Krebs, W.: Verzerrungsformen der aufgehenden Sonne,
Ferner meldeten die in 2000 bis 3100 m gelegenen Stationen
Öbir St. Gotthard Säntis Sonnblick
als Wind ....... Ol s2 ‚SSW 2 -SW1
als Bewölkung. ... 3/4 Nebel Nebel äl4,
Die von dem gleichen Tage (21. Mai) im Wetterbericht der Deutschen
Seewarte!) verzeichneten Beobachtungen der oberen Wolken wiesen eine ähnliche
Unstetigkeit auf. Die von der Brno am nächsten gelegene Station fast vier
Stunden später gemeldete Wolkenbeobachtung erinnerte immerhin an die Beob-
achtung des Herrn Krifka: .
Grünberg 8: V. Cirrostrati, Streifung S.
Die übrigen wichen durchaus ab, auch untereinander:
Karlsruhe 8 V, Cumuli aus NW,
Wustrow 8 V. Cirrostrati aus SSO.
Hamburg 2" N. Cirrocumuli aus SW... .
Die Prognose auf Fortdauer sogenannten schönen Wetters, die Herrn
Kiifka angezeigt erschien, traf damals nicht zu”) Am 21. Mai wurden „aus
Süddeutschland und Westösterreich zahlreiche Gewitter mit teilweise sehr er-
giebigem Regen gemeldet“. Die Brno zunächst gelegene Station Prag ver-
zeichnete am 22. Mai morgens 3 mm Regen. Semmering hatte 26 mm mit
Hagel, Gleichenberg 59 mm, Schneeberg 106 mm. Vom 22. zum 23. Mai 1890
waren in „ganz Deutschland und Österreich-Ungarn“ wieder „zahlreiche Gewitter,
zu Szegedin Hagel und Sturm zu beobachten“. Auch Prag verzeichnete Gewitter.
Eine Bestätigung lieferte dagegen die 2 bis 9 Tage umfassende Schön-
wetter-Epoche in ganz Deutschland, mit Ausschluß des äußersten Nordostens,
die dem 1. September 1903 folgte.) Sie steht in augenscheinlicher Überein-
stimmung mit den am Morgen der Brockenbeobachtung entgegentretenden aus-
geprägt stetigen Verhältnissen der oberen Atmosphäre über Norddeutschland.
Bemerkungen zu den Abbildungen. Die beiden ersten Abbildungen
sind nach der Schilderung des Herrn v. Wrangell entworfen und nach seiner
Korrektur abgeändert.
Die folgenden Abbildungen sind Reproduktionen aus der farbigen Tafel III,
die von Herrn KYifka der Veröffentlichung im Jahrgang 1891 der Meteoro-
logischen Zeitschrift beigegeben wurde.
Beiden Herren statte ich hiermit für bereitwilliges Entgegenkommen
meinen Dank ab. Wilhelm Krebs.
“A
Experimentaluntersuchungen über die Einwirkung von Flinders-
stangen und Quadrantalkugeln auf Fluidkompasse.
Von Dr. H., Meldau, Oberlehrer an der Seefahrtschule in Bremen.
(Hierzu Tafel 10 und 11.) )
In allen Lehrbüchern der Deviationstheorie wird gelegentlich der Er-
örterung der Vor- und Nachteile von Fluidkompassen darauf hingewiesen, daß
bei Verwendung weicher Eisenmassen zu Kompensationszwecken Fluidkompasse
leicht Störungen des regelmäßigen Verlaufes der Deviation ausgesetzt sind,
indem das starke Magnetsystem der Rose in jenen Eisenmassen eigene Pole
induziert. Es schien mir wünschenswert, über die Größenordnung der Störungs-
glieder genaueren Aufschluß zu haben. Die Resultate der angestellten
Experimentaluntersuchung werden in der vorliegenden Abhandlung mitgeteilt.
Von vornherein ist klar, daß die gestellte Aufgabe eine allgemeine
Lösung nicht zuläßt. Die Größe der Störungsglieder ist von der geometrischen
Gestalt des Nadelsystems der Rose und von seinem magnetischen Moment ab-
hängig, sie ist also dem einzelnen Kompaßmodell eigentümlich. Die auf-
') Deutsche Seewarte, Tabellarischer Wetterbericht Nr. 141, vom 21. Mai 1890,
2) Telegraphische Wetterberichte der k. k, Zentralanstalt für Meteorologie in Wien, Nr, 141
bis 143 vom 21. bis 23. Mai 1890.
3) Deutsche Seewarte, Zehntägiger Witterungsbericht für die Landwirtschaft, II. Jahrg,
September, I. Dekade 1903.
Dieselbe, Tabellarische Wetterberichte Nr. 244 bis 254 vom 1. bis 10. September 1903.
Ann. dA. Hydr. eto.. 1904. Heft IV.
Nr. 16,