Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1904.
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Erläuterungen zu den meteorologischen Monatstabellen.
Die Zeitangaben 8h V, 2hN und 8bN beziehen sich auf Ortszeit,
Die Monatsmittel der Temperatur werden für September bis April als Mittel aus
Lg (8h V + 2bN 4+8bN) und 1% (8b V + 8bN), für die Monate Mai bis August als Mittel aus
)/e (Max. + Min.) und 1/2 (8h V 4- 83 N) berechnet, wo ShV, 2hN, 8h N, Max. und Min. der Reihe
oach das Mittel der Temperatur um 8h V, 2h N, 8h N, bezw. der täglichen Maximum- und Minimum-
Temperatur bedeuten. Die übrigen Mittel sind als arithmetische Mittel aus den je drei Termin-
werten abgeleitet.
Als Eistage und Frosttage werden diejenigen Tage gezählt, an denen die höchste
Temperatur, bezw. die niedrigste, unter Null blieb, als Sommertage solche, an denen die höchste
Temperatur 25° erreichte oder überstieg,
Die Temperaturänderung von Tag zu Tag bedeutet die ohne Rücksicht auf die
Vorzeichen der Änderungen für die Beobachtungstermine berechnete mittlere Größe der Änderung der
Temperatur von Tag zu Tag.
Die Tage mit Niederschlag werden gezählt auf Grund der Angaben des Regenmessers,
ohne Rücksicht auf die Natur der Niederschläge.
Als Tage mit [< oder T werden diejenigen mit Gewitter und blofsem Donner gezählt;
Tage mit Wetterleuchten allein bleiben unberücksichtigt.
Die vieljährigen Mittel beziehen sich auf den 25jährigen Zeitraum 1876/1900, bis auf
die der Windgeschwindigkeit, die aus allen bis 1891 einschl. vorhandenen Anemometer-Registrierungen
abgeleitet wurden, soweit die Aufstellung der Anemometer keine erhebliche Anderung erfahren hatte.
Infolge der Veränderung der Umgebung der Anemometer und des langjährigen Gebrauchs dieser
Apparate erscheinen die berechneten vieljährigen Mittel mehrfach zu groß, so daß eine Neuberechnung
demnächst ansgeführt werden wird.
Für Rügen waldermünde wurden die 15jährigen Mittel 1886/1900 auf 25jährige 1876/1900
mittelst der Stationen Swinemünde und Neufahrwasser reduziert.
Seit dem 1. Januar 1899 werden die registrierten Windgeschwindigkeiten aus den
Umdrehungen des Schalenkreuzes mittels experimentell bestimmter Konstanten berechnet; sie er-
scheinen seitdem wesentlich kleiner als bei der früher benuizten, von Robinson eingeführten An-
nahme, daß der Wind einen dreimal so grofsen Weg zurücklege als die Mitte der rotierenden
Anemometer-Schalen,
Als Sturmnorm sind untere Grenzwerte für die stündliche Geschwindigkeit bei stürmischen
Winden zu verstehen, die in Beiheft II des „Monatsberichtes der Deutschen Seewarte, Jahr-
gang 1890“ abgeleitet wurden; infolge der veränderten Berechnung der registrierten Geschwindigkeiten
mußten die Sturmnormen entsprechend umgerechnet werden und erscheinen jetzt kleiner als
früher, Die für Keitum und Memel, wo die Anemometer inzwischen eine andere Aufstellung
erhalten haben, angegebenen Sturmnormen sind nicht ganz sicher, dürften aber ihren wirklichen
Werten nahezu entsprechen; für Neufahrwasser dürfte die Sturmnorm, zufolge der Aufstellung
des Anemographen, von der Windrichtung zum Teil abhängig sein, so daß die angegebene Sturmnorm
als unsicher zu betrachten ist.
Als Tage mit Sturm wurden diejenigen Tage gezählt, an welchen die mittlere Wind-
geschwindigkeit im Mittel mindestens einer Stunde die betreffende Sturmnorm erreichte. Wo
Störungen im Gange der Anemometer vorkamen, ohne daß die durchschnittliche stündliche
Geschwindigkeit für diese Zeit ermittelt werden Konnte, sind die Monatsmittel der Wind-
geschwindigkeiten kursiv gedruckt; die Daten der Tage mit derartigen Störungen, an denen
stürmische Winde beobachtet wurden, sind ebenso wie die Tage mit stürmischen Böen, an denen
die Sturmnormen nicht erreicht wurden, in Klammern hinzugefügt; in gleicher Weise bedeuten die
in Klammern gestellten Zahlen für Rügenwaldermünde, das kein Anemometer besitzt, die Daten der
Tage, an denen stürmische Winde beobachtet wurden.
Durch kursive Ziffern sind allgemein alle Werte gekennzeichnet, bei deren Ableitung
Beobachtungen und Registrierungen gefehlt haben oder durch interpolierte und anderweitig ergänzte
Werte ersetzt worden sind.
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Der Monat Januar charakterisierte sich in seinen Monatswerten als
nahezu normal; Luftdruck, Temperatur und Bewölkung waren etwas zu hoch,
die Niederschläge meist zu gering in ihrem Gesamtbetrag und die registrierte
Windgeschwindigkeit an der Nordseeküste wohl zu groß, an der Ostseeküste
zu klein. Von den zuzeiten der Terminbeobachtungen notierten Windrichtungen
traten durch Häufigkeit meist solche aus südlichen Richtungen hervor.
Steife und stürmische Winde herrschten, abgesehen von vereinzeltem
Auftreten, am 13. und 14. aus dem Südwestquadranten ostwärts bis Mecklenburg,
am 13. nur vereinzelt Stärke 8 erreichend, am 14. von der Helgoländer
Bucht ostwärts, meist bis Stärke 8 und mehrfach 9, am 15. ostwärts bis
Pommern aus dem Südwestquadranten und im Westen stellenweise über West
hinausdrehend, meist bis Stärke 8 bis 9, am 16. meist aus dem Südwest-
quadranten, hier und da Stärke 8 bis 9 erreichend, vereinzelt an der Nordsee
und vielfach an der östlichen Ostseeküste, am 18. über Rügen und Umgebung
aus nördlichen Richtungen, meist bis Stärke 8 und 9, und am 23. an der ost-
preußischen Küste vorwiegend steif aus westlichen Richtungen.
Die Küste lag am 1. bis 6. und 19. bis 25. im Bereich von Hochdruck-
gebieten und gehörte im übrigen fast durchweg Depressionsgebieten an, über-