176 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1904,
der Bank und den Liu-Kiu-Inseln befand sich eine Fläche von gleichmäßiger
Tiefe, 1000 Faden (1830 m). Die Liu-Kiu-Inseln und die Meijaco-Sima-Gruppe
sind durch einen unterseeischen Rücken verbunden, und die Vermutung liegt nahe,
daß der gesamte Kreis der Inseln, von Formosa nach den japanischen Inseln
unter Wasser seine Fortsetzung hat.
Südlich von diesen Inseln befand sich eine sehr große Fläche mit rotem
Tongrund. Die größte Wassertiefe, die hier gefunden wurde, betrug 4090 Faden
(7480 m), während sonst bis dicht zu den Carolinen 3000 Faden (5490 m) gelotet
wurden. Bei der Insel Yap fiel die Küste steil ab, auf einige Meilen Abstand
waren bereits Wassertiefen von mehr als 2000 Faden (3660 m) gefunden.
Im allgemeinen waren die Tiefen auf den übrigen Strecken geringer; nur
östlich Yap befand sich eine sehr tiefe Rinne von 4120 Faden (7545 m).
Im ganzen wurden 589 Lotungen gemacht:
14 unter 100 Faden = 183m,
120 zwischen 100 „ = 183 m und 1000 Faden = 1830 m,
L50 „ 1000 -„ = 1830m „ 2000 „ = 3660 m,
149 „ 2000 = 3660m „ 3000 „ = 5490 m,
104 „3000 „ 5490 m „ 4000 „ = 7320 m,
2 tiefer als 4000 7320 m. W. Wallis.
4. Über die allgemeine Karte der Meerestiefen machten die Herren
J. Thoulet und Ch. Sauerwein der französischen Akademie der Wissenschaften
folgende Mitteilung: (Comptes rendus T. CXXXVIII No. 2 1904.)
Der im Jahre 1899 in Berlin abgehaltene Geographen-Kongreß setzte
eine internationale Kommission für die Benennung der Südozeane ein, mit dem
Auftrage, eine verbesserte Karte der Meerestiefen spätestens bis zum folgenden
Kongreß in Washington am 8. September 1904 fertigzustellen und zu ver-
öffentlichen. Diese Kommission, der deutscherseits die Professoren Supan und
Krümmel angehören, tagte am 15. und 16. April in Wiesbaden unter Vorsitz des
Fürsten Albert von Monako und billigte einstimmig den vom Herrn Professor
Thoulet vorgelegten Plan, nachdem die nunmehr fertiggestellte Karte unter
Leitung des Herrn Sauerwein ausgeführt ist.
Die im Maßstabe von 1:10000000 ausgeführte Karte besteht aus
24 Blättern. Die Polargegenden von 72° bis 90° Breite sind in gnomonischer
Projektion ausgeführt auf einer die Pole tangierenden, den Breitenkreisen
parallelen Ebene. Diese beiden Projektionen sind in je vier Blätter geteilt,
die die Quadranten von 0°, 90° O0, 180° und 90° W Länge umfassen.
Zwischen 72° Nord- und Südbreite ist für die Darstellung die Merkator-
projektion auf eine den Aquator tangierende, der Erdachse gleichgerichtete
Ebene gewählt. Die einzelnen Blätter erhielt man, indem die Projektion längs
der Meridiane 0°, 90° O0, 180°, 90° W zerschnitten und diese Stücke wieder
senkrecht dazu längs der Breitenparallele 0°, 47° N u. S. geteilt wurden, also
zusammen 16 Blätter.
Eine besondere Bezeichnungsweise gestattet nicht allein jedes Blatt
dieses 1:10 Mill. hergestellten Atlasses zu benennen, sondern auch jedes Blatt,
das etwa durch Verzehnfachung oder wiederholte Verzehnfachung von den
arsprünglichen abgeleitet wird.
Die Karte, im Juni 1903 begonnen, heut vollendet, weist die bis zum
Juli erhaltenen Tiefenangaben nach. Die Isobathen sind für 200, 500, 1000 m
and von da an von 1000 zu 1000 m bis 9000 m ausgezogen und nach den aus-
führlichsten Admiralitätskarten der verschiedenen Länder geprüft. Dank den
Angaben der betreffenden Marinebehörden und Kabelgesellschaften steht die
vorgelegte Karte vollständig auf der Höhe der Zeit, sie gibt für gewisse
Meeresteile wertvolle Aufschlüsse über die Bodengestaltung und zeigt für andere,
weniger erforschte, wo die Lotungen zukünftiger Tiefenforschung einzu-
setzen haben. M.
5. Zusatz zu der Besprechung des Buches Rottok, E.: „Die Deviations-
theorie und ihre Anwendung in der Praxis“. (HeftIlI, S. 131.)
Herr Geheimer Admiralitätsrat Rottok hatte die Güte, mir mitzuteilen,
daß in der Kaiserlichen Marine zur Kompensation der quadrantalen Deviation
neuerdings neben den Kugelkorrektoren jetzt auch Stabkorrektoren Verwendung