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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Die Witterung an der deutschen Küste im Januar 1904 
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wiegend im Bereich von Ausläufern niedrigen Drucks und Teilminima von 
Depressionen, die ihre niedrigsten Barometerstände über dem Ozean nordwestlich 
und nördlich von Schottland anzeigten. 
Die Morgentemperaturen waren, abgesehen von geringfügigen Abweichungen 
von dem mittleren Werte, an der Nordseeküste meist zu hoch am. 13. bis 18., 
28, und 29., zu niedrig am 1. bis 7., 20., 21. und 27., und an der Ostsee zu 
hoch am 10., 13. bis 18., 22. bis 26. (Preußen 27.), 30. und 31., zu niedrig am 
1. bis 9., 20., 21., 28. und 29. 
Die den Verlauf der höchsten Temperaturen von Tag zu Tag darstellenden 
Kurven zeigten ostwärts bis zur Oder bis zum 7. wenig Anderung, im Osten aber 
am 3. bis 5. oder 6. starke Abnahme, und dann allgemein ein starkes, meist 
durch vorübergehendes Fallen am 11. und 12. unterbrochenes, Steigen bis zum 
13. (Osten 14.); hierauf folgte ein Sinken bis zum 20. und nach einer Zunahme 
weiterhin, vom 22. bis Monatsende meist ein mehrfaches Schwanken um eine, 
geringe. Anderung aufweisende Mittellage. Die Temperatur schwankte an der 
Küste zwischen der höchsten, 9,0° von Hamburg und der niedrigsten, — 13,4° 
von Memel, also um 22,4, während. die kleinste Schwankung in Keitum mit 
9,6° und die größte mit 18,9° in Memel beobachtet wurde. Gegenüber 16 Frost- 
tagen, an denen die niedrigsten Temperaturen unter 0 Grad lagen, auf den 
Nordseeinseln hatte die Ostseeküste, nach Osten hin zunehmend, deren 20 bis 
24; während in Keitum die höchste Temperatur an keinem Tage unter dem 
Gefrierpunkt blieb, erreichte die’ Zahl der in solcher Weise charakterisierten 
Eistage sonst an der Nordseeküste 5 bis 7 und an der-Ostsee 9 bis 16. . Die aus 
den Änderungen der Temperatur von Tag zu Tag, für die. drei Beobachtungs- 
termine, ohne Rücksicht auf die Vorzeichen der Anderungen als arithmetische 
Mittel berechneten Werte der interdiurnen Veränderlichkeit der Temperatur 
(I. T. V.) lagen mit ihren. höchsten Werten zwischen 1,2° (Keitum) und 3,3° 
‘Neufahrwasser); die Unterschiede für die drei Termine waren .nur klein, so 
daß keine bestimmte Verteilung auf die Termine nach der Größe der Anderungen 
hervortrat. 
Die monatlichen Niederschlagsmengen zeigten im ganzen‘ eine recht 
ungleichmäßige. Verteilung, indem größere Unterschiede von Ort. zu Ort auf 
geringere Entfernung auftraten. Von Schleswig-Holstein westwäris, wo vielfach 
40 mm überschritten wurden, fielen mehr Niederschläge als weiter ostwärts, 
wo nur vereinzelt 25mm erreicht wurden. Gegenüber Brunsbüttelkoog, Flens- 
burg und Friedrichsort mit 61 und Helgoland mit 65 mm hatten Hela 10 und 
Rixhöft nur 7:mm. Sehr ergiebige, in 24 Stunden 20 mm übersteigende Nieder- 
schläge hatte nur Darsserort am 15.'(22 mm). 
Läßt man den Niederschlagstag um 8" V des gleichnamigen Kalender- 
tages beginnen und sieht man von vereinzelten wie von geringfügigen. Nieder: 
schlägen ab, 8o fielen diese im Januar am 7. bis 1l. an der westdeutschen 
Küste, 12. bis 17. an der ganzen Küste, 18. von der Elbe bis Pommern, 23. mehr 
vereinzelt an der Ostsee, 27, und 28, an der westdeutschen Küste, 29. an der 
ostdeutschen Küste und am 3l. von der Elbe westwärts. — @ewitter wurden 
uur am 14. vereinzelt beobachtet. 
Als heitere Tage, an denen die dreimal am Tage nach der Skale 0 bis 
10 geschätzte Bewölkung im arithmetischen Mittel kleiner als. 2. war, 
charakterisierten sich über größerem Gebiete nur der 1., 4., 5. und 19. an Teilen 
der ostdeutschen Küste, der 2U. an der westlichen Ostsee und: der 28. an der 
pommerschen Küste. 
Ausgebreiteter Nebel trat auf am 5. an. der Nordsee, 7. westlich der 
Elbe und an der westlichen Ostsee, 8. bis 10. ostwärts bis Rügen, 1l. an der 
Nordsee, 12. ostwärts bis Rügen, 13. Elbe bis Oder, 20. von Rügen ostwärts, 
21. bis 24. an der ganzen Küste, 25. und 26. ostwärts‘ bis Oder, 29. an der 
Nordsee, 30. von der Elbe ostwärts und 31. von Mecklenburg bis zur Oder. 
Bis zum 6. lag die Küste im Bereiche eines Hochdruckgebietes, das 
seinen Kern von Skandinavien südostwärts nach Rußland verlagerte und meist 
südöstliche Winde an der Küste zur Folge hatte. . Eine über dem Ozean liegende 
Depression entwickelte vielfach Ausläufer und Teilminima über der Biscayasee, 
gewann aber bei vorwiegend in nordsüdlicher Richtung über der Nordsee ver- 
laufenden Isobaren keinen Einfluß auf unser Gebiet.
	        
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