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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Ann. d. Hydr. ete.; XXXIL. Jahrg. (1904), Heft V. 
73 
S. 0. Makaroff +. 
Mit dem am 12. April d. J., vor Port Arthur bei dem Untergang des 
Panzerschiffes „Petropawlowsk“ um das Leben gekommenen russischen Vize- 
admiral Stepan Ossipowitsch Makaroff hat auch die wissenschaftliche 
Meereskunde einen ihrer verdienstvollsten, tätigsten und ideenreichen Mitarbeiter 
verloren. Mehrfach haben die „Ann. der Hydr. etc.“ von seinen der Ozeano- 
graphie gewidmeten wissenschaftlichen Untersuchungen Bericht erstattet; durch 
wiederholten Besuch auf der Deutschen Seewarte ist Makaroff zu mehreren 
Beamten der Anstalt in persönliche Beziehungen getreten, so daß es eine 
selbstverständliche Pflicht ist, hier in ‘kurzen Sätzen dasjenige zusammen- 
zustellen, was Makaroff auf dem Gebiete der Meereskunde und dem ihrer 
praktischen Anwendungen geleistet hat. Vollständigkeit der Berichterstattung 
kann dabei von vornherein nicht erstrebt oder erreicht werden. . 
Makaroff, der im Jahre 1848 in Kiew geboren war, hat, soweit hier 
bekannt, die ersten umfassenden und wichtigen, in einer größeren Arbeit nieder- 
gelegten wissenschaftlichen Untersuchungen im Lebensalter von 33 Jahren als 
Kommandant des russischen Kriegsschiffes „Tamanj“ angestellt; sie betreffen 
den Wasseraustausch zwischen dem Schwarzen Meer und dem Mittelländischen 
Meer, und Makaroff hat zu diesem Zwecke von November 1881 bis August 1882 
eine große Zahl von Beobachtungen über das ‘spezifische Gewicht, bezw. den 
Salzgehalt, über die Temperatur des Wassers und seine Bewegungen in den 
verschiedenen Tiefen des Bosporus und der angrenzenden Teile des Marmara- 
Meeres und Schwarzen Meeres beigebracht, zum Teil unter Anwendung eines 
von ihm konstrujerten‘: Strommessers: („Fluctometer“ genannt). Sein Bericht 
darüber ist mit vielen Tafeln und Karten ausgestattet und in den „Sapiski“ 
der Petersburger Akademie der Wissenschaften 1885 erschienen.!) ‘Die 
interessante Frage der Ober- und Unterströmungen in gewissen engen Meeres- 
straßen hat den Admiral Makaroff nach nahezu 20 Jahren wieder zu schrift- 
stellerischer Stellungnahme veranlaßt, indem er in einer lesenswerten Kontroverse 
gegenüber Admiral Wharton, dem Chef des Londoner hydrographischen Amtes, 
seine Ansicht von der Bedeutung des spezifischen Gewichtes des Meerwassers 
für solche Ausgleichsbewegungen in Meeresstraßen, welche Meeresteile von ver- 
schiedener physikalischer Beschaffenheit verbinden, aufrecht erhalten hat.?) 
In den 4 Jahren nach Erscheinen der ersten großen Arbeit vom Jahre 1885, 
also von 1886 bis 1889, finden wir Makaroff als Kommandanten der Korvette 
„Vitiaz“ auf einer Reise um die Welt, insbesondere auf der russischen ost- 
asiatischen Station; man darf sagen, daß durch seine außerordentlich viel- 
seitige wissenschaftliche Tätigkeit gerade während dieser Periode, 
die dadurch für unsere Kenntnis der physikalischen Verhältnisse des 
nördlichen Stillen Ozeans geradezu epochemachend geworden ist, 
Makaroff seinen Ruf und Ruhm als bedeutender, in Theorie und Praxis gleich 
bewanderter Ozeanograph voll begründet hat. Der Wert der Beobachtungen 
und der daran angeschlossenen jahrelangen meereskundlichen Studien nach der 
Rückkehr wurde so hoch eingeschätzt, daß das hieraus entstandene zweibändige 
Werk®) von der Petersburger Akademie der Wissenschaften mit einem Preise 
gekrönt wurde. Aus diesem Werk hat der Verfasser dieser Zeilen einen 
Abschnitt, welcher die Hydrographie der Formosa-Straße in ihrer Bedeutung für 
die praktische Schiffahrt behandelt, für die „Ann. d. Hydr. etc“*) bearbeitet; 
in demselben Werk hat Makaroff zwei von ihm konstruierte ozeanographische 
‘) Auszug hieraus in „Ann. d. Hydr. etc.“ 1886, S. 532, 
2) „Nature“, vol. 60 (1899), S. 544; vol. 61, S. 29. ; 
3) „Le »Vitiaze et1l’Ocean Pacifique“, observations hydrologiqnes faites par les officiers de 
ia corvette »Vitiaze, et recueil des observations sur la temperature et le poids specifique de l’ean de 
’Ocean Pacifique: Nord. St. Petersbourg 1894. I. Band: 337 SS. II. Band: 511 SS. dazu 31 Tafeln.. 
(Text russisch und französisch.) 
4) Jahrgang 1894, S. 121—131 und Taf. 3, 
Ann. d. Hydr. etc, 19004, Hoft Y.
	        
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