Datum
\ Sept.
[J.
ah.
13,
14.
»
u
Wendt, E.: Meeresströmungen im Golf von Guinea,
Breite |
Länge
Strom im letzten
Etmal
Temp. °C, *
9° 0N
6041
4° 51
2° 55
1°29
0° IS
0° 23 N
0° 56
1° 100
1957
2° 37'
3910
3° 30‘
ZN W
‚4° 45' »
13° 16‘
1° 37
10° 15°
8° 300
6° 34
4° 35'
2° 2,
0° 590
3° 30
5929
7° 96:
160° 0
351°0 74
585°0 3,
S58°0 19,
887°0 8,
889°0 4,
N14°0 50,
N10°0 6.
8552°0 7
N65°0 16
N72°Q 10
N75°0 16,
850°0 4
m
26,6
26,1
25,3
25,2
24,6
23,6
23,4
24,6
24,8
25,2
23,1
25,1
25,3
211
Bemerkungen.
ı\ Wasser d.S-Passattrift,
\ in d. Richt, d, Gninea-
} stromes abgelenkt.
Auf einen Punkt, der einen der sprechendsten Beweise für die Trifttheorie
liefert, möchte ich nun noch aufmerksam machen. In größerer Tiefe‘ dürfen
nach der Theorie die Strömungen nicht so veränderlich sein als an der Ober-
fläche. Da, wo fast das ganze Jahr eine bestimmte Stromrichtung vorherrscht
und bloß zeitweise eine andere sich bemerkbar macht, muß etwas tiefer die
vorherrschende Richtung ununterbrochen vorhanden sein. Nach den oben mit-
geteilten Zahlen beobachtete die „Gazelle“ auf etwa 12'4° N, 20°W einen
Öberflächenstrom SzW 0,2 Kn., in 110m Tiefe dagegen SO 0,1 Kn.. Später
nach Verlassen der eigentlichen Guineaströmung machte das Schiff noch mehrere
ähnliche Beobachtungen; doch sind die gemessenen Stromstärken so gering, daß
ihnen absolut keine Bedeutung zuzusprechen ist. Wirklich beweiskräftig ist
aber eine Beobachtung, die Buchanan an Bord des „Buccaneer“ gemacht
hat.!) Derselbe traf auf der Fahrt von Ascension nach Conakry. vom 6. bis
13. März, zu der Jahreszeit also, wo die Guineaströmung nach sämtlichen Er-
fahrungen am wenigsten entwickelt ist, niemals östlichen Strom an, fand aber
in der Nähe des Aquators auf ungefähr 14° W-Lg. in etwa 90m Tiefe einen
östlichen Strom von mindestens 0,8 Kn. Fahrt, während gleichzeitig an der
Oberfläche ein Strom westlich mit 0,5 Kn. Fahrt setzte. Leider habe ich Beob-
achtungen von solcher Deutlichkeit nirgends .sonst in der Literatur gefunden.
Es wäre sehr wünschenswert, wenn sich ihre Zahl in Zukunft vermehrte,
Eine Begleiterscheinung der Meeresströmungen ist die. eigentümliche
Temperatur- und Dichtigkeitsverteilung an der Oberfläche des Ozeans, die ihre
Erklärung außer in meteorologischen Ursachen nur in den Strömungsverhältnissen
finden kann. Früher wurden Grund und Folge häufig verwechselt. Man. versuchte
dann, die Temperatur- und Dichteunterschiede des Meereswassers für die Ent-
stehung der Strömungen verantwortlich zu machen. Diese Ansicht hat man
aber jetzt an allen maßgebenden Stellen fallen lassen, indem man darauf hin-
weist, daß jene Unterschiede viel zu gering sind, um die Strömungen wesentlich
beeinflussen, noch weniger hervorrufen zu können.
Es ist das große Verdienst des Herrn Prof. Krümmel, diese Ver-
hältnisse in ihrem ursächlichen Zusammenhange aufgefaßt und geschildert zu
haben.?) Die Aquatorialströme beziehen ihren Vorrat zum großen Teil aus der
Nord- bezw. Südafrikanischen Strömung, welche ihre Gewässer aus kälteren
Gegenden heranholen, und erlangen daher, besonders der Südäquatorialstrom,
erst auf ihrem Wege von Ost nach West höhere Temperatur. Die Guinea-
strömung nimmt dagegen ihren Vorrat aus äquatorialem Wasser und erhält unter
den Strahlen der tropischen Sonne auf ihrem Wege nach Osten noch Wärme-
zuschuß, so daß einmal ihre Temperatur höher als die der Triftströme ist und
zweitens von West nach Ost zunimmt. Eine Ausnahme machen nur die Monate
Juli, August, September, in welchen eine Abnahme fast des gesamten äquatorialen
Wassers nach Osten hin stattfindet. Zur Aufklärung dieser letzteren Erscheinung
i) The exploration of Gulf of Guinea; Scottish Geographical Magazine 1888, IV.
2) Die atlantischen Meeresströmungen („Zeitschr. f.. wissensch Geog:“, Bd. IV, „Ann. d.
Hydr, ete.“ 1877, Tafel I—IV); siehe auch das Handbuch von Boeuslawsky und Krümmel.