Knipping, E.: Statistik der Schiffschronometer der Deutschen Kriegs- und Handelsmarine,
Mit zwei (drei) Seeuhren. B (4), (5). Aus den kleinen Zahlen in B (9),
Segler mit drei Uhren, geht hervor, daß diese Ausrüstung noch keine Rolle
spielt. Der Einfachheit und Übersichtlichkeit wegen wurden deshalb die Segler
mit zwei und drei Uhren in B (4), (5) zusammengefaßt. Ihre Anzahl B (4), hat
von 27 bis auf 98 zugenommen, d. h..von 100 bis auf 363 °%. Ihre Größe,
B (5), ist von 701 R-T. bis auf 1900 gestiegen, d. h. von 100 bis auf 271 %/o.
Bemerkenswert ist hierbei, daß die Anzahl der mit zwei Uhren ausgerüsteten
Segler mehr. zugenommen hat als ihre Größe, d.'h. die Erkenntnis, daß eine
bessere Ausrüstung als die mit einer Uhr wünschenswert sei, auch abgesehen
von der Größe, hat Fortschritte gemacht.
Segler mit Seeuhren überhaupt. B(6). Da ein Segelschiff nur dann
mit einer oder mehreren Seeuhren ausgerüstet wird, wenn es ständig oder
gelegentlich transatlantische Reisen ausführt, gibt diese Spalte die Größe der
transatlantischen Seglerflotte an. Die Zahlen gehen von 1725 stetig herunter
bis auf 315, d. h. von 100 auf 18,3 % und geben so einen schlagenden Beweis
für den Rückgang der Seglerflotte nach der Zahl der Schiffe,
Summe aller Seeuhren auf Seglern. B(7). Sie fällt von 1753 bis
auf 415, d. bh. von 100 bis auf 23,6 %/o. Kine weitere Abnahme ist noch wahr-
scheinlich in den nächsten Jahren; die Zahlen und die Zeichnung lassen aber
erkennen, daß die Linie flacher wird, vielleicht der Tiefstand bald erreicht sein
wird. Die Abnahme betrug. nämlich in den letzten zehn Jahren: 75, 84, 42,
73, 18, 36, 31, 24, 22, wird also kleiner und kleiner.
Brutto-R-T. auf eine Uhr. B(8). Auch in dieser Spalte treten die
gewaltigen Änderungen in der Seglerflotte deutlich hervor. Während in 1877
eine Seeuhr auf 387 Brutto-R-T. kam, fallen in 1903 1092 R-T. darauf, das ist
eine Steigerung von 100 auf 282%. Nach dem älteren Maßstab gemessen,
sollte jetzt jeder Segler von 800 R-T. zwei Uhren führen.
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Segler mit drei Uhren, B(9), sind eine solche Seltenheit, daß sie
im Vergleich zu den zwei anderen Klassen gar nicht in Betracht kommen. Die
höchste Zahl betrug 3 und ging dann wieder auf 1 und 2 zurück. Von einer
planmäßigen Ausrüstung mit drei Uhren kann also bei den Seglern keine Rede
sein. Es handelt sich vielmehr um die Liebhaberei einiger Kapitäne, wie auch
aus der Regellosigkeit der paar Fälle hervorgeht.
Prozentsatz der Segler mit zwei (drei) Seeuhren zu denen mit
Seeuhren überhaupt a) nach der Anzahl, b) nach dem Tonnengehalt,
c) nach der Besatzung. B (10), (11), (12). Die besser ausgerüsteten Segler
seien als I. Klasse, die anderen als II. Klasse bezeichnet.
a) Die Anzahl der I. Klasse steigt von 1,6 bis auf 31,1 0% beider Klassen,
I und II, das Wachstum wird demnach durch das Verhältnis von 100: 1945
bezeichnet.
b) Der Anteil der I. Klasse am Tonnengehalt steigt von 2,8 bis auf
41,0 %%, das Wachstum wird durch das Verhältnis von 100 : 1465 bezeichnet.
c) Der Anteil der I. Klasse an der Besatzung beider Klassen, I und I],
steigt von 2,1 bis auf 38,8°%, das Wachstum von I wird durch das Verhältnis
100 : 1845 bezeichnet.
Die besser ausgerüstete Seglerklasse I nimmt also zu in a) um das
19fache, in b) um das 15fache, in c) um das 18fache. Außerdem ist das
Wachstum mit wenigen Ausnahmejahren stetig. in allen drei Spalten. Die Zu-
nahme ist also in a, b und c gesetzmäßig, nicht zufällig.
Das Größenverhältnis von Klasse I zu II. B(13). Die Zahlen
sind so zu verstehen, daß z. B. in 1877 auf 100 R-T. der II. Klasse 180 R-T.
der I. Klasse kamen, oder daß die Segler der I. Klasse durchschnittlich 1,80 mal
größer waren als die der II. Klasse. Hier fällt der kleinste Wert, 151, in das
Jahr 1902, der größte Wert, 230, auf das Jahr 1890. Die Abnahme ist in diesen
13 Jahren regelmäßig und deutet ebenfalls darauf hin, daß man sich in Reederei-
kreisen allmählich mehr zu der Ansicht bekehrt, daß auch weniger große Segler
zweckmäßiger mit zwei Uhren auszurüsten seien.