Datum
“, August
5
&.
9.
10.
WL
nn
»
=
Wendt, E.: Meeresströmungen im Golf von Guinea.
Ort im Mittag
Wasser-
Temp.
Strom
Swakopmund 19 2°C
19° 188 11° 520 ‚175
15 27 10 22 * 16,0
11 26 9 1 19,2
723 715 20,7
3 18 5 30 21,6
0 36N 4 18 24,6
4 35 3 34 24,6
N 25°W 20 Sm in den letzten 23,5 Std.
N 26°W 53 2 » ” 2 72
N7L°W3L % 9» x
keiner
N31°C0 6 s
219
*) Um 2b N, sonst mittags.
Thermometer und Aräometer L, Steger 5 waren mir gütigst von der Deutschen See-
warte überlassen.
Der Benguela und der südliche Aquatorialstrom waren also kräftig ent-
wickelt, in ihrem Bereiche befanden wir uns bis zum 9. August auf etwa 3°S
5°0. Die nördliche Grenze der südlichen Aquatorialströmung reichte also nicht
so weit nordwärts wie gewöhnlich. Den Austritt aus derselben zeigte am Nach-
mittage des 9. August eine starke Steigung der Temperatur: des Wassers von
21,9° C. um 2" N auf 23,6° C. um 8" N an: Späterhin nahm die Temperatur
noch weiter um 1° zu und fiel erst wieder bei Annäherung an Lagos auf 435° C.
Die nach Verlassen des Aquatorialstromes erlittenen Versetzungen deuten auf eine
schwache Entwicklung des Guineastromes in der östlichen Hälfte des Golfes.
Auf Lagos Reede, wo wir bis zum 26, August lagen, herrschte gewöhnlich
bei leichten westlichen Winden trübes, feuchtes Wetter, hin und wieder hatten
wir Regen und Nebel, der Himmel war, von den letzten beiden Tagen unseres
Aufenthaltes abgesehen, Tags über beständig bewölkt, nachts dagegen häufiger
sternklar. Die Strömung setzte meist schwach auf Land zu, die Oberflächen-
temperatur des Wassers schwankte zwischen 23,1° C. und 24,8° C. Als wir um
83 N den 26. August Lagos Reede verließen, um westwärts zu dampfen, wehte
bei klarem Wetter eine kräftige Brise aus Westen, die in der Nacht bei stetig
zunehmender Bewölkung und leichten Regenfällen am Morgen bis zur Stärke 7
anwuchs, aber im Laufe des nächsten Tages bis zum leisen Zuge wieder ab-
flaute. Späterhin wehte der Wind bei meist trüber, feuchter Witterung aus W
oder SW in wechselnder Stärke von 0 bis 3, See oder Dünung lief aus W
bis SW 1 bis 3. Längs der Küste von Oberguinea hatten wir stets östliche
Versetzungen, die bis nach Kap Palmas hin beständig an Stärke zunahmen.
Östlich von diesem -Kap setzte der Strom vom 28. auf den 29. August zwischen
4° 36'N, 2° 17‘W und 4° 10‘N, 5° 23’W in S 80°0 47 Sm im Etmal. Die
Oberflächentemperatur des Wassers nahm zunächst bis in die Gegend von Cape
Coast Castle beständig ab bis auf 20,3° C., stieg dann aber wieder, am stärksten
bei Cape Three Points, das in 7 Sm Abstand freigelaufen wurde, bis-auf 23,5° C.
(auf 4° 36'N, 2° 17‘ W im Mittag des 28. August), hielt sich am Nachmittag
dieses Tages auf dieser Höhe und sank dann wieder. Im Mittag des 29. August
auf 4° 10°N, 5° 23‘ W betrug die Temperatur 22,8° C. (2 Std. vorher 22,6° C.).
Nach Verlauf von 4 Std. stieg sie nun aber schnell auf 24,1° C. und später
noch vor dem Passieren des Kap Palmas auf 25° C.'
ul
Ich hatte schon mehrere ‚Male Gelegenheit,‘ von den Temperatur- und
Dichteverhältnissen des Oberflächenwassers im Golf von Guinea zu sprechen,
Ich gehe jetzt näher auf dieselben ein. Auskunft über die ersteren geben vier
von Herrn Dr. Schott unter sorgfältiger Benutzung alles vorhandenen Materials
entworfene Karten, welche. die Verteilung der Oberflächentemperatur des Meeres-
wassers im Atlantischen Ozean für die Monate Februar, Mai, August und No-
vember zeigen. Diese Karten sind im neuen Atlas des Atlantischen Ozeans
der Deutschen Seewarte vollständig abgedruckt, im „Valdivia“-Werk
(Bd. I Atlas) befindet sich bloß ein Ausschnitt derselben, auf ‚welchem die
Isothermen an der Westküste Afrikas wiedergegeben sind. Das Bild, welches
die alten Karten für den Golf von Guinea gaben, entsprach vielfach nicht den
in dieser. Zeitschrift veröffentlichten Berichten der deutschen Kriegsschiffe,
Herr Dr. Schott hat auch diese und die der Woermann-Dampfer in Rück-
sicht gezogen. Vom Dezember bis Mai ist die Temperatur des Oberflächen-