Die Witterung an der deutschen Küste im Februar 1904,
des Monats, ferner an der Nordsee- und westlichen Ostseeküste am 23. und 24.
In ibrem Gange von Tag zu Tag zeigten die Morgentemperaturen nur vereinzelt
größere Schwankungen, außer an der Nordsee- und westlichen Ostseeküste am
53. und mit weiterer Ausnahme von Memel und Königsberg. Gegen Anfang des
Monats lag die Temperatur etwas unter‘ der normalen, um mit geringen
Schwankungen bis zum 9. langsam anzusteigen und sich bis zum 14, ziemlich
hoch zu halten. Nach einem nicht besonders erheblichen Rückgang bis zum
17. stieg die Temperatur langsam wieder, um am 21. und 22. ihre höchsten
Werte zu erreichen. Ein jäher Rückgang der Temperatur erfolgte sodann am
23. an der Nordsee- und westlichen Ostseeküste, während an der östlichen
Ostseeküste die Temperatur langsamer sank. Die kältesten Tage für die ganze
Küste waren der.26. bis. 29., am 28. waren die Temperaturen in Memel 10°
unter der normalen. Eistage (Maximaltemperatur unter 0°) waren an der ganzen
Küste der 25, bis 29., weiter an der östlichen Ostseeküste der 1., 2., 24. und 25.;
Frosttage (Minimaltemperatur unter nur 0°) waren für das ganze Gebiet, mit
Ausnahme der westlichen Nordseeküste, der 1. bis 3. wie der 23. bis 25.; die
Minimaltemperatur von Memel lag fast den ganzen Monat unter 0°; die
Temperatur sank .in Borkum bis —3,6°, in Memel bis —138,1°.
Frei von Niederschlägen, abgesehen von.ganz geringfügigen, waren der
i. an der ganzen Küste, der 3. und 4..an der Nordseeküste, der 5., mit Aus-
nahme der pommerschen von Rügen bis Colbergermünde, an der ganzen Küste,
der 16. an der ganzen Küste, mit Ausnahme der ostpreußischen, der 23. an der
ganzen Küste, mit Ausnahme der pommerschen;, der 26. wie 28. und 29. an der
Nordseeküste und östlichen Ostseeküste von der westpreußischen an, am 29,
außerdem noch die mecklenburgische und schleswig-holsteinische Ostseeküste.
Sehr ergiebige Niederschläge — 20 mm und mehr in 24 Stunden — wurden
nirgends beobachtet, die höchste Niederschlagsmenge von 16 mm wurde am 10.
auf Helgoland gemessen. Ausgebreitete Nebel traten auf am 1. an der west-
lichen Nordseeküste bis zur Jade, am 4. an der vorpommerschen. und der hinter-
pommerschen Küste bis Stolpmünde, am 5. an der pommerschen und ost-
preußischen Küste, am 6. an den meisten Stationen der Nordsee- wie der
achleswig-holsteinischen, mecklenburgischen und pommerschen Küste, am 8. an
der. Mehrzahl von den Stationen der Nordsee- und schleswig-holsteinischen
Küste; im übrigen wurde Nebel nur. noch vereinzelt beobachtet am 15., 16,
21. und 22. Heitere Tage wurden nur an ganz. vereinzelten Stationen am 12,,
16., 21. und 23. beobachtet. .
Als häufigste Windrichtungen wurden an der Nordsee- und westlichen
Ostseeküste bis nach Westpreußen SO bis SW, in Memel O beobachtet.
„Während des ganzen Monats lag über Nordost- bezw. Osteuropa ein
Hochdruckgebiet, das sich bald weiter ausdehnte, bald wieder zurückzog. Eine
Reihe nicht allzu tiefer Depressionen drang, vom Ozean herannahend, während
der Zeit vom 1. bis 8. vom Kanal über die Nordsee und Südskandinavien nach
Mittelrußland vor. Beim weiteren Vordringen nach Osten verloren sie allmählich
an Intensität, um schließlich zu verschwinden, so daß sich schließlich eine Furche
niedrigen Luftdruckes bildete, die von Südengland aus über die südliche Nord-
und Östsee sich nach dem Rigaischen Meerbusen erstreckte. Infolgedessen
wehten während dieser ganzen Zeit an der deutschen Küste leichte bis schwache,
zuweilen mäßige Winde aus den Richtungen O bis 8.
Am 9. stand die ganze Küste unter dem Einfluß eines kleinen, über der
lübischen Bucht liegenden Teilminimums, das an der Nordsee- und schleswig-
holsteinischen Ostseeküste schwache bis mäßige südwestliche, an der übrigen
Ostseeküste leichte bis schwache östliche Winde zur Folge hatte.
Ein neues ziemlich tiefes Minimum lag am Morgen des 9. vor dem Kanal,
Es bewegte sich dann weiter nach Osten fort, um am Morgen des 10. über der
südlichen Nordsee, am 11. über Jütland und am 12. über Finnland zu lagern.
In seinem Gefolge wehten am 10. an der ganzen Küste mäßige südliche, am
11. an der Nordseeküste mäßige nordwestliche, an der Ostseeküste leichte bis
schwache südliche, am 12. an der Nordseeküste leichte, an der Ostseeküste
stürmische nordwestliche Winde. ;
Ein weiteres, bereits am 9. westlich von Schottland erschienenes Minimum
fing am 13. an, seinen Einfluß auch auf den größten Teil der deutschen Küste
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