Kleinere Mitteilungen,
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die spezifische Längen-Anderung für eine Bewegung des Schiffes auf der Peilungs-
linie‘ selbst haben will, muß man daher. mit dem Komplement des’ Azimuts
(Kurses) als‘ Azimut in Tafel C eingehen. Wenn also das Schiff einen gegebenen
Breiten-Unterschied in einem gegebenen Kurse zurücklegt, ist: nach dieser
Methode der entsprechende Längen-Unterschied leicht berechenbar. Von Vorteil
ist dieses Vorgehen für die Errechnung von Zwischenpunkten der Orthodrome.
_ Wenn die Orthodrome ungefähr Nord—Süd. verläuft wird. man den ersten
Zwischenpunkt um einen bestimmten Breiten-Unterschied vom Abfahrtspunkte
entfernt annehmen; mit der Mittelbreite und dem Abfahrtskurse erhält man die
spezißsche Längen-Anderung, welche mit dem Zehntel des Breiten-Unterschiedes
multipliziert den Längen-Unterschied gibt, um welchen der 1. Zwischenpunkt
vom Abfahrtspunkte absteht;. ebenso wird für die weiteren Zwischenpunkte
vorgegangen; natürlich muß immer der neue Abfahrtskurs ertafelt werden. Der
reziproke Wert des spezifischen Längen-Unterschiedes gibt den. spezifischen
Breiten-Unterschied. ; .
Wenn die Orthodrome sich mehr in Ost—West-Richtung hält, ist. es
praktischer für den 1.° Zwischenpunkt uhd so auch für die folgenden, einen
bestimmten‘ Längen-Unterschied anzunehmen; dieser mit dem Zehntel des
spezifischen Breitenunterschiedes. multipliziert, gibt den "Breiten-Unterschied für
den ‚ersten Zwischenpunkt. N .
. Man umgeht hierbei, bei unverminderter Genauigkeit der Rechnung im
praktischen Sinne, die Benutzung der Koppeltafeln. ; ©
Ragusa. - Prof. R. Weizner.
8. Über die Schiffahrtsverhältnisse auf dem Mekong entnehmen wir dem
„Bulletin mensuel du Comite de l’Asie frangaise“, 1903, das Folgende:
Seit der französischen Besitzergreifung im Jahre 1867 ist bis zu den im
Jahre 1901 begonnenen Arbeiten die Entwicklung der Schiffahrt auf dem Mekong
wenig gefördert worden, da dem die Teilung des Wasserweges in verschiedene
Abschnitte durch, wie man annahm, unübersteigbare Stromschnellen entgegen-
stand. Erst seit dem Jahre 1885 wurden durch den auch als Marineschriftsteller
bekannten Kommandant Vignot und Herrn de Fesigny eingehende Unter-
suchungen angestellt, deren Ergebnis die Befahrung des Stromes zwischen
Kratie und Chöne während des Hochwassers 1890 durch Dampfer der Fluß-
schiffahrtsgesellschaft (Compagnie des Messageries fluviales) war.
Im : Jahre 1893 wurde der Abschnitt Stung—Treng durch die Herren
Robaglia und J. Renard untersucht und durch Herrn Guissez nach vergeb-
lichen Versuchen festgestellt, daß die Schnellen bei der Insel Chöne. nicht zu
nehmen seien. Es wurde daher querab von dieser Insel ein Schienenweg zum
Umladen zwischen zwei kleine Becken gelegt, in denen die Fahrzeuge trocken
gestellt werden können, der noch heute in Gebrauch ist. Aber trotzdem durch
Leutnant Simon in den Jahren 1893 bis 1896 die Verbindung. des mittleren
mit dem obersten Absatz hergestellt wurde, beeinträchtigten die Länge der Reisen,
das Umladen, die Verluste und Abgänge an der Ladung auf den Flachbooten,
die Unsicherheit der Fahrpläne das Aufblühen des Wasserverkehrs.
Diese Mißstände führten im Jahre 1901 zu eingehenden Untersuchungen
der Strömungs- und Fahrwasserverhältnisse durch den „Service des Travaux
publies de l’Indo-Chine. Danach dauert das Hochwasser von Juni bis September,
und in dieser Zeit haben die Schiffe die Wahl zwischen verschiedenen Fahr-
wassern. längs der Ufer, während im übrigen Teil des Jahres nur eine schmale,
sehr gewundene, von starkem Strom durchflossene Rinne in der Flußmitte dem
Verkehr offen bleibt. Durch Anbringen von Schiffahrtszeichen,. Entfernen von
Steinen und sonstige Verbesserung dieser Fahrwasserrinne ist es seit zwei Jahren
gelungen, 290 km für Dampfer fahrbar zu machen, die bisher nur Flachbooten
zugänglich waren, und die Reisedauer auf 14 Tage herabzusetzen, ) -
: Als Ergebnis der Untersuchungen stellt sich heraus, daß für regelmäßigen
Handelsverkehr der Mekong in Betracht kommt:
1. zwischen der Mündung und Krauchmar, für Seeschiffe bis 4,5 m Tiefgang;
2. ‚auf dem Abschnitte zwischen Krauchmar und Pak -Moun mit der
Unterbrechung bei der Insel Chöne für Dampfer: besonderer Bauart‘ während
des ganzen Jahres; . ;
3. von Savannaket bis Vien-Tiane für Flußfahrzeuge.