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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1904.
Zeitbestimmung ergab die Länge um 30‘ östlicher wie das Besteck, eine Kontroll-
beobachtung ergab dasselbe Resultat.
Unter der Annahme einer östlichen Versetzung wurde rw. WSW gesteuert.
Da der bedeckte Himmel weitere astronomische Beobachtungen, um Standlinien
zu errechnen, nicht zuließ, so liefen wir auf diesem Kurs bis 12* mittags. Die
beobachtete Meridianbreite ergab die Breite um über einen Grad südlicher wie
das Besteck, .
die Stromversetzung war S2°W 71 Sm.
Der Wind war während der Tage NO-—NW von veränderlicher Stärke.
Beim Verlassen des Hughli-River hatte die Wettersignal-Station auf Saugor
Island Signal S gesetzt: „Disturbed and squally weather in the Bay, probably of
oyclonie character“,
5. Schnelle Reise der Viermastbark „Optima‘“. Am Nachmittag des
4. Dezember 1903 verließ die 2681 R-T. große Bark „Optima“ unter Führung
des Kapt. F. W. Thöm den Hafen von San Francisco, um nach Newcastle,
N. S. W., zu segeln. Leichte und mäßige nordöstliche bis nordwestliche Winde
begünstigten schon den Anfang der Reise, so daß am 3. Tage nach der Abfahrt
von San Francisco 30° N-Br. in 128,6° W-Lg. geschnitten werden konnte. Hier
setzten leichte nördliche Winde ein, die das Schiff bald in den Nordostpassat
brachten, der zuerst in 129,8° W-Lg. auf 28° N-Br. angetroffen wurde. Der zu
Anfang flau wehende Passat frischte bald auf, so daß schon am 7. Tage nach
der Abreise 20° N-Br. in 134,8° W-Lg. und am 10. Tage 10° N-Br. in 141° W-Lg.
geschnitten werden konnte. Nachdem der Nordostpassat das Schiff noch einen
weiteren Grad nach Süden gebracht hatte, wurden in 9° N-Br. und 141° W-Lg.
uanbeständige, böige südöstliche Winde angetroffen, die jedoch den Fortgang
des Schiffes nicht aufhielten, sondern es direkt in den Südostpassat führten,
der in 7° N-Br. und 144° W-Lg. einsetzte. Mit diesem Winde segelte das Schiff
schnell nach Süden, so daß der Aquator schon am 14. Tage nach der Abreise
in 149,7° W-Lg. geschnitten wurde. 10° S-Br. wurden in 156,9° W-Lg.;, 20° S-Br.
in 162,8° W-Lg., also östlich von den Tonga-Inseln, geschnitten.
Bald darauf verließ der Südostpassat das Schiff, und mäßige nordöstliche
Winde, die nachher durch N nach NNW drehten, wo sie abflauten, brachten
das Schiff bis nach 24,8° S-Br. und 171° W-Lg. Von hier aus drehte der Wind
weiter durch W—5S nach SSO und frischte im Südostquadranten ziemlich auf
“Stärke 5 bis 6); einmal konnte das Schiff 284 Sm in 24 Stunden zurücklegen.
Der weitere Weg führte mit umlaufenden, aber günstigen Winden, die zum
großen Teil wieder aus dem Südostquadranten wehten, zwischen 26° und
28° S-Br. ohne Aufenthalt nach Westen. Nur im letzten Teil der Reise wurde
der Fortgang des Schiffes durch südliche Winde etwas gestört, da diese das
Einhalten des geraden Kurses nicht erlaubten.
30° S-Br. wurde in 155,3° O0-Lg. geschnitten und der Hafen von Newcastle
am 10. Januar vormittags nach einer Reisedauer von nur 36 Tagen erreicht,
was einer Durchschnittsfahrt von etwa 7,5 Sm in der Stunde gleichkommt.
Kapt. F. W. Thöm ist der Ansicht, daß er die Reise noch etwas schneller
hätte machen können, wenn er sich im letzten Teil der Reise etwas südlicher,
etwa in Sicht der Lord Howe - Insel, gehalten hätte, wo die südlichen Winde
vielleicht nicht so störend auf den Fortgang des Schiffes eingewirkt haben würden.
Immerhin darf die Reise als ungewöhnlich gut gelten, da sie die schnellste
ist, die bis jetzt zur Kenntnis der Deutschen Seewarte gelangt ist.
6. Ein neues und abgekürztes Verfahren, um die Standlinie und die
Kompaßmißweisung zu finden.
Nimmt man in dem sphärischen Dreieck Zenit—Pol - Gestirn das Breiten-
komplement, die Poldistanz und den Stundenwinkel als bekannt an, so lassen
sich durch Rechnung das Azimut und die Zenitdistanz finden. Durch Vergleichung
der so gefundenen Zenitdistanz mit der durch Beobachtung gefundenen Zenit-
distanz erhält man die Standlinie.
G. W. Littlehales gibt in einer Abhandlung: „A new and abridged
method of finding the locus of geographical position and the compass error“