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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Kleinere Mitteilungen. 
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. Nebenher wurden seit dem Jahre 1901 die Veränderungen in der unteren 
Loire‘ beobachtet,. um zu einem Urteil über die geforderte Verbesserung des 
Kanals. unterhaib von Nantes zu kommen. 
Im übrigen werden hydrographische Veränderungen : von den Lotsen- 
schulfahrzeugen‘ der Marine beobachtet und gemeldet. Solche. Schulen bestehen 
für -Torpedobootslotsen in jedem der fünf Kriegshäfen, Cherbourg, ‚Brest, 
Lorient, Rochefort, Toulon, für Geschwaderlotsen nur in Brest. Die ebenfalls 
dem Marineministerium unterstellten Lotsen der übrigen Häfen müssen natur- 
gemäß ebenfalls die Fahrwasser beaufsichtigen, und schließlich. wirken bei diesem 
Dienste auch noch die Fischerei-Aufsichtsfahrzeuge an der heimischen Küste mit. 
Während.in der Heimat, auch die Leitung. des Vermessungsdienstes den 
Vermessungsingenieuren zufällt, stehen sie.im Auslande unter dem Befehl von 
Seeoffizieren. ; 
. . Für die Vermessungen auf Madagaskar ist der Kommandant des 
Stationsschiffes, Transporteur Nievre, Leiter, zwei Ingenieure stehen ihm zur 
Verfügung, zu deren Unterstützung auch die Schiffsoffiziere herangezogen werden. 
Von 1887 bis 1895 wurde die Westküste der Insel und die an Kap Ambra 
angrenzende Nordküste durch Vermessungsingenieure aufgenommen. Dann 
folgte eine mehrjährige Pause, und erst Ende 1898 wurde auf Antrag der an 
der Westküste verkehrenden Dampferlinien die Arbeit wieder aufgenommen. 
Während der schlechten Jahreszeit wurden die Häfen und Buchten, Nossi-Be, 
Ampassandava, Tamatave, genau aufgenommen, .in der guten Jahreszeit. wurde 
seewärts von Kap St. Andre bis auf 50 Sm Abstand ‚von der Küste gelotet. 
Dabei wurden zur Kennzeichnung der Lotungslinien sehr große Bojen verwendet, 
die trotz aller Maßnahmen zu sicherer Verankerung häufig vertrieben, wodurch 
die ‚Arbeit sehr anstrengend und .zeitraubend wurde. Diese ursprünglich von 
der. „Rance“ begonnenen Arbeiten sind seit dem Jahre 1902 von der „Nievre“ 
fortgesetzt. 0 . . . . 
In Indochina wurde auf Andrängen der Kolonialverwaltung die Unter- 
suchung und Vermessung: der Küsten im Jahre 1901 vom. Aviso „Bengali“ 
wieder aufgenommen. Sie begann im. Golf von Siam vor Kampot und dem 
Kanal zwischen dem Festlande und der Insel Phu Quoc, folgte dann der Küste 
von Anam und ging nach Seelotungen vom Kap Padaran bis Turan in den Golf 
von: Tongking, wo die Kao-Tao-Inseln aufgenommen wurden. Demuächst wird 
die Arbeit an der Anamitischen Küste und im Golf von Siam, .von der Spitze 
Caman bis zur Grenze fortgesetzt werden, dem sich die Aufnahme ‘von Teilen 
der Inselgruppen Fai-Toi-long anschließen wird, Arbeiten, deren Vollendung 
noch Jahre in Anspruch nehmen wird. N . Sn . 
... Die Aufnahmen werden im hydrographischen Bureau des Marineministeriums 
in Paris bearbeitet, und dort. werden auch die. Karten und Segelanweisungen 
herausgegeben. ; M. 
3, Aufforderung zu Polarlichtbeobachtungen. In dem Buche von A.Nippoldt, 
Erdmagnetismus, Erdstrom und Polarlicht (siehe auch Referat in diesem Jahrgang 
S. 85) ist der letzte Abschnitt dem Polarlicht gewidmet. Er kann unseren See- 
leuten besonders an das Herz gelegt werden, da reichliche Beobachtungen über 
Polarlichter sehr erwünscht sind und ‚die gegenwärtige Periode eine größere 
Häufigkeit dieser Erscheinungen erwarten läßt. Es seien deshalb hier einige 
Bemerkungen darüber aus dem Büchlein wiedergegeben: . ; 
„Für Polarlichtbeobachtungen ist es schon ein wertvoller Beitrag, wenn 
einer meteorologischen Zentralstation (z. B. der Deutschen Seewarte) mit der 
Nachricht, daß ein Polarlicht gesehen wurde, die folgenden drei Dinge mit- 
geteilt werden: a ; 
1. der Ort, wo man sich befand, so genau als möglich; 2. die Zeit, wo 
eine besonders ausgesprochene Veränderung auftrat (s. u.), mit Angabe des 
Uhrstandes; 3. die Richtung; entweder nach Himmelsrichtungen . oder :nach 
Ortschaften, Gebäuden ete., die sich vor dem Polarlichte befnden. N 
Man unterscheidet nach Weyprecht an den Polarlichtern: +. + 
1. Bogen, meist weiße regenbogenartige Gebilde. Nach unten sind sie 
scharf begrenzt, so daß das umschlossene Stück -unterhalb des Bogens gegen- 
über dem anderen Himmelsgewölbe besonders dunkel erscheint. Dieser Teil 
Ann, d. Hyar. ete., 1904, Heft IL
	        
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