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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1904 
Von großer Wichtigkeit für die Erforschung der Strömungen und ihrer 
Ursachen sind die Expeditionen gewesen, welche ihren Kurs quer durch die 
Aquatorial- und Guineaströmung lenkten. Die „Challenger“-Expedition fand 
vom 10. bis 22. August 1873 folgende Werte: 
N-Br. 
13° 36° 
12° 15° 
11° 59 
10° 25" 
9° 21° 
8° 25 
79° & 
AS 44' 
° 11' 
so 48' 
0 99 
3° 8! 
0 49: 
W-Le. 
22° 49 
229 98) 
21° 12 
20° 30’ 
18° 28’ 
18° 
16° 3 
16° 42’ 
15° 57° 
14° 20 
13° 52 
14° 49' 
17° 13 
Strom im letzten 
Etmal 
S27°W 78Sm 
S37°W 16 , 
N38°0 33 , 
867°0 2 , 
832°0 13 
S45°0 77 
S45°0 18 
N66°0 10 
N 7°O 17 
N44°0 33 
N86°0 28 
S722°W 9 
N38°W 23 
Temperatur 
des Wassers 
26,1° €, 
2,9° 
26,1° 
25,5° 
25,7° » 
25,6° , 
26,1° 
26,1° , 
26,0° 
26,2° 
262° 
25,6° 
95.89 | 
Die „Gazelle“ fand weiter östlich vom 30. Juli bis 10. August 1874 
N-Br. 
12° 29° 
10° 13“ 
6° 28' 
4° 40' 
4° 18 
3° 20 
3° 30° 
3° 56' 
D° 89: 
W-Le. 
20° 16’ 
17° 26' 
11° 20° 
9° 11‘ 
10° 37 
11° 19 
10° 9 
10° 21 
130 15 
Strom in Knoten 
Oberfl. ' 110m "Tiefe 
SzW 02 
SOzO 0, 
So 0,3 
0zS 0,6 
so 0,7 
SWzS 121. 
SzW 0, 
SzW 06 
WzN 06 
So 0,1 
SzO0 01 
SWzS 0,8 
SzW 05 
NzO 0,1 
Wr 1,1 
Spez. Gew. 
Ss (12) 
17% 
1,0267 
1,0270 
1,0251 
1,0262 
1,0269 
1,0271 
1,0268 
1,0274 
1.0270 
°C, 
Temp. 
26,6 
25,1 
24,4 
24,0 
25.0 
25,5 
24,7 
25,7 
53.6 
Die „Gazelle“ hatte zwischen den Kap Verdeschen Inseln bereits einmal 
SSO und ein anderes Mal OzS-Strom gefunden. Bei ihrer Fahrt bog also die 
westliche Strömung langsam in die östliche und diese langsam in die westliche 
um. Der „Challenger“ hatte am 11, August S37°W 16 Sm, am nächsten Tage 
N38° O0 33 Sm, also direkt entgegengesetzten Strom, ebenso hatte das Schiff 
beim Verlassen der Guineaströnung am 20. August N86°0 28 Sn und am 
nächsten Tage S72°W 9 Sm Versetzung. Der Ansicht, daß der Guineastrom 
ein Kompensationsstrom sei, entspricht das Vorhandensein von südlichen und 
nördlichen Strömungen zwischen den Hauptströmungen natürlich besser, doch 
ist klar, daß bei den östlicheren Kursen, welche die „Gazelle“ nahm, diese 
jenen überführenden Strömungen mehr ausgesetzt war, und zweitens waren, wie 
obige Tabellen zeigen, die Strömungen im Jahre 1873 stärker entwickelt als im 
Jahre 1874, so daß dieselben enger aneinander grenzten. 
Die Untersuchung über das Verhalten dieser Strömungen an ihren 
Grenzen bildete einen wichtigen Bestandteil der ozeanographischen Aufgaben, 
welche sich die auf der „Valdivia“ ausgeführte deutsche Tiefsee-Expedition 
gestellt hatte. Zu dem Zwecke richtete dieselbe ihren Kurs etwa parallel zur 
Sierra Leone-Küste durch den Guineastrom hindurch bis in den Bereich der 
S-Passattrift und steuerte dann ONO schräg durch beide Strömungen hindurch 
nach Kamerun. Die Beobachtungen zeigen deutlich das Umbiegen der einen 
Strömung in die andere. Ich gebe sie hier auf volle Seemeilen abgerundet 
wieder.
	        
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