verbindung. des mittleren 
mit dem obersten Absatz hergestellt wurde, beeinträchtigten die Länge der Reisen, 
das Umladen, die Verluste und Abgänge an der Ladung auf den Flachbooten, 
die Unsicherheit der Fahrpläne das Aufblühen des Wasserverkehrs. 
Diese Mißstände führten im Jahre 1901 zu eingehenden Untersuchungen 
der Strömungs- und Fahrwasserverhältnisse durch den „Service des Travaux 
publies de l’Indo-Chine. Danach dauert das Hochwasser von Juni bis September, 
und in dieser Zeit haben die Schiffe die Wahl zwischen verschiedenen Fahr- 
wassern. längs der Ufer, während im übrigen Teil des Jahres nur eine schmale, 
sehr gewundene, von starkem Strom durchflossene Rinne in der Flußmitte dem 
Verkehr offen bleibt. Durch Anbringen von Schiffahrtszeichen,. Entfernen von 
Steinen und sonstige Verbesserung dieser Fahrwasserrinne ist es seit zwei Jahren 
gelungen, 290 km für Dampfer fahrbar zu machen, die bisher nur Flachbooten 
zugänglich waren, und die Reisedauer auf 14 Tage herabzusetzen, ) - 
: Als Ergebnis der Untersuchungen stellt sich heraus, daß für regelmäßigen 
Handelsverkehr der Mekong in Betracht kommt: 
1. zwischen der Mündung und Krauchmar, für Seeschiffe bis 4,5 m Tiefgang; 
2. ‚auf dem Abschnitte zwischen Krauchmar und Pak -Moun mit der 
Unterbrechung bei der Insel Chöne für Dampfer: besonderer Bauart‘ während 
des ganzen Jahres; . ; 
3. von Savannaket bis Vien-Tiane für Flußfahrzeuge.
	        
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