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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1904 
führt daher den Namen dunkles Segment. Bei einer höheren Art der Ent- 
wicklung sind die Bogen der Länge nach gestreift, wie etwa die Regenbogen 
auch. Wünschenswert sind hier Angaben über die Himmelsrichtung, wo die 
Enden des Bogens auf dem Horizont aufruhen, über die Höhe der höchsten 
Stelle (etwa danach, wie oft man den Vollmond sich übereinander denken 
müßte; Angaben in Metern oder nach Größe der Gegenstände sind unbrauchbar) 
und über die Farbe. 
2. Fäden, die sternartig vom Mittelpunkt des Bogens auszugehen 
scheinen, etwa wie bei einem Fächer. 
3. Strahlen; diese Gebilde schießen im Gegensatze zu den Fäden mit 
großer Geschwindigkeit aus dem Bogen auf, erheben sich erst nicht hoch, 
später aber selbst bei uns oft über das Zenit hinaus. Sie sind mit Vorliebe 
weiß, violett oder rot. Oft wandern sie längs des Bogens seitwärts weiter. 
Ihre Beobachtung ist von der größten Wichtigkeit für das Studium der Er- 
scheinung, namentlich um die Höhe und den Ort zu bestimmen, wo sich das 
Nordlicht befindet. Um aus den vielen Strahlen, die an den verschiedenen 
Orten beobachtet sind, nicht zwei oder gar mehrere miteinander zu verwechseln, 
muß man die Zeit seiner Entstehung kennen. Danach aber ist das Wichtigste 
die Höhe, bis zu welcher er aufsteigt. Diese läßt sich entweder abschätzen 
(Winkel vom Horizont bis zum Strahlenende) oder gar genauer dadurch 
bestimmen, daß man die Sterne und Sternbilder angibt, durch die der Strahl 
hindurchgeht und in denen er endet. Viel bleibt hier dem Scharfsinn des 
Beobachters überlassen, dem vielleicht ein oder die andere geometrische Er- 
innerung aus seiner Schulzeit zu Hilfe kommt. 
4. Nordlichtdunst; hat die Nordlichttätigkeit aufgehört, so verbleibt 
in der Gegend seines Erscheinens ein gewisser heller Dunst übrig, für den man 
keine bestimmte Gestalt angeben kann. Während eines Nordlichts kann dieser 
Nordlichtdunst ebenfalls auftreten und dann meist in ganz anderen Gegenden 
des Horizontes wie das Nordlicht selbst. 
5. Bänder; in den Gegenden größerer Nordlichthäufigkeit nehmen die 
Bogen oft zunächst eine Streifung senkrecht gegen die Erstreckung an und lösen 
sich mit ihrem einen Ende am Horizonte ab; dabei gerät die ganze Erscheinung 
ins Wellen und Wogen. Das Ende schlängelt sich über den übrigen Himmel 
und rollt sich oft spiralig auf, etwa wie eine Uhrfeder, Womöglich verläßt 
auch das andere Ende den Horizont, und es entsteht ein Ring. Es kommt auch 
vor, daß beide Enden noch am Horizonte, jedoch einander näher gerückt sind, 
und das Mittelstück allein hebt sich empor. Auch schlangenförmige Gebilde 
sind möglich, die frei in der Luft schweben. Alle diese Erscheinungen faßt 
man unter dem Namen der Bänder zusammen. Wer der glückliche Beobachter 
einer solchen wirklich unvergleichlichen Erscheinung ist, tut am besten daran, 
eine Skizze von ihr anzufertigen und einzusenden. 
6. Nordlichtkrone; überschreiten Bänder oder mehrere Strahlen das 
Zenit, so besteht die Neigung, eine Nordlichtkrone zu bilden. Von ihr aus 
scheinen Hunderte von Strahlen zu gehen; sie ist der Art nach etwa vergleichbar 
mit einer Feuerwerkssonne. Auch hier ist eine Skizze von Wert, aber auch eine 
möglichst genaue Angabe von Höhe und Himmelsrichtung der Krone. 
7. Draperie; das Draperienordlicht hat eine gewisse Ähnlichkeit mit 
den Bändern und ist dadurch ausgezeichnet, daß es den Eindruck eines in der 
Luft schwebenden faltigen Vorhanges macht, wonach es auch seinen Namen führt. 
Weyprecht gibt auch eine schöne Methode an, genauere Messungen der 
Intensität des Polarlichts zu erhalten, von der es recht zu wünschen wäre, daß 
sie häufiger angewendet werde. Danach läßt man jemand sich immer weiter 
entfernen und dabei ein bestimmtes Zeichen geben, bis man es gerade nicht 
mehr erkennen kann. Später, in mondhellen Nächten wiederholt man die 
Messung und wird dann bald einen bestimmten Mondstand finden, bei dem das 
Signal in derselben Entfernung aufhört, sichtbar zu sein. Aus diesem Mond- 
stand — Angabe des Datums und der Zeit genügt — läßt sich die Nordlicht- 
helligkeit einfach ermitteln.“ EB. M.
	        
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