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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Data 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1904. 
Die in den Folgerungen B(1) und C(1) angegebenen Grenzen von 
1900 R-T. bei Seglern, 4700 R-T. bei Dampfern, die Werte der Tabellenspalten 
B (5) und C (5) für das Jahr 1903, sind noch mit Hilfe des Namenverzeichnisses 
des Handbuches für das Jahr 1903 durch Auszählung und Rechnung kontrolliert 
worden. Diese genaueren Zahlen sind 1825 R-T. Brutto für Segler, 4455 R-T. 
Brutto für Dampfer. 
Summe aller Seeuhren in der Handelsmarine. C (14). Der höchste 
Stand mit 1934 wurde im Jahre 1880 erreicht, der tiefste mit 1312 im Jahre 
1898. Seitdem ist die Zahl wieder bis auf 1528 gestiegen. Die drei Zahlen 
verhalten sich wie 100: 68: 79. 
Summe aller Seeuhren in der Kriegs- und Handelsmarine. C (15). 
Die Jahre sind dieselben geblieben. Die Zahlen sind jetzt 2094, 1525, 1797. 
Ihr Verhältnis ist wie 100:73:86. Der Zuwachs vom Tiefstand im Jahre 1898 
an bis 1903 betrug: 20, 21, 82, 74, 45. 
Schlußbemerkung. Auf den vorhergehenden Seiten habe ich mich 
möglichst bemüht, die nackten Tatsachen und Zahlen für sich sprechen zu 
iassen, denn in ihnen äußert sich das Gesamturteil der deutschen Reedereien, 
das bei jedem einzelnen Reeder mehr Beachtung finden dürfte, als irgend 
ein anderes Urteil. 
Auf einen Punkt wirft die Statistik auch noch helles Licht, auf die Frage 
der drei Seeuhren. Die Handelsmarine begnügt sich da, wo sie am besten aus- 
gerüstet ist, mit zweien. Im gewöhnlichen Lauf der Dinge, d. h. wenn die 
zwei Uhren ihren Dienst ordnungsmäßig versehen, genügen ihr zwei. Versagt 
eine den Dienst ganz, ein Ausnahmefall, so bat man an der zweiten eine Re- 
serve. Weichen beide Uhren beträchtlich voneinander ab, ebenfalls ein Aus- 
nahmefall, so wird nach beiden gerechnet und die Aufmerksamkeit verdoppelt. 
In beiden Ausnahmefällen weiß man sich so zu helfen. Auf die größere Schärfe 
in der Bestimmung der Greenwicher Zeit, die bei drei Uhren erreicht wird, 
verzichtet man, da dieser Gewinn bei kurzen Fahrten für die Sicherheit nicht 
in Frage kommt. Es läßt sich jedenfalls nur freudig begrüßen, daß die deutsche 
Handelsmarine in transatiantischer Fahrt langsam, aber sicher von einer zu 
zwei Seeuhren übergeht. 
Kleinere Mitteilungen. 
1. Über eine schwere Bö an der Südgrenze des Nordostpassates teilt 
Kapt. N. P. Moritzen von der Viermastbark „Eilbek“ der Deutschen Seewarte 
folgendes mit: 
„Wir verließen am 31. Juli mit einer Ladung Koks und Patent-Preßkohlen 
die Elbe, nach Santa Rosalia bestimmt. Am 1. September mittags erreichten 
wir 10° 56‘ N-Br. und 24° 14‘ W-Lg. Der am Vormittag dieses Tages stetig 
und mit Stärke 4 bis 5 aus Nordnordwestrichtung wehende Wind wurde am 
Nachmittag flau und unbeständig. Südliche Dünung machte sich bemerkbar, 
Von 8 bis 12"N wehte bei ziemlich bewölkter Luft flaue unbeständige Brise 
aus West- bis Südwestrichtung. Wetterleuchten wurde während der Wache 
über den ganzen Horizont beobachtet. Gegen 11* klarte die Luft hedeutend 
ab, so daß Sterne über ganze Flächen im Zenit sichtbar wurden. Der Wind 
war unterdessen zur völligen Stille abgeflaut. Das Schiff lag auf südlichem 
Kurse und hatte alle Segel außer den Royals bei; auch Besan und Gaffeltopp- 
segel wurden der Stille halber eingezogen. 
Gegen 12° zog eine dunkle Wolke aus Südost- bis Südrichtung herauf, 
die jedoch kein besonders drohendes Aussehen hatte. Kurz nach 12" kam eine 
frische Brise aus der Richtung dieser Wolke, wodurch das Schiff nach Westen 
zu drehte und sich die Segel der an B-B. angebraßten Rahen auch alsbald 
füllten. Da ich der Meinung war, daß dies der Monsun sei, der mit einer schralen 
Bö einsetzte, ließ ich das Schiff durch Nord drehen, um 80 auf östlichem Kurse
	        
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