accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Maurer, H.: Der magnetische Sturm am 31. Oktober und 1. November 1903. 123 
13. Belgien. Nach „Ciel et Terre“ Annee 1903, S. 416 ff. Die wieder- 
gegebenen Kurven- und Zahlentabellen für Uccle stammen aus der magnetischen 
Abteilung des Königl. Observatoriums (Direktor Herr G. Lecointe) und sind von 
den Herren Somville und Delpierre mitgeteilt. Zu den Kurven in „Ciel et 
Terre“ ist zu bemerken, daß die dort angegebenen Maßstäbe, die vermutlich 
den Originalkurven entsprechen in der für das Format von „Ciel et Terre“ vor- 
genommenen Verkleinerung nicht zutreffen, wie man sich durch Vergleich mit 
den in Zahlen angegebenen Extremwerten leicht überzeugt. In Uccle ist wie 
in Potsdam der Gang der Vertikalintensität lückenlos aufgezeichnet worden. 
Die Deklivationsschwankungen verliefen teilweise zu rasch, um auf dem photo- 
graphischen Papier Spuren zu hinterlassen, überschritten auch mehrfach die 
Papiergrenze. Durch Augablesungen ist aber das Maximum der westlichen 
Deklination genau festgestellt. worden. 
Herr A. Rahier beobachtete am 31. X. 1903 um 5" 15" N ein schönes 
Nordlicht bei Verviers (p=50‘35'N, 1=5° 52 Ost). Ein Strahl dunkelroten 
Lichtes von etwa 10° Breite zeigte sich bei Capella und dehnte sich bis zum 
Polarstern aus. Dann erfüllten andere Lichtbündel den Raum zwischen Capella, 
« und ß Ursae majoris und dem Polaris, Die Helle verschob sich nach dem 
großen Bären, den sie um 5" 30" N völlig umgab. Wenig später war 
nur noch ein schwacher rötlicher Schimmer sichtbar. Auch in Walcourt 
(g=50° 15 N; 1=4° 27‘ Ost) wurde um 645" N ein Nordlicht in breiten 
weißen und roten Streifen von Herrn L. Bayet beobachtet. 
Die Erdströme waren im belgischen Telegraphensystem auf- den Linien 
nach Frankreich und England am stärksten. Von den Antwerpener Linien 
wurden zuerst um 7% 30%» V die Linie nach Südwest, um 8* V die nach West und 
um 10" V die nach Ost gestört. Die letztere wurde wieder um 1” 202 N stark 
gestört. (Diese Störungszeiten auf der östlichen Linie fallen mit dem Minimum 
der Horizontalintensität um 10* V und sehr heftigen Schwankungen an den 
drei Instrumenten um 1 20°" N zusammen). Die Linien nach Nord blieben 
ungestört. In der Londoner Leitung erreichten die Erdströme eine Stärke von 
15 Milliampere. Auf der Pariser Linie stieg der Strom bis 2* 30®i2 auf 15 Milli- 
ampere im einen Sinn und schlug dann plötzlich in 10 Milliampere Stromstärke 
im entgegengesetzten Sinn um. (Daß der Moment des Umschlags mit dem 
steilen Maximum der Vertikalintensität in Potsdam und energischen Stößen der 
Vertikalintensität in Uccle zusammenfällt, wurde bereits erwähnt; auch ein 
steiler Abfall von H fällt auf diesen Zeitpunkt). Zwischen 5®°N und GN 
wiederholten sich diese Ströme mit einer Stärke bis zu 7,5 Milliampere. Nach 
7° N kamen keine mehr vor. In Brüssel zeigten sich die Störungen auf den 
Westlinien um 9% 10% V, auf den Südwestlinien um 10% V, mittags auf den Ost- 
linien und 1* 30=ia N auf den Nordlinien. Sie wiederhölten sich am Nachmittag 
und verschwanden um 8 N. Die Ströme waren positiv in allen Richtungen; 
eine Änderung des Sinnes wurde nur auf den Nordlinien zwischen 1* 30% N 
und 2* beobachtet. In den Leitungen nach Paris und London stieg die Strom- 
stärke bis auf 20 Milliampere, was an den Enden der Leitung einer Potential- 
differenz von 114 Volt entspricht. In den Leitungen nach England sind 
wenigstens 95 Volt gemessen worden. In den Telephonleitungen wurden keine 
Störungen bemerkt. 
14. Frankreich, Nach dem Bericht von Herrn Moureaux, Direktor des 
Observatoriums du Parc St. Maur bei Paris „Ann. d. 1. Soc. Met. de France“ 
1903, S. 189. Der magnetische Sturm vom 31. X. 1903 erinnerte an den vom 
17. XI. 1882. Nach den Kurven der Instrumente des magnetischen Observatoriums 
von Val-Joyeux bei Paris (p = 48° 48‘ N; 1 == 2° 20‘ Ost) begann die Störung 
um 6* 12a V (Pariser Zeit, also 6' 03"in M. Gr. Zeit) mit einem Anstieg von 
D und H und einer Abnahme von V. Starke Schwankungen von D und H 
beginnen gegen 7*V und folgen sich ohne Unterbrechung bis 10* N. Schon 
zwischen 10% V und 11* V nimmt H sehr stark ab, aber seine Maximalintensität 
tritt erst gegen Mittag. ein. In diesem Moment beginnt V, bis dahin kaum 
gestört, rapid zu wachsen, während D und Hl rasch und heftig ‚schwanken. 
1b 52winN bis 1% 55WiaN (Pariser Zeit) nimmt D um 1° 39‘ ab, um von 2"N bis 
2h 05=in N um 1° 18 zu steigen. H und V zeigen um diese Zeit sehr hohe 
Werte. Starke Schwankungen zeigen. sich ferner um 4° N, 5b 3072 N und 7" N.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.