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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1904. 
geworfene Frage konnte demnach nur in der Form beantwortet werden, daß 
eine Reihe der im Handel vorkommenden Fluidkompasse einer Prüfung ihrer 
magnetischen Eigenschaften in der angegebenen Hinsicht unterzogen wurden. 
Beobachtungsmaterijal und Versuchsanordnung. 
Mir standen für die Beobachtungen sechs Fluidkompasse aus den Werk- 
stätten der Herren Bamberg, Hechelmann, Ludolph und Plath zur Ver- 
fügung. Um den sachlichen Charakter der Untersuchung auch äußerlich zu 
wahren, sollen die Kompasse im folgenden nicht mit dem Namen ihrer Ver- 
fertiger benannt, sondern in willkürlicher Reihenfolge durch die Nummern I 
bis VI unterschieden werden. 
Die Versuchsanordnung war die folgende: Die Kompasse wurden in 
ein festes hölzernes Gestell eingehängt, das auf einem Drehtische nach Art der 
unteren Platte eines Neumayerschen Deviationsmodells aufgestellt war. Das 
magnetische Azimut der Mittellinie des Drehtisches, die der Mittschiffslinie 
entsprach, konnte an einem festliegenden Teilkreise abgelesen werden. Vor 
dem Kompaß war eine Vorrichtung getroffen, um Flindersstangen beliebiger 
Länge in beliebigem Abstande vom Rosenmittelpunkte anzubringen. Ferner war 
ein querliegendes, an Gestell und Tisch festgeschraubtes Brett zum Aufsetzen 
von Quadrantalkugeln in beliebiger Entfernung vom Rosenmittelpunkte her- 
gerichtet. Eiserne Träger, wie sie häufig in der Praxis zum Befestigen der 
Quadrantalkugeln benutzt werden, waren demnach bei den Versuchen nicht 
vorhanden. Ihr Einfluß wurde jedoch durch einen Sonderversuch bestimmt, 
dessen Resultat unten am Schluß der Beobachtungen mit Quadrantalkugeln an- 
geführt ist. 
Für die Zusammensetzung von Flindersstangen standen Voll- und 
Hohlzylinder zur Verfügung. In der Regel wurden Hohlzylinder verwendet. 
Ihr Durchmesser beträgt 7,7 cm, die Wandstärke ist gleich 1,1 cm. Der Durch- 
messer der Vollzylinder ist gleich 8,0 cm. Zum Vergleich der Wirkungen von 
Hohl- und Vollzylinder wurde ein Versuch angestellt, dessen Resultat unten am 
Schluß der Beobachtungen mit Flindersstangen angegeben ist.) 
Als Quadrantalkugeln wurden zwei Paar Hohlkugeln von 1,1 cm 
Wandstärke verwendet. Die Durchmesser dieser Kugeln betragen 22,2 cm 
bezw. 17,7 cm. 
Es mußte von Interesse sein, bei jeder Eisenanordnung zunächst ihre 
Wirkung auf eine Thomson-Rose kennen zu lernen. Die mit dieser Rose 
erhaltenen Resultate sind in allen folgenden Tabellen vorangestellt. 
. Die Rosen der untersuchten Kompasse sind durch die in folgender 
Übersicht enthaltenen Angaben charakterisiert. 
Tabelle 1. 
Konstanten der untersuchten Rosen. 
Der Nadeln z 
AA | Schwingungs- 
x 'Entfern e) Y. 
Anzahl Länge LAN, daner 
cm sek. 
5,1—7,8 | wie üblich 
20 
21 
20 
(8 
20 ' 
13,6 
. . 9,4 , 
*) Kompaß VI ist ein „großer Fluidkompaß“ der Kaiserlichen Marine. Nach dem „Lehr- 
buch der Navigation“, herausgegeben vom Reichs-Marine-Amt, Band I, S. 62, 63, ist ein zweites 
ähnlich konstrniertes Nadelsystem im Innern des Schwimmers angebracht, 
Fr 
4) Bezüglich des Vergleiches der Wirkung von Hohl. und Vollzylinder auf eine Thomson- 
Rose, d. h. bei Fehlen einer Nadelinduktion, habe ich bei früherer Gelegenheit (siehe „Physikalische 
Zeitschrift“ 4. Jahrgang, S. 479—480) gefunden: Für kleine Zylinderlängen ist die 
Wirkung des Vollzylinders nur ganz unerheblich größer als die des Hohlzylinders. 
Mit wachsender Zylinderlänge wächst das Verhältnis der Wirkung des Vollzylinders 
zu der des Hohlzylinders.
	        
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