Neuere Veröffentlichungen,
177
finden. Da für diese die angewandte Formel zur Kompensation des Krängungs-
fehlers ’ = 14 (1+4- ©) =1(1 + a) vollständig richtig ist, so ist die eine Formel
für beide Arten der Korrektoren beibehalten, was für die Praxis um 8o eher zu-
lässig erscheint, als bei den Kugelkorrektoren die Veränderung der Koeffizienten
a und e nicht gleich groß ist, sondern —e um ungefähr doppelt so viel & ab-
nimmt wie — a zunimmt. .
Dies ist vollkommen richtig. Es ist dieser Umstand von mir übersehen
worden... Wenn auch die Induktion von Magnetismus in einer Kugel weichen
Eisens für alle Achsen als gleich angesehen werden kann, so ist doch die
Wirkung auf den Kompaß bei querschiffs angebrachten Kugelkorrektoren in der
Querschiffsachse größer als in der Längsschiffsachse, wie oben angegeben.
Koldevwey.
6. Zu dem Artikel: „Durch Luftspiegelung veränderte. Kimmtiefe‘*
(„Ann. d. Hydr. etc.“ 1903, S. 511). ; a
Zu diesem Artikel macht der K.K. Korvettenkapitän Herr K. Koss
der Redaktion dieser Zeitschrift folgende Mitteilung: „Die im Berichte er-
wähnten Luftspiegelungen deuteten mit Sicherheit abnorme Refraktion an, der
Wind war mittags veränderlich, von der Stärke 3; es wäre also von den in
den „Ann. d. Hydr. etc.“ 1901, S. 167 gegebenen Kimmtiefen die II. anzuwenden
gewesen, die den Breitenfehler von 8‘ vielleicht um 5 bis 6‘ verringert hätte,
Leider ist die Lufttemperatur nicht am Wasser und in Augeshöhe gemessen
worden, so daß sich weiter nichts tun läßt.“
Neuere Veröffentlichungen. -
A. Besprechungen und ausführlichere Inhaltsangaben. ,
Rottok, E., Geheimer Admiralitätsrat: Die Deviationstheorie und ihre An-
wendung in der Praxis ete. |
Zusatz zu der Besprechung in „Ann. d. Hydr. ete.“ 1904, S. 131, siehe dieses Heft S. 176.
Sammlung von Aufgaben zur Vorbereitung für die Prüfung zum Schiffer auf
kleiner Fahrt. - Bearbeitet von 0. Mennenga, Navigationslehrer. 8°. 55 58.
Emden und Borkum 1904. W. Haynel.
Die im vorigen Jahre erschienenen „Nautischen Aufgaben“ von Fulst und Meldau, die
das Übungsmaterial zur Vorbereitung für die Prüfung zum Seesteuermann und zum Schiffer auf
großer Fahrt enthalten, haben in dem vorliegenden „Nautischen Rechenbuche“ —. wie es auf der
Kinbanddecke genannt ist — gewissermaßen eine Erweiterung erfahren, indem nun auch das nötige
Übungsmaterial zur Vorbereitung für die Prüfung zum Schiffer auf kleiner Fahrt vorliegt.
Über die Zweckmäßigkeit einer derartigen Aufgabensammlung kann nur eine Stimme
herrschen; es muß geradezu wunderbar erscheinen, daß man sich solange ohne ein solches bequemes
Hilfsmittel beim Unterricht beholfen hat.‘ ..
Die Sammlung von Mennenga beschränkt sich nicht, wie die Sammlung von Fulst und
Meldau, auf die nautischen Aufgaben, sondern enthält auch Aufgaben aus der Arithmetik, soweit
sie für die Kleinschiffer in Betracht kommen. Doch nehmen diese nur wenige Seiten ein; das
Schwergewicht liegt auf den nautischen Aufgaben, Nach einigen in .die Besteckrechnung ein-
leitenden Aufgaben folgt eine reichhaltige Sammlung aus der terrestrischen Nautik, und zwar
68 Koppelkurse, - 60 Kartenaufgaben und 40 Loggeaufgaben. . Die wichtigsten‘ Aufgaben der
astronomischen Nautik bilden die Meridianbreiten (60) und Hochwasserberechnungen (54). Damit
ist zwar das eigentliche Pensum der Kleinschiffer beendet, es folgt aber noch eine kleine Anzahl
von Chronometerlängen (20) und von Mißweisungsbestimmungen mit Hilfe von Azimuttafeln (30),
Aufgaben, die später von der ersten Stufe der Hochseefischer verlangt werden sollen. -
‚Die Aufgaben sind, wie eine eingehende Durchsicht ergeben hat, sorgfältig ausgewählt,
systematisch geordnet und im allgemeinen übersichtlich gedruckt. In letzterer Hinsicht lassen nur
lie astronomischen Aufgaben etwas zu wünschen übrig, indem die eigentliche Beobachtung nicht
genügend hervortritt. Es wäre besser gewesen, sie in ejne besondere Zeile zu setzen.
Bei den Koppelkursen muß es auffallen, daß bei sämtlichen Aufgaben ohne Ausnahme die
Distanz auf zehntel Seemeilen angegeben ist, Dadurch bekommt der Schüler ein ganz falsches Bild.
Die Regel ist auf See noch immer gewesen, die Distanzen auf volle Seemeilen anzugeben, und ein
nachdenkender Seemann wird auch künftig nicht davon abgehen, weil er durch die zehntel
Minuten nur eine unbequemere Rechnung, aber nun und nimmermehr ein -genaueres Besteck bekommt.
In der Schule ist diese übertriebene Genauigkeit aber geradezu von Übel, weil sie die Meinung er-
wecken muß, sie ließe sich in der Praxis erreichen. Man verschleiert also dadurch die tatsächlichen
Verhältnisse. Der Herr Verfasser konnte sich zwar nicht ausschließlich mit vollen Seemeilen
begnügen, weil leider die‘ Aufgaben, die die Prüflinge zu lösen haben, zum "Teil ebenfalls zehntel
Ann. d. Hydr. otc., 1904. Heft 1Y.