accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

150 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1904.

in der Lage, noch nachmittags Sturmwarnungen erlassen zu können, es sei
denn, daß die Notwendigkeit hierfür schon in der Vormittagskarte deutlich
ausgeprägt war. Die neue meteorologische Station in Bergen wird später
besser in der Lage sein, wenigstens die Südwestküste Norwegens zu jeder Zeit
zu warnen. An Sicherheit gewinnen werden diese Warnungen namentlich durch
eine bereits vorgesehene Funkspruchverbindung mit Island, dessen Beobachtungen
von wesentlicher Bedeutung für die Sturmwarnungen der Südwestküste sind.
Die Küste nördlich des Polarkreises zu warnen ist das norwegische Institut
nicht in der Lage, da eingehende Studien ergeben haben, daß hierfür auch
Beobachtungen von Island wenig Nutzen bringen würden,
Bemerkt sei noch, daß die Meteorologen Norwegens in letzter Zeit mit dem
Plan einer Reorganisation des Sturmwarnungswesens nach deutschem System
sich beschäftigt und diesbezügliche Vorschläge dem norwegischen Reichstag
unterbreitet haben.
Schweden.
Schweden hat bis jetzt noch keinen Sturmwarnungsdienst; doch ist die
Königlich Schwedische Regierung bereits der Frage der Einführung eines
solchen näher getreten und hat das Königliche Lotsenamt damit beauftragt,
sich über die verschiedenen Arten des Sturmwarnungsdienstes zu unterrichten
und einen Entwurf einzusenden. Das Königliche Lotsenamt hat sich in Anerkennung
 der deutschen Einrichtungen bei der Deutschen Seewarte unterrichtet
and ist gegenwärtig damit beschäftigt, einen Vorschlag für Errichtung eines
Sturmwarnungsdienstes nach deutschem Vorbild auszuarbeiten.
Dänemark.

Auch Dänemark hat sich kürzlich entschlossen, im Interesse der Schifffahrt
 einen Sturmwarnungsdienst nach deutschem Muster zu organisieren. Der
Entwurf zu einem solchen ist dem jetzt tagenden Reichstag bereits vorgelegt,
und steht zu erwarten, daß noch in diesem Jahre mit der Ausübung des
Warnungsdienstes begonnen wird. Über genauere Einrichtung des Dienstes
sowie Zahl und Lage der Stationen in Dänemark, Schweden und Norwegen
wird dann später berichtet werden, jedenfalls wäre es freudig zu begrüßen,
wenn ein einheitliches Signalsystem wenigstens zwischen Deutschland und den
drei nordischen Reichen zustande käme.

Deutschland.
Die mit der Errichtung der Kaiserlichen Küstenbezirksämter im Jahre 1893
diesen unterstellten Sturmwarnungstellen sind, außer mit den von ihrer Wichtigkeit
 bedingten Signalkörpern, mit einem. Signalmast (Höhe nicht unter 20 m,
Rahebreite 8 m, Höhe der Rahe über dem Erdboden 15 mn), einem Sturmwarnungskasten
 mit großem Aneroidbarometer, Thermometer und teilweise mit 2 Regenmessern
 versehen. Nur wo es durch lokale Bedürfnisse erforderlich ist, werden
die Signale an einem galgenartigen Gestelle gezeigt, oder werden andere Vorrichtungen
 gebraucht. Als Tagsignale kommen zur Verwendung: 1 Ball, 2 Kegel,
2 rote Flaggen; als Nachtsignal: 1 rote Laterne. Die Ausrüstung einer Sturmwarnungsstelle
 mit letzterer ist jedoch nur da durchgeführt, wo eine Verwechslung
 mit anderen Signalen ausgeschlossen ist. Ball und Kegel sind entweder
 aus geteertem Segeltuch oder Korbgeflecht hergestellt; ihre Abmessungen
unterliegen keinen bestimmten Vorschriften.
Die Sturmwarnungen werden von der Deutschen Seewarte in Hamburg
erlassen und gehen den Sturmwarnungsstellen unmittelbar zu. Die Küste ist zu
dem Zweck in 9 Bezirke zerlegt, auf die sich 112 Sturmwarnungsstellen verteilen.
 Durch einen zweimaligen, in der stürmischen Jahreszeit von Mitte September
 bis Ende April dreimaligen Dienst an der Zentralstelle wird dafür Sorge
getragen, über das Herannahen einer Gefahr möglichst früh unterrichtet zu sein.
Die Sturmwarnungen beziehen sich, außer auf den gewarnten Ort, auch auf dessen
Umgebung in einem Umkreis von 50 Sm (92'/ km). Um die Richtung, aus der
stürmische Winde erwartet werden, auf möglichst 8 Striche genau bezeichnen
zu können, wird folgendes Kegelsystem angewendet:
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.