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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Kleinere Mitteilungen. 
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zu machen, zwischen Westamerika und den Philippinen. Die Bucht von San Luiz 
d’Apra bietet den Schiffen einen sicheren. Liegeplatz, jedoch ist das Landen, 
der Riffe wegen, Sehr schwierig. . 
Am 27. Mai-lief ein englischer Kabelleger ein, welcher den ersten Teil 
des Kabels Guam— Honolulu legen sollte... . 
Am 28. Mai wurde die Bucht verlassen und, nachdem  Küstenlotungen 
vorgenommen waren, die Rückreise nach Yap angetreten, um auch dort die 
Küstenlotungen zu vervollständigen, und die Strecke Yap—Palao auszuloten. 
Am 15; Juni kam die Palao-Gruppe in Sicht; bei der Ungenauigkeit der Karte 
war. es sehr schwer „Korror Harbour“ aufzufinden, woselbst geankert wurde. 
Am 16. wurden von See aus einzelne erkennbare Punkte in die Karte ein- 
getragen, um dem Kabelleger später Anleitung zum Legen des Kabels geben zu 
können. Am anderen Morgen wurde, nachdem einige. Küstenlotungen vor- 
genommen waren, mit dem Ausloten der Strecke Palao-—Menado begonnen. 
Kohlenmangel ließ jedoch die Arbeit nicht vollenden, so daß zur Ergänzung 
der Kohle Kema angelaufen werden mußte. Am 5. Juli wurden die Lotungen 
fortgesetzt. Am 12. Juli lief die „Edi“ in Menado ein, die Lotungen waren 
beendigt. . 
Die Lotmaschine. Bei dem Loten wurde die Tiefseelotmaschine von 
Lucas verwendet (vgl. „Mededeelingen betreffende het Zeewesen“, deel XXX, 
4. afl. 1890). ; 
Es waren 2 Lotmaschinen an Bord, welche auf der Back auf einer 
eisernen Plattform aufgebaut waren. 
Das Manövrieren mit dem Schiff, Beim Manövrieren mit dem 
Schiff zur Zeit der Lotung ist darauf zu achten, daß man das Schiff auf Position 
hält, damit der Lotungsdraht vertikal zeigt. 
Strom, See und Wind haben großen Einfluß‘ auf das Manöver. Ist die 
Richtung des Stromes bekannt, so ist es am einfachsten, das Schiff gegen ‘den 
Strom zu legen und beim Abtreiben das Schiff mit Ruder und Maschine auf 
Position zu halten. Ebenso ist zu verfahren bei starkem Winde und mäßiger See. 
Ist die See hoch, so liegt das Schiff besser vor dem Winde und der See, 
und es kann durch Rückwärtsdampfen die Position gehalten werden. Ist 
hierbei der Strom stark und seitlich, so glückt es oftmals dadurch, daß man 
erst durch Rückwärtsgang und dann durch Vorwärtsgang und Ruderlegen das 
Schiff auf Position bringt. 
Das Arbeiten und die erlangten Resultate. Von dem Ergebnis der 
Auslotungen der Wassertiefen, welche die Vorbereitung zum Legen eines 
Telegraphenkabels bilden, ist in Rücksicht auf den Preis und die Konstruktion 
der Kabeltypen die Auswahl derselben zu treffen. Welche Kabelart für eine 
bestimmte Stelle zu nehmen ist, hängt von der Wassertiefe und dem Meeres- 
boden ab, und es kann vorkommen, daß durch die richtige Wahl auch eines 
längeren Weges eine erhebliche Kostenersparnis entsteht, 
Wenn zwischen zwei Orten ein Kabel gelegt werden soll, ist tunlichst der 
kürzeste Weg zu wählen, wobei Sandbänke und Untiefen möglichst zu vermeiden 
sind. Die Strecke wird im Zickzackkurs durchfahren und etwa alle 10 Sm eine 
Lotung ausgeführt. Stellen von geringen Wassertiefen sind möglichst zu ver- 
meiden, da hier das Kabel leicht durch Fischernetze, Anker, etc. beschädigt 
werden kann. Wenn auch große Wassertiefen das Legen eines Telegraphen- 
kabels nicht erschweren, so ist doch zu berücksichtigen, «daß bei etwaigen 
Störungen im Kabel ein Fischen desselben nötig wird, was auf großen Wasser- 
tiefen sehr mühsam sein würde. Bei der „HEdi“-Expedition waren 3500 Faden 
(6400 m) als äußerste Tiefengrenze angenommen. Auch durch diese Festsetzungen 
kann eine Abweichung von dem ursprünglich bestimmten Wege nötig werden. 
Korallengrund macht festere Schutzvorrichtungen des Kabels notwendig 
und das Kabel dadurch teurer, daher sind derartige Stellen zu vermeiden. 
Wünschenswert ist auch das zeitweise Messen der Temperatur des Grundwassers, 
zur Feststellung des Vorhandenseins von warmen Quellen, da durch das. warme 
Wasser die Bekleidung des Kabels leidet. ; 
Die Lotungen begannen an der Grenze der 100 Faden- (183 m-) Bank, welche 
sich sehr weit östlich der chinesischen Küste erstreckt.‘ Auf der Bank selbst war 
das Loten unnötig, da die Tiefen auf der Karte angegeben waren. Zwischen
	        
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