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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Meldau, H.: Experimentaluntersuch, über die Einwirkung von Flindersstangen etc. 167 
Die hier mitgeteilten Werte lassen folgendes erkennen: 
Bei allen Fluidkompassen tritt infolge der Nadelinduktion eine bedeutende 
Erhöhung der kompensatorischen Wirkung der Quadrantalkugeln  ein.') 
Entsprechend den geringen, auf einer schwachen Polarität der Kugeln 
beruhenden Werte der Koeffizienten B. und C ist die Sextantaldeviation ver- 
schwindend klein. Ganz erhebliche Werte haben jedoch bei fehlerhafter Nadel- 
anordnung die oktantalen Störungen. Alle im Anschluß an die Tabelle 2 
gemachten Bemerkungen lassen sich hier wiederholen: Hier wie dort haben wir 
bei Kompaß I und nur bei diesem für H einen Wert mit negativen Vorzeichen, 
hier wie dort verhält sich unter den ersten fünf Fluidkompassen der mit III 
bezeichnete am besten. Auch der „große Fluidkompaß“ der Kaiserlichen Marine 
zeigt hier eine geringe oktantale , Störung. Ist diese Störung wegen ‚ihres 
kleinen Betrages (H == + 0,4°) für den Kompaß selbst auch ohne Belang, so 
muß sie doch hier besprochen werden, da sie einen in der Theorie zunächst 
nicht gegebenen Fingerzeig für die Konstruktion von Viernadelsystemen zu 
enthalten scheint. In der Tat mußte man bei dem fraglichen Kompaß auf 
Grund der geometrischen Gestalt des Nadelsystems allein einen negativen Wert 
des H erwarten, sind doch die Nadeln ersichtlich aus der theoretischen Stellung 
nach außen gerückt, so daß man zu dem durch die Rose I dargestellten Typus 
kommen sollte. Der tatsächlich beobachtete positive Wert des H kann nur 
darin seine Erklärung finden, daß die Pole der kürzeren Nadeln nicht die 
Stärke der Pole der längeren erreichen, daß mit anderen Worten das 
magnetische Moment nicht proportional der Nadellänge ist, sondern bei kurzen 
Nadeln zu klein ausfällt, wodurch: sich das Nadelsystem dem Typus des Kom- 
passes IT nähert. Will man daher die theoretisch geforderte Gleichheit der Pole 
nicht dadurch erzwingen, daß man für die kürzeren Nadeln dickere Stäbe wählt, 
so bleibt nur übrig, entweder die Nadeln nach außen zu rücken, oder die 
äußeren Nadeln zu verlängern.’) Welche der angedeuteten Methoden. die 
empfehlenswerteste ist, 1äßt sich nur durch Versuche entscheiden. Diese haben 
sich nicht nur auf die Abhängigkeit des erreichbaren magnetischen Moments 
von der Länge und Dicke der Nadel, sondern auch auf die Konstanz der er- 
reichten Momente zu erstrecken. 0 
Eine zweite Versuchsreihe wurde mit den kleineren Kugeln angestellt, 
und zwar wurden diese so aufgesetzt, daß ihre Innenränder denselben Abstand 
voneinander hatten wie bei der vorigen Versuchsreihe die Innenränder . der 
großen Kugeln. , 
' Tabelle 6. 
Zwei Quadrantalkugeln: von 17,7 em Durchmesser, im Abstand 65,3 cm. 
Abstand der nächsten Punkte der Kugelflächen 47,6 cm, 
A 
B 
C 
D 
RR 
n 
[+ 
HH 
K 
Thomson-Rose 
Fluidkompaß I 
II 
ZI 
IV 
'+1,91—0,1 
+17' +01 
—08 — 0,1 
+09 —0,3 
40,8' 00 
+10) 0,0 
41203 
—04 
—30l 00 00! 00° 00| 00 
— 64 +03 00'+01 —151—03 
9,7 403 - 00'+01 +24'—0,2 
94 00 +01 +01 409-401 
—80 +01 4-01 +01 „36l 0,0 
—101 +01 ot ü +23 — 0.1 
57 00l—01 ‚001-102 —0.1 
—04 
— 0,5 
—04 
—0,5 
— 04 
_— 04] 
'F 
Pa 
1) Für Schiffe, die in Breiten mit erheblich verschiedenen Werten der erdmagnetischen 
Horizontalkraft gelangen, ist dabei zu bedenken, daß der auf Nadelinduktion beruhende Bestandteil 
der Kompensationswirkung nicht die Eigenschaft hat, unabhängig von der Breite zu sein. 
2) Nach Beendigung vorliegender. Arbeit habe ich noch ein Fluidkompaß von Ritchie in 
Boston erhalten, der die im Texte ausgesprochene Vermutung bestätigt, Das Nadelsystem dieses 
Kompasses ist fast identisch mit dem des Fluidkompasses VI, nur sind die äußeren Nadeln 
des Kompasses von Ritchie ein Stück länger als diejenigen des Kompasses VI. 
Während das Nadelsystem des Kompasses VI durch die Zahlen charakterisiert war 
2.1 =— 13,6 e = 1,75 ; 
D.V=— 94 e' = 4,50
	        
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