192 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1904.
auszudehnen, am 13. an der Nordseeküste stürmische südwestliche, an der west-
lichen Ostseeküste stürmische südliche Winde hervorrufend. Die östliche Ostsee-
küste blieb zunächst noch frei. In ihrem Bereich wehten leichte veränderliche
Winde. Das Minimum bewegte sich nunmehr in nordöstlicher Richtung vorwärts,
bis zum 16. auf der Karte verfolgbar. Am 14. stand die ganze Küste unter seinem
Einfluß, so daß an der Nordseeküste frische bis starke, an der Ostseeküste
schwache bis frische Winde wehten. KEin von dem ersten abgezweigtes Teil-
minimum lag am 15. über Jütland, um in schnellem Lauf bis zum nächsten Tage
nach Nordpolen und dann nach dem östlichen Finnischen Meerbusen weiter zu
eilen. Die unter seinem Einfluß stehende Nordseeküste hatte am 15. mäßige
bis starke westliche bis nordwestliche, die westliche Ostseeküste mäßige süd-
liche Winde; die östliche Ostseeküste, an der ruhiges Wetter herrschte, blieb
frei. Am nächsten Morgen stand nur noch die ostpreußische Küste, an der
mäßige nordwestliche Winde wehten, unter seinem Einfluß, während an der
übrigen Küste leichte bis schwache westliche Winde wehten.
Eine neue Periode trat mit dem 17. ein. Ein neues Minimum war
westlich von Schottland erschienen mit einem ostwärts fortschreitenden Teil-
minimum über der südwestlichen Nordsee. Unter dem Einfluß des letzteren
wehten an der Nordseeküste am 17. mäßige, an der westlichen Ostseeküste
schwache östliche Winde, während an der östlichen Ostseeküste ruhiges Wetter
herrschte. Am 18. und 19. stand die ganze Küste unter dem Einfluß des Teil-
minimums, welches am Morgen des 18. über Nordschleswig, am 19. zwischen
Ostpreußen und Südskandinavien lag. Infolgedessen wehten am 18. an der
Nordseeküste stürmische westliche, an der westlichen Ostseeküste mäßige südliche,
an der östlichen Ostseeküste schwache südöstliche Winde; am 19. wehten an
der ganzen Küste leichte bis schwache Winde aus meist westlichen Richtungen.
Am 20. trat eine gleichzeitige Verschärfung des alten Hauptminimums,
welches inzwischen bis in die Gegend westlich der norwegischen Küste vorge-
drungen war, und eines sich bereits am 19. über Südwesteuropa entwickelnden
Hochdruckgebietes ein, wodurch ein ziemlich starkes Aneinanderdrängen der
Isobaren entstand, so daß am 20. an der Nordseeküste stürmische westliche
Winde wehten, die teilweise bis zu vollem Sturm anwuchsen, während die
schleswig - holsteinische Ostseeküste frische südliche, die übrige Ostseeküste
mäßige bis starke westliche Winde hatte. Am 21. wehten an der Nordseeküste
schwache, an der Ostseeküste mäßige bis starke westliche Winde.
Während das Hochdruckgebiet über Südwesteuropa nach und nach im
Laufe der nächsten Tage an Intensität verlor, erschien am 21. ein neues Minimum
westlich von Schottland, welches am 22. bis Nordschleswig vorgedrungen war,
an der Nordseeküste schwache, an der Ostseeküste leichte bis schwache südliche
Winde hervorrufend.
Eine neue Wetterlage trat mit dem 23. ein, die sich bis zum Schluß des
Monats erhielt. Das Hochdruckgebiet über Nordosteuropa gewann wiederum an
Intensität und entsandte einen Ausläufer über Skandinavien und Norddeutschland
nach Nord- und Mittelfrankreich. Die deutsche Küste befand sich also während
dieser ganzen Zeit in einem Hochdruckgebiet, in dem meist leichte, zuweilen
schwache östliche Winde wehten.
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