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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1904. 
Instrumente beschrieben, nämlich einen Tiefseewasserschöpfer und einen 
Thermographen zur fortlaufenden Registrierung der Temperatur des Meer- 
wassers. Beachtenswert ist auch in diesem größten wissenschaftlichen Werke 
Makaroffs die weitgehende Beachtung und Benutzung der westeuropäischen 
Fachliteratur, und seinerzeit höchst verdienstvoll, wenn auch jetzt methodisch 
in mancher Beziehung überholt, waren die eingehenden Arbeiten über die Eigen- 
schaften der Araeometer, über Dichte und Volumen des Seewassers ver- 
schiedenen Salzgehaltes bei verschiedenen Wärmegraden.‘) 
Aus den mit seinem „Vitiaz“-Werk zusammenhängenden Studien hervor- 
gegangen ist auch der von Makaroff ebenfalls noch 1894 gemachte Vorschlag, 
auf internationalem Wege die heute noch ungelöste Frage der gleichmäßigen 
Bearbeitung der Beobachtungen auf See und des gegenseitigen Austausches der- 
selben unter den beteiligten Instituten zu erledigen.) 
Vom Herbst 1894 bis zum Frühjahr 1896 weilte Makaroff wieder im 
Auslande, und zwar als Geschwaderchef zuerst kurze Zeit im Mittelmeer, dann 
infolge des japanisch-chinesischen Krieges bald in Ostasien; nach Abgabe seines 
Kommandos kehrte der Admiral auf dem Wege über Amerika nach Rußland 
zurück. Über die in diesem Zeitabschnitt ausgeführten ozeanographischen 
Arbeiten hat er im April 1896 vor der Geographischen Gesellschaft zu 
St. Petersburg einen Bericht erstattet, der auch in dieser Zeitschrift wieder- 
gegeben worden ist. °) 
Seit 1896 ist Makaroff bis zu seinem jüngsten Kommando dorthin nicht 
wieder im fernen Osten gewesen; zuerst befehligte er, zum Vizeadmiral befördert, 
das Baltische Geschwader, erhielt dann 1899 den verantwortungsvollen Posten 
eines Militärgouverneurs von Kronstadt. In diesen Jahren, von 1897 bis 1901, 
hat den verdienten Admiral neben den unmittelbaren, weitverzweigten Pflichten 
seiner Berufsstellung vorzugsweise ein Gedanke beschäftigt, der ebenso großes 
wissenschaftliches wie praktisches Interesse erweckt hat, nämlich der Gedanke, 
mittels eines gewaltigen Eisbrechers erstens einmal im Winter die russischen 
Häfen der Ostsee offen zu halten und im Sommer einen Handelsverkehr längs 
der Nordküste Sibiriens bis zur Lena mit seiner Hilfe zu ermöglichen, zweitens 
aber auch Polarforschung zu betreiben und, wenn möglich, auf diese Weise den 
Nordpol zu erreichen. 
Wenn schon die Rieseneisbrecher der nordamerikanischen Seen ein Vorbild 
abgegeben haben, so waren doch, wie alles bei Makaroff, seine diesem speziellen 
russischen Zwecke gewidmeten Einzelideen durchaus originell und wohl durch- 
dacht. Ein Vortrag, den er im März 1897 in St. Petersburg „über die Befahrung 
der Meere hoher Breiten mit Hilfe von KEisbrechern“ hielt,*) hatte zur Folge, 
daß er im Sommer 1897 zunächst eine Reise von Vardö längs der nordischen 
Küsten bis zur Lena-Mündung machte, um aus eigener Anschauung die HEis- 
verhältnisse daselbst kennen zu lernen. Rücksprachen mit Nordenskjöld und 
Sverdrup bestärkten ihn in seinem Plane, und so erreichte er es, daß die 
russische Regierung im Jahre 1898 bei W. G. Armstrong, Whitworth 
and Co. in Newcastle on Tyne den Eisbrecher „Yermäk“ von 10 000 Pferde- 
stärken bauen ließ. Im März 1899 konnte Makaroff mit diesem Fahrzeug, 
welches ja vielfach abgebildet worden ist und weit über die Kreise der Fach- 
leute hinaus allgemeine Beachtung gefunden hat, die erste Reise nach Reval 
und Kronstadt antreten. Die im KEise gemachten Erfahrungen veranlaßten ihn, 
noch im Sommer 1899 in Newcastle einen Umbau an dem Schiffe durch Weg- 
nahme der am Bug angebrachten Schraube — welche das Eis hatte lockern 
sollen — vornehmen zu lassen; alle diese Arbeiten überwachte Makaroff 
selbst, und so war er in den Jahren 1898 und 1899 monatelang in England 
und Schottland. 
Wie immer, benutzte Makaroff solche Zeiten auch zu wissenschaftlicher 
Betätigung. Am 9. Februar 1899 hatte er vor der Royal Society in Edinburgh 
1) Diese Themata hatte Makaroff schon 1891 in gesonderter Behandlung auf Grund eines 
in der physikalisch-chemischen Gesellschaft zu St. Petersburg gehaltenen Vortrages veröffentlicht. 
2) Memorandum respeeting ‚the necessity of an international agreement with regard to the 
publication of material contained in naval meteorological journals. St, Petersburg 1894. 
3) „Ann. d. Hydr, etc.“ 1897, S. 258—263. 
4) Abgedruckt auch in den „Ann. d. Hydr. ete.“ 1899, S. 201—2217.
	        
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