Ergebnisse der meteorologischen Beobachtungen in Tsingtau.
Die fünfjährigen Temperaturmittel für die Zeiten 7" V und 9°N sind aus
den Tagesmitteln aus den fünf Jahren durch Anbringen derselben Korrektion
erhalten, wie sie sich aus den letzten vier Jahrgängen mit Beobachtungen um
bYV, 2°N und 9°N ergibt.
Für alle anderen Elemente ist das Tagesmittel als arithmetisches Mittel
aus den drei Terminen berechnet, und es ist, wegen der Beobachtungen um
83 V und 8&"N in den Monaten September bis Juni im ersten Jahre, keine
Korrektion auf die Zeiten 7" V und 9° N angebracht.
2. Seitherige Veröffentlichungen.
Veröffentlicht wurden bisher in ausführlichen Tabellen die Beobachtungen
von Juli 1898 bis Juni 1899 in Heft IX der deutschen überseeischen meteoro-
logischen Beobachtungen, während die Beobachtungen von Juli 1899 bis De-
zember 1901 in dem zur Zeit im Druck befindlichen Heft XII derselben
Publikation erscheinen werden. Ferner sind in den „Annalen der Hydrographie
und Maritimen Meteorologie“ in der Zeit von Februar 1900 bis Februar 1904
16 Vierteljahrszusammenstellungen (in Dekaden) nach den Tabellen der Kaiser-
lichen Vermessung und der Kaiserlichen meteorologisch-astronomischen Station
erschienen, die den Zeitraum von Juli 1899 bis August 1903 umfassen. Von der
ursprünglichen Einteilung nach Kalendervierteljahren wurde zur Einteilung nach
meteorologischen Jahreszeiten (Dezember-— Februar, März—Mai, Juni— August,
September— November) übergegangen, da es sich zeigte, daß die Jahreszeiten
in Tsingtau in großer Regelmäßigkeit sehr scharf ausgeprägt sind. Es ist dies
auch der Grund, weshalb in der hier vorliegenden fünfjährigen Zusammenstellung
der September 1898 als Anfangsmonat gewählt worden ist. Seit Juni 1901 sind
die Berichte in der Regel von der Kaiserlichen meteorologisch-astronomischen
Station selbst verfaßt.
3. Ergebnisse.
Die Tabelle I auf Seite 200/201 enthält im großen ganzen dieselben Größen,
die in den genannten Zusammenstellungen für die kleineren Zeiträume angegeben
worden sind. Es wurde nur statt des absoluten Maximums der relativen
Feuchtigkeit, die kaum bis 3°0 unter 100 herabgeht, das Mittel der Dampf-
spannung aufgenommen. Ferner wurde die Anzahl der Tage mit Nebel, mit
Schnee, mit Hagel oder Graupeln, mit elektrischen Entladungen, mit Frost und
mit den charakteristischen Sandstürmen hinzugefügt. Das Zeichen »» bedeutet
Tage, an denen die Windstärke 8 oder mehr an einem der drei Termine beob-
achtet wurde. Die Spalte „Allgemeine Luftbewegung“ ist nicht beibehalten;
dafür ist aber in fünf Diagrammen für die Jahreszeiten wie für das Jahr die
Windverteilung auf die 16 Richtungen nach Häufigkeit und Stärke in Beaufort-
Graden ausführlich zur Darstellung gebracht. Die Windhäufigkeit ist dabei
nicht in absoluten Zahlen, sondern in Prozenten aller Beobachtungen an-
gegeben, um einen unmittelbaren Vergleich auch der verschieden langen Zeit-
abschnitte möglich zu machen. Die Gesamtzahl der für das Jahresmittel ver-
wendeten Windbeobachtungen hat 5475 betragen.
Die stärkste Veränderlichkeit von Jahr zu Jahr hat unter den dargestellten
Größen die Regenmenge der einzelnen Zeitabschnitte gezeigt; es sind deshalb
auch die Maxima und Minima der Regenmengen für die einzelnen Zeitabschnitte
in die Tabelle aufgenommen worden, die darüber Aufschluß geben. Bei dem
Regen ist aus diesem Grunde jedenfalls eine erheblich längere Beobachtungs-
periode nötig, um gute klimatische Mittelwerte zu erzielen. Beinahe in allen
übrigen Elementen ist eine große Regelmäßigkeit festzustellen. Die Veränder-
lichkeit in den Monatsmitteln des Luftdrucks, dex Temperatur und der Feuchtigkeit
ist im Winter am größten gewesen; sie betrug in den fünf Jahren für den Luft-
druck im Januar 4,3, im August 1,2 mm, für die Temperatur im Januar 5,2°, im
August 1,1° und für die relative Feuchtigkeit im März 15°, im Mai 4°%.
4. Kennzeichnung des Klimas.
Das Klima von Tsingtau ist ein ausgeprägtes Monsunklima. Die gewaltigen
Extreme im Luftdruck, die in Innerasien im Sommer und Winter zustande kommen,
zeigen sich in Tsingtau in milderer Form, aber immer noch so stark ausgebildet.
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