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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1904. 
and den Morgen des folgenden Tages, „dann“ oder „späterhin“ namentlich für 
den Nachmittag und Abend des folgenden, eventuell auch für den Vormittag des 
zweitfolgenden Tages gilt. 
Die Abgrenzung der Prognosenbezirke (Nordwest-, Ost- und Süd- 
deutschland) in den Wetterberichten wird etwa durch die Linie Rügen — Saaletal— 
Thüringerwald—Eifel gegeben. 
1. Temperatur. 
Dem Sprachgebrauch entsprechend werden in der kalten Jahreszeit die 
Ausdrücke „kalt“ und „mild“, in der warmen dagegen „kühl“ und „warm“ 
gebraucht; etwa Oktober/März und April/September, doch ohne Zwang zur 
Zeit des Überganges. Die folgende Tabelle der für die Temperatur gültigen 
Ausdrücke zeigt, in welcher Weise diese von den vieljährigen Mittelwerten, den 
Normalwerten, abhängen; die gleichen Gradstufen gelten für die Bezeichnung 
der Temperaturänderung mit der Abweichung, daß jene Zahlen in diesem Falle 
lie Größe der Temperaturänderung in 24 Stunden bedeuten. 
Ausdrücke für die Höhe der Temperatur. Ausdrücke für die Änderung der Temperatur. 
Okt./März 
} Abweichung 
April/Sept, vom der 
Normalen 
Änderung 
in 24 Std. 
schr kalt 
kalt 
sehr kühl 
ziemlich kalt | ziemlich kühl 
Was  ———— 
anlrezu normal 
kühl 
| > 71° 
71/g-—3° 
31° 
a + 19 
ziemlich mild | ziemlich warm 1—3° 
mild | warm 3—71/%4° 
sehr mild | sehr warm > 71° 
Okt./März 
April/Sept, 
viel kälter 
kälter 
viel kühler 
etwas kühler 
(mit wenig veränderter Temperatur) 
etwas milder | etwas wärmer 
milder wärmer 
viel milder | viel wärmer 
kühler 
Bei diesen Ausdrücken für die Änderung der Temperatur wird in der 
Wettervorhersage von dem täglichen Wärmegange abgesehen, indem gesagt 
werden soll, daß die angegebenen Änderungen zu den verschiedenen Zeiten des 
Gültigkeitsbereichs der Prognose im Vergleich mit den letzten 24 Stunden anuf- 
treten werden oder, im Falle größerer Verschiedenheiten, der Änderungen zu 
den verschiedenen Tageszeiten, doch wenigstens in der Änderung des Tages- 
mittels hervortreten werden. Mit Rücksicht auf diese Ungleichheiten der 
Anderung von Tag zu Tag benutzt die Prognose gelegentlich Ausdrücke wie 
„Nachmittags wärmer“ oder „nachts kälter, tags wärmer“. 
Der Ausdruck „allmähliche Erwärmung“ oder auch „steigende 
Tagestemperaturen“ bedeutet nicht etwa, daß die erwartete Temperatur 
vom Morgen bis zum Abend steigen werde, sondern daß ihre Änderung gegen 
den vorhergehenden Tag von Stunde zu Stunde im Sinne einer Erwärmung zu- 
nehmen werde. 
Besondere Ausdrücke für die Temperatur, 
Zur Bezeichnung der Temperatur ohne Rücksicht auf den Normalwert: 
Frost: Temperatur unter dem Gefrierpunkt und zwar „leichter Frost“ 
(schwacher, gelinder Frost): Temperatur 0 bis —3°, „mäßiger Frost“: 
Temperatur —3 bis —5°, „starker Frost“ (strenger, harter Frost): Tem- 
peratur unter —5°, 
Nachtfrost: Heruntergehen der niedrigsten Temperaturen während der 
Nacht unter den Gefrierpunkt. 
Heißes Wetter: Zur Bezeichnung des Herrschens von Temperaturen 
von 25° und darüber. 
Frostgrenze (im Witterungsbericht): Die Verbindungslinie derjenigen 
Orte, deren Temperatur zu der dem Witterungsbericht zugrunde liegenden 
Zeit gleich 0° war, die also das Frostgebiet von dem frostfreien auf der 
Karte trennt.
	        
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