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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1904. 
schnell wechselnden Lichtstrahlen der Erscheinung gingen von einem‘ Zentrum 
aus, das in der Nähe des Zenits stand und mit dem Licht eines in die Wolken 
gerichteten Scheinwerfers, der hin und her bewegt wird, vergleichbar war. Die 
Hauptfarbe des Nordlichts war anfangs weiß, später nahmen einige Lichtstrahlen 
hellrosa und violette Färbung an. Die Stärke des Lichts war ziemlich be- 
deutend, das Wetter ruhig und klar. 
b) Das sehr lebhafte Nordlicht wurde in den Richtungen Nord über Ost 
bis Südost gesehen nach Angabe des ersten Offziers des Dampfers „Holmblad“. 
c) Der zweite Offizier des „Columbus“ gibt an: Am 31. X. 8 30m N 
auf 51° 18‘ N und 20° 55‘ W. Voller Südwind, sehr heftig wehend; Barometer 
tief. Der Nordhimmel strahlt plötzlich in glänzendem Schimmer, der rasch die 
ganze Nordhälfte einnimmt. Lange Lichtstrahlen laufen gegen einen Brenn- 
punkt im Zenit zusammen. Breite Banden, deren Kupferfarbe auf Augenblicke 
ins Dunkelrote spielt, wandern von Nordost bis West mit den Strahlen den leb- 
haftesten Kontrast hildend und bieten etwa 10 Minuten lang ein Schauspiel von 
zußerordentlicher Art und seltener Schönheit. Das Aufleuchten wiederholt sich 
zwei bis drei Mal in der Sekunde in Zwischenräumen von einigen Sekunden. 
d) „Weehawken“ erwähnt die strahlende und wallende Form des Nord- 
lichts, seine purpurrote Färbung bei olivgrünem Farbenton der Wolken. 
e) Dampfer Frisia teilt folgendes mit: 31. X. Auf g= 46° 35 N; 
A=56° 0‘ W war 5h 30a V ein starker intensiv roter Schimmer bei klarer 
Luft am westlichen Horizont sichtbar. In der Richtung NWzN—NNO war sehr 
ausgeprägtes Nordlicht, dessen Mittelpunkt direkt unter dem Nordstern lag. 
Am südlichen Himmel, hauptsächlich im Südwesten war beständiges Aufblitzen 
bemerkbar, etwa 70 Mal in der Minute, ungefähr von derselben Erscheinung 
wie die Strahlen des Nordlichts. Die ganze Erscheinung dauerte 15 Minuten. 
Um 6h V war das Nordlicht infolge bewölkter Luft nicht sichtbar, jedoch zeigte 
der Himmel folgende Erscheinung: Direkt vom Zenit in umgekehrter Richtung 
wie das Nordlicht scheint, drang ein gleichartiges starkes Strahlenbündel von 
einer lila Farbe hervor, das 20 Minuten sichtbar blieb und sich erst später, 
als das Nordlicht wieder durchdrang, verlor, 
f) Dies Nordlicht erhob sich zu großer Höhe und nahm alle Regenbogen- 
farben an; seine Strahlen liefen in einem Punkt einige Grad südlich vom Zenit 
zusammen. Dann wurde es weiß und zeigte während der ganzen Nacht zeit- 
weise im Zenit das Aussehen von Cirren. 
g) Dies Polarlicht bedeckte einen Bogen von 45°, seine Färbung schwankte 
zwischen Rot und leuchtendem Weiß. 
Die vorstehenden Angaben sind großenteils einer Zusammenstellung von 
Hrn. Dufour in „Ann. d. 1. Soc. Met. de France“ 1904, S. 25 entnommen. 
Vergleich mit früheren magnetischen Stürmen. 
Es liegt die Frage nahe, ob das magnetische Gewitter vom 31. X. 1903 
an Heftigkeit durch frühere schon übertroffen «worden ist. Da muß nach der 
Ausbreitung der Nordlichterscheinungen, soweit die bis jetzt vorliegenden Nach- 
richten den Schluß rechtfertigen, das magnetische Gewitter vom 4. II. 1872 als 
weit großartiger bezeichnet werden. Aus allen Teilen der Welt wurden damals 
prachtvolle Polarlichter gemeldet bis in Gebiete der heißen Zone hinein; 
es wurde Nordlicht in Syene (#= 24‘ 5‘’N) und Bombay (#=18° 54 N) und 
anderseits Südlicht auf Mauritius (0 = 20° S) gesehen. Auch damals zeigten 
sich erhebliche Erdströme, die die Telegraphie beeinflußten. Die Schwankung 
der Deklinationsnadel betrug in Prag (p=50° 5 N) 2° 4’, ein Betrag, der dem 
der diesmaligen Schwankung in gleicher geographischer Breite etwa gleich ist, 
Vom 30. I. bis 1. II. 1881 herrschte ein magnetisches Gewitter, das 
H. Wild nach den Kurven von 11 über die ganze Erde verteilten Observatorien 
genauer untersucht hat („M“m. de l’Acad. Imper. des Sciences de St. Peters- 
bourg* VII Ser., T. XXX, Nr. 3). Die Störung hat auch damals überall zu 
gleicher Zeit begonnen. Zur Zeit der stärksten Störung nach den Kurven 
waren auch die Erdströme am heftigsten, und um die Mitte dieses Intervalls 
fand die kräftigste Nordlichtentfaltung statt. Die Deklinationskurven von 
Observatorien innerhalb des Dreiecks Stonyhurst—Wien— Coimbra waren bis in
	        
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