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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

van Bebber, W. J.: Bemerkenswerte Stürme. 
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Über die vom Sturme angerichteten Verheerungen liegen .zahlreiche 
Zeitungsnachrichten vor; nur einige mögen hier eine Stelle finden: * . 
Hamburg, 7. April. Sturm und Hochwasser. ‚Der Sturm hat gestern 
nachmittag eine orkanartige Stärke angenommen und schom vielfaches‘. Unheil 
angerichtet. ‚Hier in Hamburg hat der Sturm zahlreiche Schuten,‘. Jollen und 
sonstige kleinere Fahrzeuge zum Sinken gebracht. Es herrschte ‘namentlich 
beim Übergang von Ebbe zur Flut ein so starker Wellenschlag, daß selbst die 
großen. schweren Pontons der. St. Pauli Landungsbrücken in. die heftigsten 
Schwankungen versetzt wurden.‘ Die Laufbrücke mit den großen Schuppen der 
Nordsee-Linie wurde durch die Bewegungen der Pontons aus den Gleisen 
herausgeschleudert. Es mußien sofort Staatsarbeiter herbeigerufen werden, die 
die Brücke auf Klötzen auffingen. 
Mit Eintritt der Flut setzte eine "ganz gewaltige Strömung ein. Um 
33/4* hatten wir hier in Hamburg Niedrigwasser. gehabt, . Dies betrug -+ 3,79 m 
(über Alt-Null). Eine Viertelstunde später hatte die Flut in Cuxhaven, wo sie 
bekanntlich bedeutend früher einsetzt als hier .in. Hamburg, bereits + 6m 
(über Alt-Null) erreicht. Um 4'/2h signalisierte Cuxhaven bereits -} 6,30 m 
(über Alt-Null), um 5° + 6,60 m und um 5'/at + 6,90 m. 
In der Stadt hat der Sturm gleichfalls bedeutenden Schaden angerichtet. 
An verschiedenen Stellen hat er Schornsteine umgeweht. 
Altona, 7. April. Das Hochwasser hat gestern am Oevelgönner und Neu- 
mühlener Strande furchtbar gehaust. Namentlich die Gegend hinter den Biergärten 
hat empfindlichen Schaden erlitten. Abgesehen von der starken Flut, die noch über 
den Strand weg stieg, sind namentlich durch die Teile eines aus 109 schweren 
Baumstämmen gebildeten zerscheilten Flosses schwere Schäden verursacht 
worden. Bisher wurden etwa 40 dieser Riesenbaumstämme geborgen, namentlich 
in Nienstedten und Blankenese. — In Neumühlen wurde ein. Bootsteg zer- 
trümmert, die Boote fortgetrieben und teils zertrümmert, teils unter die Pontons 
gedrückt. Heute früh stand das Wasser in Oevelgönne noch so hoch, daß ein 
Verkehr am Strande nicht möglich war. Überall ragten die Masten gesunkener 
Kutter aus dem Wasser hervor, und nicht gering war die Zahl der durch den 
Wogengang ans Ufer geschleuderten und zertrümmerten Ruderboote.‘ Durch die 
Gewalt der wie Geschosse wirkenden schweren Baumstämme. sind auf der ganzen 
Strecke des Oevelgönner Strandes Anlegestege zerschlagen, ja, steinerne Anlege- 
treppen völlig fortgerissen worden. . 
. Cuxhaven, 6. April. Nach. tagelangem Regenwetter mit südwestlichen 
Winden- trat heute mittag ein heftiger Sturm aus West ein, der die. Wind- 
stärke 10 erreichte. Aus der Umgegend werden vielerlei Unfälle berichtet. 
So kam heute nachmittag das Lotsenversetzboot des dritten Feuerschiffes hier 
a weil es nach Absetzung eines Lotsen seine Station nicht wieder erreichen 
onnte. . 
Bremerhaven, 7. April. Der heftige Nordweststurm, der gestern mittag 
einsetzte und eine Sturmflut zur Folge hatte, kostete gestern abend in ‚der 
Weser-Mündung drei Fischern das Leben, indem das eine mit Garneelenfang be- 
schäftigte Fahrzeug auf den Sand geworfen wurde und kenterte; die drei Mann 
starke Besatzung ist ertrunken. 2 , 
Hadersleben,. 7. April. Aus der Stadt und aus allen Teilen des Kreises 
wird von großen Verheerungen, die der Sturm angerichtet hat, berichtet. 
Husum, 6. April. Infolge des orkanartigen Nordweststurmes trat heute 
nachmittag das Wasser der See über die Kaimauer;. die Schleusentore brachen. 
An der Schiffsbrücke stieg das Wasser 1'/a m hoch auf der Straße. Die benach- 
barten Häuser sind gefährdet. 
Brunsbüttelerhafen, 6. April. Hier herrscht heftiger Sturm. Das 
„Osteriff“- Feuerschiff ist gegen abend losgerissen und elbaufwärts, getrieben 
worden. . 
Friedrichstadt, 6. April. Der Wasserstand der Eider ist infolge des 
starken Nordweststurmes 2,45 m über normal, 
Von der Eider, 6. April. Der heute mittag einsetzende Nordweststurm 
hat hier unheimlich gehaust und sehr viel Schaden angerichtet; mehrere ländliche 
Gebäude sind abgedeckt und Bäume und Telegraphenstangen umgeweht. Sowohl 
auf dithmarscher wie ‚auf schleswiger Seite der Eider sind Schafe und Lämmer
	        
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