Erklärung der in den Witterungsberichten etc. angewandten Ausdrücke. 11
sichtlich zur Ausbildung kommen werden; ungefähr gleichbedeutend mit
„stellenweise Gewitter“.
„Vielfach Gewitter“ und „verbreitete Gewitter“ stellen eine
größere Häufigkeit der Gewitter in Aussicht.
; Böen: Windstöße, gewöhnlich von schweren rasch vorüberziehenden
Wolken und meist auch starken Niederschlägen begleitet (vgl. unter 5); in
Begleitung von Gewitter als Gewitterböe bezeichnet,
7. Benennung einiger besonders charakteristischer Witterungsbilder.
Beständiges Wetter: Fortdauer einer ziemlich ruhigen Witterung ohne
wesentliche Anderung.
Unbeständiges Wetter: Wechsel zwischen den entgegengesetzten
Witterungscharakteren.
Veränderliches Wetter: Häufiger und rascher Wechsel zwischen den
entgegengesetzten Witterungscharakteren, insbesondere zwischen Regen-, Schnee-,
Hagel: oder Graupelschauern und Sonnenschein („Aprilwetter“) an der Küste
als „schauriges Wetter“ („showery“) bezeichnet.
Regnerisches Wetter: Häufige Regenfälle bei anhaltend regendrohendem
Gewölk, also ohne das dem veränderlichen Wetter charakteristische zeitweise
Aufklaren.
Ruhiges Wetter: Gleichzeitige Abwesenheit von stärkeren Winden
(über 4 der Beaufortskala) und Niederschlägen, wie von Gewittern.
‚Unruhiges Wetter: Starke bis stürmische Winde (über 6) und stärkere
Niederschläge.
Böiges Wetter: Wetter mit Böen.
Die Fahrt der deutschen Südpolar-Expedition von Kerguelen
in das südliche Eismeer und zurück nach Kapstadt.”
Von Prof. Dr. 0.. Krümmel in Kiel.‘
(Hierzu eine Kartenskizze, Taf, 1.)
. Wenige Tage, bevor unser letztes Referat über die Arbeiten der deutschen
Südpolar-Expedition während ihrer Fahrt von Kapstadt nach Kerguelen in die
Hände der Leser gelangte, meldete der Telegraph die glückliche Rückkehr der
Expedition nach Kapstadt. Es ist nicht zu leugnen, daß die ersten näheren
Nachrichten des Herrn Professors v. Drygalski über die Erfolge seines Unter-
nehmens, und namentlich schon dessen rasche Beendigung, in weiteren Kreisen
enttäuschend wirkten. ‚Jeder hatte wohl gebofft, die Expedition werde eine
hohe südliche Breite erreichen und weite Strecken der antarktischen Räume
mit dem Schiffe dampfend oder im Eise treibend oder auf Schlittenreisen ent-
hüllen: und nun las man, daß das Schiff den Südpolarkreis nur einmal auf kurze
Zeit angesichts eines neuentdeckten Landes berührt und gleich darauf ein Jahr
lang an einem nahe gelegenen Punkte in 66° S-Br., 89%:° O-Lg. im Eise fest-
gefroren überwintert habe, wobei auf Schlittenreisen kaum 67° S-Br. über-
schritten wurde, und daß man im Februar 1903 nach vergeblichem Versuche,
weiter nach SW vorzudringen, über Kerguelen den Rückweg angetreten habe.
Hielt man dagegen die Leistungen der gleichzeitigen britischen Expedition, 80
erschienen diese in der Tat auf den ersten Blick sehr viel glänzender. Kapt.
Scott hat beinahe 12 Breitengrade dem Südpol näher in 77° 51‘ S-Br. über-
wintert und nicht nur mit seinen Schlittenexpeditionen die holıe Breite von
82° 17‘ 8 erreicht, sondern auch seine Stationsbeobachtungen auf einen zweiten
i) Deutsche Südpolar-Expedition unter Leitung von E. v. Drygalski: Bericht über
die wissenschaftlichen Arbeiten seit der Abfahrt von Kerguelen bis zur Rückkehr nach Kapstadt usw.
(Veröff, des Inst. f. Meereskunde in Berlin, Heft 5, Oktober 1903; 181 S., 3 Karten. Berlin.
BE... S.. Mittler & Sohn, 1903.)}