Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1904.
als möglich allgemein ohne Anleitung verständlich sind und es dem, Zentral-
institut dabei doch ermöglichen, in wenigen Worten einen umfassenden Überblick
über die Wetterlage und das bestehende Wetter zu geben, sowie alle benötigten
Angaben über das künftige Wetter in der Wettervorhersage zum Ausdruck zu
bringen. In der letzten Beziehung muß aber hervorgehoben werden, daß die
heutige Wettervorhersage leider noch nicht allen Anforderungen zu genügen im-
stande ist und es aus diesem Grunde nicht angängig ist, in der Wettervorher-
sage die Angaben immer so bestimmt zu machen, wie dies bei der Bezeichnung
des bestehenden Wetters möglich ist und insbesondere auch dem Empfänger der
Wettervorhersage erwünscht wäre.
A. Die Ausdrücke zur Kennzeichnung der Wetterlage,
Luftdruck, der abgelesene Barometerstand, korrigiert auf 0 Grad und
den Meeresspiegel, sowie meist auch auf die Schwere in 45° Breite.
Isobare, eine Linie, die auf der Karte die Orte mit dem gleichen Luft-
druck verbindet; sie werden in den Wetterkarten für den Luftdruck von 760 mm
und alle um Vielfache von 5 mm davon abweichenden Werte eingezeichnet und
nach dem zugehörigen Luftdruck als Isobare von 760 mm etc. benannt.
Barometrischer Gradient, als Maß für die größere oder kleinere
Gleichmäßigkeit einer gegebenen Luftdruckverteilung, an jedem Orte die räum-
liche Anderung des Luftdrucks, in der auf den Isobaren senkrecht stehenden
Richtung gemessen und auf die Länge eines Aquatorgrades (111 km) als Einheit
der Entfernung bezogen. Gleichmäßige Luftdruckverteilung, kleine Unter-
schiede des Luftdrucks, also geringe Gradienten, anderenfalls im Gegensatz
steile Gradienten,
Minimum (M. des Luftdrucks, Barometrisches M.), auf den Wetter-
karten durch „Tief“ oder bloß „T“ bezeichnet, die Stelle oder Stellen, von
denen der Luftdruck nach allen Seiten zunimmt, wo er also niedriger als in der
ganzen Umgebung ist. Minimum von 745 mm bedeutet, daß der Luftdruck
an dieser Stelle als niedrigsten Betrag 745 mm zeigt.
Maximum (M. des Luftdrucks, Barometrisches M.), auf den Wetter-
karten durch „Hoch“ oder nur „H“ bezeichnet, die Stelle oder Stellen, von
denen der Luftdruck nach allen Seiten abnimmt, wo er also höher ist als in
seiner ganzen Umgebung. Maximum von 772 mm analog dem für das
Minimum gegebenen Beispiel aufzufassen. Ist zu vermuten, daß der höchste
Luftdruck den größten beobachteten noch übersteigt, so tritt beispielsweise die
Bezeichnung Maximum über 772 mm (wie bei dem Minimum entsprechend
Minimum unter 745 mm) auf.
Depression (Barometrische Depression), die Umgehung des Minimums,
soweit die Isobaren ihre hohle Seite dem Minimum zukehren. Depression
unter 750 mm, ein von der Isobare von 750 mm umfaßtes Gebiet, in dem der
Luftdruck kleiner als 750 mm ist, stellt unter Umständen nur einen Teil
einer ausgedehnteren Depression dar.
Hochdruckgebiet, die Umgebung des Maximums, soweit die Isobaren
ihre hohle Seite dem Maximum zukehren. Hochdruckgebiet über 770 mm
analog den Festsetzungen über die Depression unter 750 mm, also unter Um-
ständen nur ein Teil eines größeren Hochdruckgebietes,
Ausläufer niedrigen Drucks, mehr oder weniger starke Ausbuchtungen
der Isobaren am Rande der Depressionen, in denen der niedrige Luftdruck
zwischen Gebiete mit höherem Druck hineinragt.
Teilminima, Minima, die am Rande größerer Depressionen auftreten,
von einem eigenen Windsystem umgeben sind und in ihrer Bewegung von dem
Hauptminimum abbängen, das sie entgegengesetzt der Bewegung des Uhrzeigers
umkreisen. Sie entwickeln sich häufig aus einem Ausläufer niedrigen Drucks.
Furche niedrigen Drucks, ein zwei Depressionen verbindendes, mehr
oder weniger schmales Gebiet niedrigen Drucks, auf beiden Seiten von höherem
Druck begrenzt.
Zunge hohen Drucks, keilförmige Erweiterung eines Hochdruck-
gebiets, die sich zwischen zwei Depressionen hineinschiebt.