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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai
1904.
ertrunken. Gegen 6 Uhr hatte das Wasser den Höhestand, 2,45 m über normale
Flut, erreicht, so daß überall in den Durchlässen der Deiche die Schotten ein-
gesetzt werden mußten, um das Durchlaufen des Wassers zu verhindern. Das
Wasser der Eider stand von Deich zu Deich, und die hochgehenden Wellen
gingen über den Drager Deich hinweg ins Land hinein. Der Verkehr an den
Fähren der Untereider mußte bald nach Mittag eingestellt werden. Infolge des
furchtbaren Wellenganges riß der Prahm an der Fähre zwischen Friedrichstadt
und Sesterfeld los und trieb etwa 2 km stromaufwärts gegen den Drager Deich,
wobei die eine Seite des Prahms total eingedrückt wurde; es gelang anfänglich
mit vielen Arbeitskräften, den Prahm wieder abzubringen, doch von der Gewalt
des Sturmes wurde er immer wieder gegen den Deich geworfen, bis er schließlich
leck wurde und schräge gegen den Deich anliegend versank. Unzählige Boote
sind vollgeschlagen, teils losgerissen und gesunken; von den Schiffswerften sind
ganze Hellinge und viel Material vertrieben, die Baugrube am Hafen in Friedrich-
stadt lief voll, und das dort lagernde Baumaterial trieb fort. Der durch den
Sturm und das Hochwasser angerichtete Schaden ist sehr groß.
Ergebnisse der meteorologischen Beobachtungen in Tsingtau.
September 1898 bis August 19083.
Bearbeitet im Auftrage des Reichs-Marine-Amts von der Deutschen Seewarte,
(Hierzu Tafel 13.)
1. Vorbemerkungen über die Station und die Beobachtungen.
Fortlaufende systematische meteorologische Beobachtungen sind in
Tsingtau von Mitte 1898 bis Ende 1899 durch das Kaiserliche Vermessungs-
Detachement ausgeführt und seit dem 1. Jannar 1900 von der Kaiserlichen
meteorologisch-astronomischen Station bis heute fortgeführt worden, auf deren
Grundstück sämtliche meteorologischen Instrumente seit November 1898 auf-
gestellt sind. Die geographische Lage des Observatoriums ist: 36° 4‘ N-Br. und
120° 17’ O-Lg. von Greenwich,
Tsingtau liegt am Nordostrande des Einganges in die Kiautschou-Bucht,.
An die hügelige Umgebung schließt sich im Nordnordosten das Lauschan-Gebirge
an. Das Grundstück des Observatoriums liegt selbst auf einer kleinen Anhöhe,
so daß der Wind von allen Seiten freien Zutritt hat. Die Höhe des Quecksilber-
barometers über dem Meere betrug anfänglich 14,9 m, seit dem 24. Oktober 1898
24,0 m. Die hier angegebenen Stände sind sämtlich auf das Meeresniveau
reduziert. Das Psychrometer befand sich in dem bei der Kaiserlichen Marine
gebräuchlichen Gehäuse vor dem nach Nordosten gelegenen Fenster des
Häuschens, während für das Maximum- und Minimum-Thermometer ein besonderes
Thermometer-Häuschen von der in Mohn, „Grundzüge der Meteorologie“, 5. Auf-
Jage, S. 24, beschriebenen Einrichtung errichtet war. Der Regenmesser war
ungefähr in der Mitte des Platzes frei von allen Bauten aufgestellt. Die Wind-
fahne war an der Nordseite des meteorologischen Hauses auf einer das Dach
etwa 2m überragenden Stange angebracht. Die Angaben eines später auf-
gestellten Anemographen sind erst seit 1900 verwendbar, so daß in den hier
vorliegenden fünfjährigen Zusammenstellungen nur die dreimal täglichen Wind-
beobachtungen an der Windfahne zur Berechnung verwendet worden sind.
Die Beobachtungen wurden bis Ende Juni 1899 an den drei Terminen
83V, 2N, 8° N ausgeführt, während seit dem 1. Juli 1899 die Beobachtungs-
zeiten 75V, 2°N, 9°N waren. Die Tagesmittel sind bei der Temperatur dem
Gebrauche der Deutschen Seewarte entsprechend nach den folgenden Formeln
berechnet: ’
Mai bis August: Mittel t = 1 (8b V -+8bN -+ Max. -+ Min.) oder = DER SE
September bis April: Mitte DV N N) oder = EAN EN